Weird Xperience im November: Mad Circus (2011)

Mad_Circus_Eine_Ballade_von_Liebe_und_Tod_7Spanien, 1937, Bürgerkrieg. Republikanische Truppen überfallen während einer Aufführung einen Zirkus und zwingen die Artisten mit ihnen gegen Franco-Faschisten zu kämpfen. Der Clown des Zirkus bezwingt viele Gegner nur mit seiner Machete, bis er kampfunfähig gemacht und in ein Arbeitslager verfrachtet wird. Bei dem Versuch seines Sohnes Javier, ihn zu befreien, wird er getötet und der Colonel des Arbeitslagers verstümmelt.

Spanien, 1973, Franco-Regime. Javier arbeitet inzwischen als Weiß-Clown mit Sergio zusammen, der vor den Kulissen die Kinder erheitert, hinter den Kulissen sich jedoch als Sadist herausstellt. Javier verliebt sich in dessen Geliebte, die Trapezkünstlerin Natalia. Mehrere handgreifliche Auseinandersetzungen zwischen den beiden führen dazu, dass Sergio nicht mehr als Clown arbeiten kann und Javier fliehen muß.

Zuflucht findet er in einer Höhle, doch alles spitzt sich dort zu einem großen Finale mit Javier, Sergio, Natalia, den Colonel des Arbeitslagers und sogar Franco selbst zusammen.

Álex de la Iglesia mischt hier artifizielle Aufarbeitung neuerer Geschichte seines Landes mit Mitternachtskino. Inspirieren ließ er sich durch verschiedenste Größen: Pasolini, Fellini, Hitchcock, Almodóvar. Desweiteren schien ihm Unterschiedlichstes wie Platons Höhlengleichnis, sadistische Filme der 70er, katholischer Blutfetischismus und zeitgenössischer Splatterfilm durch den Kopf zu gehen. Heraus kam eine explosive Mischung aus comichafter Action, die sich nie selbst genügt und politischer Fabel, die keine Moral vorschreiben will.mad-circus_680

Kritiker Peter Claus drückte es auf www.getidan.de so aus: „Knallig, farbenfroh, grell, satirisch überspitzt und mit kräftiger Romantik gewürzt – das sind wesentliche gestalterische Bausteine. Man denkt oft an einen Comicstrip. Wer zudem Action mag, die sich nicht selbst genügt, sondern wirklich aus der erzählten Geschichte erwächst, wird bestens bedient.

Álex de la Iglesia verknüpft die persönliche, sehr anrührende Lebens- und Leidensgeschichte des Clowns Javier geschickt und effektsicher mit dem Geschick Spaniens in der Zeit des Faschismus. Die Gewalt, in die sämtliche Protagonisten immer wieder verstrickt werden, wird dabei eindeutig als Folge der gesellschaftlichen Missstände deutlich. Damit illustriert der Film überaus effektvoll die bekannte Tatsache, dass es die Umstände des Lebens sind, die den einzelnen Menschen entscheidend prägen.“

Der Film provozierte nach der Uraufführung die unterschiechsten Kritiken, bekam aber auch den Silbernen Löwen für Regie in Venedig und wurde 14 mal für den Goya nominiert.

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Spanien/F 2010, Regie: Alex de la Iglesia, mit Carlos Areces, Antonio de la Torre, Carolina Bang, 105 Min., OmU, Venedig Film Festival 2010 Gewinner Best Director, Best Screenplay

Der Film läuft am Sonntag, 24.11.2013 um 18 Uhr im City 46, mit einführenden Worten des gewohnten Weird Xperience – Teams. Übrigens diesmal nur die eine Chance, eine Wiederholung am folgenden Donnerstag gibt es nicht.

 

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=Ura85FQoUl4[/youtube]

 

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Weird Xperience im Oktober: “Sie tötete in Ekstase”

plakatAls herauskommt, dass Dr. Johnson heimlich genetische Experimente an menschlichen Embryonen durchführt, verliert er seine Approbation und wird von seinen Kollegen in den Selbstmord getrieben. Seine wunderschöne Ehefrau schwört, dafür grausame Rache an den Verantwortlichen zu nehmen. Einen nach den anderen verführt Mrs. Johnson, um ihre Opfer dann in der Liebesnacht kaltblütig zu ermorden.

