Im Oktober gibt es bei Weird Xperience zunächst noch einmal einen absoluten Klassiker zu sehen: SIE LEBEN von John Carpenter.
Achtung: Aufgrund anderweitiger Verpflichtungen sind wir diesmal nicht am zweiten, sondern erst am DRITTEN Sonntag im Cinema Ostertor. Danke an die Bremer Filmkunsttheater, die diese Verschiebung möglich gemacht haben. Los geht es also erst am 18. Oktober um 20:00 Uhr.
Der obdachlose Tagelöhner John Nada kommt nach Los Angeles, um Arbeit und ein besseres Leben zu finden. Auf einer Baustelle stolpert zufällig über eine geheimnisvolle Kiste mit Sonnenbrillen. Mit einer dieser Spezialbrillen sieht er plötzlich die erschreckende Wahrheit: Die Erde wurde heimlich von unheimlich aussehenden Außerirdischen unterwandert. Die Aliens tarnen sich als Menschen und kontrollieren die Gesellschaft durch unterschwellige, hypnotische Botschaften in Werbung und Medien (wie „Konsumiere“ oder „Gehorche“), um die Menschheit auszubeuten. John schließt sich einer Untergrundbewegung an, um den Sender zu zerstören, der die Massenhirnwäsche steuert.
Mit dem Doppelschlag DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT (lief bereits vor zwei Jahren bei uns in der Reihe) und SIE LEBEN für die kleine Produktionsfirma Alive Films, meldete sich Kult-Regisseur John Carpenter Ende der 80er Jahre nach einigen Big-Budget-Flops beeindruckend auf der Bildfläche zurück.
Mit SIE LEBEN gelang Carpenter auch einmal mehr Einzug in die Popkultur. Insbesondere das aus dem Film entlehnte mantra-ähnliche „OBEY“ („Gehorche!“) erlangte weltweite Bekanntheit durch die künstlerische Interpretation des amerikanischen Street-Art-Künstlers Shepard Fairey. Der Film ist eine Kritik an
der stetig wachsenden Konsumkultur, der Kommerzialisierung der Popkultur und Politik im Allgemeinen sowie der unternehmerfreundlichen Wirtschaftspolitik des damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan im Speziellen – und heute leider noch immer so aktuell wie damals. Auch wenn die Kernaussagen mittlerweile von merkwürdigen Schwurblern gerne in ihrem Interesse umgedeutet werden. Aber da können ja weder John Carpenter noch der Film etwas für.
„Sie leben“ ist einer der dunkelsten Filme John Carpenters und hat bis heute nichts von seiner bitteren Ironie eingebüßt. Neben der tollen Besetzung und des Skripts kommt man nicht umhin die Vision Carpenters zu bestaunen, die nicht nur unterhält, sondern oftmals zum Nachdenken anregen wird. – film-rezensionen.de
John Carpenters Sie leben ist ein Klassiker und sollte jedem Genre-Fan ein Begriff sein. Der Film schafft es ausgezeichnet spaßiges Unterhaltungskino mit einer großen Portion Gesellschaftskritik zu verbinden. Carpenter geht wie immer sehr bildhaft an das Thema heran, weshalb einem einige Szenen des Films wohl lange nicht aus dem Kopf gehen werden. – Filmchecker.de
„They Live“ ist ein typisches Werk der auslaufenden 80er Jahre. Der Streifen vermengt eine abgedrehte Grundidee mit kreativen visuellen Spielereien, guten handgemachten Effekten, einer üppigen Portion Gesellschaftskritik und einer gehörigen Prise Wahnsinn zu einem unterhaltsamen Gesamtkonstrukt. – Moviebreak.de
Es ist gerade diese Verbindung von dystopischer Gesellschaftskritik, selbstbewusst tumbem Humor und stumpfem Machismo, die THEY LIVE zu einem immens liebenswerten Außenseiter seines Science-Fiction-Subgenres machen. Dass die Revolution ausgerechnet von zwei intellektuell eher einfachen Männern, von Vertretern der Unterschicht losgetreten wird, macht THEY LIVE zu einem Seelenverwandten von Romeros LAND OF THE DEAD (sowie seiner Zombiefilme generell und natürlich zahlreicher weiterer Paranoia-Thriller, von denen der berühmteste wahrscheinlich INVASION OF THE BODY SNATCHERS ist). Und obwohl er zur Zeit der Reaganomics erschien, scheinen seine Beobachtungen heute noch genauso zuzutreffen wie vor rund 30 Jahren – wenn nicht sogar noch mehr. – Remember It For Later
Wir zeigen den Film im englischsprachigen Original mit deutschen Untertiteln und mit einer Einführung.
Und noch eine kleine Vorschau: Am 27. Oktober sind wir noch einmal in Sachen Science-Fiction-Kino unterwegs. Diesmal im Rahmen der Globale – Festival für grenzüberschreitende Literatur. Dazu später mehr.









