 

Im April dieses Jahres verstarb der Regisseur des Filmes, Jess Franco, im Alter von 82 Jahren. Vom Feuilleton oftmals als Viel- und Schmuddelfilmer belacht, wird er doch von seinen Fans und Filmfreunden in aller Welt kultisch verehrt. Mittlerweile hat auch die Filmkritik Francos Stellenwert erkannt und so wurde er z.B. 2009 mit dem spanischen „Oscar“, dem Goya, für sein Lebenswerk ausgezeichnet. „Sie tötete in Ekstase“, den für soledad-miranda-L-ML2dADden legendären Filmproduzenten Artur Brauner drehte, gehört zu einer Reihe von Filmen, in denen seine damalige Muse, die betörend schöne Soledad Miranda (alias „Susann Korda“) die Hauptrolle spielte. Unterlegt ist das Ganze mit dem psychedelischen Ohrwurm-Beat des Dous Manfred Hübler und Sigi Schwalb. „Sie tötete in Ekstase“ ist Jess Franco at his best: Sex, Mord, Wahnsinn, Delirium.

D 1971, Regie: Jesús Franco, mit Soledad Miranda, Fred Williams, Paul Muller, Horst Tappert, Howard Vernon, Ewa Strömberg u.a.73 Min.

Wie immer freuen wir uns sehr darüber den Film als 35mm-Kopie für echtes Kino-Feeling zeigen zu können.

Der Film läuft am Sonntag, den 27.10. um 18:00 Uhr im Kommunalkino Bremen, City 46, mit einer Einführung durch das Weird-Xperience-Team!

Wer das verpasst, kann den Film auch noch einmal am Do., den 31.10. um 20:30 – dann allerdings ohne Drumherum – sehen.

 

Noch einige Links:

 

Deutsch:
http://hardsensations.com/2012/02/sie-totete-in-ekstase/
http://filmreviews.gemeinschaftsforum.com/sie-toetete-in-ekstase-1971/
http://somedirtylaundry.blogspot.de/2006/04/sie-ttete-in-extase-jess-franco-1971.html

Englisch:
http://www.cinesploitation.com/she-killed-in-ecstasy-1971/
http://www.eccentric-cinema.com/cult_movies/she_killed_in_ecstasy.htm
http://www.mondo-digital.com/jessfranco2.html

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Weird Xperience im September: DIE FARBE (2010)

Endlich ist sie vorbei, die viel zu lange Sommerpause ohne Abseitiges im Kino; Weird Xperience meldet sich am Sonntag, den 22.9., um 18 Uhr zurück:
DIE FARBE (D,2010) ist eine vielfach prämierte H. P. Lovecraft Verfilmung, nicht aus seinem Cthulu-Mythos, sondern einer eigenständigen Kurzgeschichte zwischen Horror und Science Fiction.

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1975 macht sich der Landvermesser Jonathan Davies auf die Suche nach seinem Vater, die Spur führt ihn bis in die schwäbische Provinz, in der Geschichten von einem natur- und menschbeeinfliessenden Meteor erzählt werden, der in den 30ern in der Nähe der Kaserne seines Vaters abgestürzt sein soll.

Der Regisseure Huan Vu und Jan Roth verlegen den Schauplatz des Originals, und es spielt auch in einer anderen Zeit. Trotzdem halten sie sich erstaunlich nah am Lovecraftschen Text und fangen dessen typische Atmosphäre gekonnt ein. Gedreht wurde in HD und auf schwarz/weiß, was hervorragend zu der unheimlichen Grundstimmung des Films paßt.

Wir sind froh, nach „The Whisperer in Darkness“ Beim letztjährigen Phantastival, diese deutsche Adaption eines Lovecraft-Werkes zu zeigen. Marcus Stiglegger schrieb in seinem Magazin „Ikonen“ zu dem Film: DIE FARBE beweist eindrucksvoll, dass sich der Independent-Genrefilm in keiner Weise hinter thematisch ähnlich gelagerten Großproduktionen verstecken muss. Nicht nur Freunde des Lovecraft-Kosmos, sondern jeder Befürworter gut gemachter, unabhängiger Filmkunst sollten sich DIE FARBE nicht entgehen lassen.

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Desweiteren gibt es in diesem Film ein Wiedersehen mit Michael Kausch, der uns vor allem durch sein Mitwirken in der Heimat-Serie von Edgar Reitz und als Kompagnon von Manfred Krug in „Liebling Kreuzberg“ in Erinnerung geblieben ist.

 

Die Farbe, Deutschland 2010, Regie: Huan Vu, Jan Roth. Mit Marco Leibnitz, Erik Rastetter, Michael Kausch, Marah Schneider, Ingo Heise, Ralf Lichtenberg, Friedrich Schilha, Jonah von Lingen u. v. m.

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=4t-MxVyublk[/youtube]

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Weird Xperience im Juni: “Im Augenblick der Angst”

Wenn es den einen Film gibt, den man im Kino gesehen haben muss, dann ist es Bigas Lunas‘ „Im Augenblick der Angst“.

Und eben diesen zeigen wir am Sonntag, den 23. Juni um 18:00 Uhr, wie immer im City 46 und selbstverständlich als 35mm-Kopie.

imaugenblickderangstDer Augenarzt John Pressman lebt immer noch bei seiner zwergenhaften Mutter Alice lebt. Als eine seiner Patientinnen ihn demütigt, greift seine Mutter ein. Sie hypnotisiert ihren Sohn, damit er Rache nimmt. Doch die Dinge laufen aus dem Ruder und John beginnt in einem vollbesetzten Kino zu morden und den Zuschauern die Augen herauszuschneiden. Aber eigentlich passiert das alles nur in einem Film namens „The Mommy“, den sich zwei Freundinnen im Kino ansehen. Allerdings macht in diesem Kino ein echter, augensammelnder, Mörder seine Runde. Und so verschwimmt das Geschehen auf der Leinwand und im Kino immer mehr miteinander.

Der im April verstorbene Bigas Luna gilt als einer der prägenden und wichtigsten Filmregisseure des spanischen Kinos. Seine Filme sind bekannt für ihre explosive Mischung aus Erotik, Sex, Gewalt und Leidenschaft. Der berühmteste ist „Jamon Jamon“ von 1992 mit seinen Entdeckungen Javier Bardem und Penelope Cruz, die dort ihre erste Kinorolle hatte. 1987 unternahm Luna diesen Ausflug ins Horror-Genre.

„Im Augenblick der Angst“ ist ein KINOfilm im wahrsten Sinne des Wortes, der vor der heimischen Mattscheibe gar nicht funktionieren kann. Es geht um das Kino als Ort und die hypnotische Wirkung des Films. Wir beobachten aus unserem sicheren Kinosaal heraus ein Kinopublikum, das in einem anderen Kinosaal sitzt, durch den ein Mörder schleicht und Augen sammelt. Und dieses Publikum, welches wir beobachten, folgt gebannt dem Treiben eines Mörders auf der Leinwand, der in einem Kinosaal Augen sammelt. Genau wie wir. Sind wir vielleicht auch nur Figuren in einem Film? Sieht uns ebenfalls ein anderes Publikum zu? Und was war das da hinter uns gerade für ein merkwürdiges Geräusch?

augenblick3„Im Augenblick der Angst ist, was es im Horror-Genre viel zu selten gibt: Eine originelle, einzigartige Idee, die visuell prächtig umgesetzt ist, ein Horrorfilm, der unverdientermaßen recht obskur ist, ein narrativ brillantes Konstrukt. Kurz: Ein absoluter Mindfuck!“ – Peter Osteried , kino-zeit.de

„(…) der Blick auf das Publikum und damit auch indirekt auf uns selbst sorgt in erster Linie für eine Expansion des Schreckens. Wenn im Film schon kein Verlass mehr auf die Trennung zwischen Leinwand und Zuschauerraum ist, warum sollte es dann bei uns anders sein? Das macht Im Augenblick der Angst schließlich auch zu dem Midnight Movie schlechthin. Denn abgesehen vielleicht von den Ring-Filmen hat es bisher kaum ein Genrebeitrag derart überzeugend geschafft, seinen Zuschauern zu vermitteln, dass sie sich allein durch das Sehen des Films schon in Gefahr bringen.“ – Michael Kienzl, critic.de

im-augenblick-der-angst-10-Im_Au„Nur wenige Regisseure haben das Prinzip des Mise en abyme so konsequent umgesetzt wie Bigas Luna mit ANGUSTIA, einem der überzeugendsten Metafilme überhaupt – und nebenbei eine schöne Huldigung an den Horrorfilm im Speziellen und die Kraft des Kinos im Allgemeinen.“ – Oliver Nöding, Remember it for later

„(…) wohl kaum einer hat es so verstanden, Handlungsstränge der Film-Fiktion und Film-Realität so geschickt miteinander zu verknüpfen, wie hier Bigas Luna. Teilweise geht er dabei fast sogar in eine filmische Dreidimensionalität, wenn sich ein Ereignis quasi in drei Filmebenen gleichzeitig abspielt. Würde man diesen Film dann noch in einem richtigen Kino sehen, dann wäre man selber noch Bestandteil einer zusätzlichen Dimension.“ – Carsten Henkelmann, Sense of View

augenblickIm Augenblick der Angst (OT: Angustia), Spanien 1987. Regie: Bigas Luna. Mit Zelda Rubinstein, Michael Lerner, Talia Paul, Àngel Jové

Nach diesem Film geht die „Weird Xperience“-Reihe in die (leider vom Kino erzwungene) Sommerpause. Wir kehren dann im August an bekanntem Ort und zur üblichen Zeit wieder zurück – und haben ein aktuelles Werk mit einem unserer Lieblinge aus den goldenen 60ern Gepäck. Mehr wird noch nicht verraten… aber den Trailer dafür gibt es am 23. Juni vor „Im Augenblick der Angst“.

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Weird Xperience im Mai: HUMAN CENTIPEDE (FIRST SEQUENCE)

 Am Sonntag den 26. Mai um 18 Uhr zeigen wir diesen vieldiskutierten Horror – / Mad Scientist- Film.

still2Der Titel dieses 2009 entstandenen Horrorfilms führt uns in die richtige Richtung: Es geht um einen menschlichen Tausendfüßler. Aber nicht wie in einem klassischen Tiefhorrorfilm mit einem Mischwesen aus Mensch und Tier wie bei „Die Fliege“. Klassisch ist allenfalls die Rolle des verrückten Wissen- schaftlers zu nennen, der verschiedene Menschen zu einem einzigen Wesen zusammennäht. Ebenso klassisch die Exposition, bei der zwei junge Amerikanerinnen mit dem Auto liegenbleiben, Hilfe suchen und natürlich in das Haus des Wissenschaftlers geraten. Doch alles, was dann kommt, ist auf keinster Weise klassisch zu nennen….

 

Der niederländische Regisseur Tom Six schuf mit seiner ersten internationalen Produktion einen lupenreinen Autorenfilmthe-human-centipede_206249 (Regie, Buch und Produktion lagen in seiner Hand), der sich stilistsich zwischen Arthouse und Trash bewegt. Dass er dazu den deutschen Schauspieler Dieter Laser für die Hauptrolle gewinnen konnte, erweist sich als Glücksfall. Denn dieser hat in beiden Bereichen viel Erfahrung gesammelt, auf der Bühne und im Fernsehen in angesehenen Produktionen, die ihm 1975 den deutschen Filmpreis einbrachten. Aber auch in Genreproduktionen wie in der deutschen 70er TV-Mystery Serie „Das blaue Palais“ oder der Trash-Serie LEXX brillierte er.

 

Alles in allem ist „The Human Centipede“ ein Ergebnis zweier außerordentlich kreativer Köpfe, dessen Ungewöhnlichkeit the-human-centipede-the-first-sequence-7und Obskurität kaum in Worte zu fassen ist. Und so erntete er neben vielen Verrissen auch viele Preise bei verschiedenen Festivals als bester Film, u.a. Sainte Maxime International Horror Film Festival, Fantastic Fest USA, Ravenna Nightmare Film Festival, South African Horror Film Festival.

Moviepilot.de schrieb dazu am 7. Juni 2010: „Was wie alberner Trash klingt, ist ein arthausig anmutendes Gedankenspiel mit einer in der Tat bizarr-ekelhaften Prämisse. Dieter Laser spielt hier vielleicht die Rolle seines Lebens, auf den die anderen Schauspieler nur reagieren müssen. […] Es bleibt ein kranker Film, der mit Exploitation wie Kunstfilm kokettiert und letztlich wohl eher die Freunde des Obskuren als die wagemutigen Party-Horror-Gucker befriedigen wird.“

Wir freuen uns, diesen in Deutschland selten gezeigten Film vorzuführen.

 

NL 2009, Regie & Buch: Tom Six, mit Dieter Laser, Ashley C. Williams, Ashlynn Yennie, Akihiro Kitamura, Andreas Leupold, Peter Blankenstein, 89 Min. OmU

So. 26.05. / 18:00 mit Einführung Marco Koch und Stefan Mibs

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=YJyWCqkPbzs[/youtube]

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Weird Xperience im April: “Das Stundenhotel von St. Pauli”

stundehotel2Am Sonntag, den 28. April um 18:00 Uhr, heißt es im City 46 wieder Vorhang auf für eine neue „Weird Xperience“. Stilecht auf 35mm zeigen wir einen der legendären St.-Pauli-Filme von Krautploitation-Legende Rolf Olsen. „Das Stundenhotel von St. Pauli“ ist nicht nur ein echter Klassiker, sondern bisher auch noch nirgendwo auf DVD veröffentlicht worden.

Während sein Sohn nach eine Studenten-Demo schwerverletzt im Koma liegt, muss der alleinerziehende Vater Kommissar Canisius seinen schwersten Fall lösen. Auf Hamburgs sündiger Meile ist im Stundenhotel „Ostend“ ein Mann mit mehreren Messerstichen ermordet worden. Der Mörder muss sich noch irgendwo im Hotel aufhalten. Bei seinen Ermittlungen sticht Canisius in ein Wespennest aus Mordintrigen, Prostitution und Drogen.
stundenhotel_aZwischen 1967 und 1970 dreht der gebürtige Österreicher Rolf Olsen auf St. Pauli eine ganze Reihe von Krimi- und Gangsterfilmen, die in den letzten Jahren völlig zu Recht als Kult-Klassiker wiederentdeckt wurden. In drei dieser Filme spielt der „normannische Kleiderschrank“ Curd Jürgens die kräftig zupackende Hauptrolle. In „Das Stundenhotel von St. Pauli“ nutzt Olsen das turbulente und zum Teil sehr skurrile Treiben im titelgebenden Etablissement, um die Spießigkeit und Doppelmoral der 60er Jahre aufs Korn zu nehmen. Gleichzeitig inszeniert er aber auch einen schmissigen Krimi, der bis heute zu den Besten seiner Art zählt.

„Mit Sicherheit einer der besten deutschen Kriminalfilme der 70er Jahre und mit einigen Giallo-Anklängen.“ – Terrorverlag

Das Stundenhotel von St. Pauli
Deutschland 1970
Regie: Rolf Olsen
Mit Curd Jürgens, Andrea Rau, Corny Collins, Rudolf Schündler, Michael Maien, Brigitte Mira u.a.

So. 28.4. / 18:00 * mit Einführung Marco Koch und Stefan Mibs
Di. 30.4. / 20:30

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Hamburg: Vom 19.-21.April heißt es wieder “Monster machen mobil”

Eine Veranstaltung, die uns von „Weird Xperience“ sehr am Herzen liegt, findet vom 19. bis 21. April bei den Kollegen in unserer Nachbar-Hansestadt Hamburg statt. Bereits zum vierten Mal heißt es dann im dortigen Kommunalkino, dem Metropolis, „Monster machen mobil

Gezeigt werden einige wunderbare Köstlichkeiten. Und alles natürlich auf wohlmundendem 35mm. Unter dem Spezialitäten befinden solche Delikatessen wie Roger Vadims „… und vor Lust sterben“, der legendäre „Flesh Gordon“ (mit „E“!), Luigi Cozzis „Astaron – Die Brut des Schreckens“, „Frankensteins Kung Fu Monster“, „Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen“ und viele mehr!

Wahre Gourmets sollten sich dieses Menü nicht entgehen lassen!

Hier die Speisekarte: http://www.monstercon.de

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Stefan und ich werden sehen, dass wir mindestens an einen Tag mit dabei sind.

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weird xperience im März: „Inbred“ (2012)

inbred horizonEine Gruppe jugendlicher Delinquenten aus der großen Stadt muß für ein Wochenende Sozialdienst im kleinen Dorf Mortlake, Grafschaft Yorkshire, leisten. Die Bewohner sind natürlich mißtrauisch, und ein kleiner Zwischenfall mit ein paar Inzestkindern des Ortes führt zu einem blutigen, kaum enden wollenden Alptraum.

podge poseGut, Hinterwäldler – Horror boomt immer wieder mal seit den 1980ern durchs Splatterkino, und seitdem Klassiker wie „The Hills have Eyes“ und „Texas Chainsaw Massacre“ von Hollywood wieder aufgelegt wurde, dachte man, es gibt nichts hinzuzufügen. Doch Alex Chandon überträgt dieses Genre in die besonders krisengechüttelte Grafschaft Yorkshire, die uns schon in den David Peace Romanen suspekt vorkam. Und es entsteht wirklich etwas irrwitzig Neues: voller schwarzem britischen Humor, politischen Kommentaren und viel Gore filmte Alex Chandon, bereits gefeiert in der Punk- und Amateurszene, seinen ersten hoch budgetierten Film, der laut horror-movies.ca beste Horrorfilm des Jahres 2012 ist. Und die Yorkshire Post schrieb: „This Movie proves that classic British horror is alive and twitching.“

Nach vielen erfolgreichen Aufführungen auf diversen Festivals freuen wir uns nun, ihn hier zeigen zu können.

GB2012, Regie: Alex Chandon, mit Jo Hartley, James Doherty, James Burrows, Seamus O’Neill, Terry Haywood, Nadine Rose Mulkellin, Neil Leiper, Chris Waller 90 Min.; in Kooperation mit Weird Xperience | www.weird-xperience.de

 

Sam (Nadine Rose Mulkerrin) webSo. 24.03. / 18:00 *mit Einführung von (diesmal leider nur) Stefan Mibs

und nicht am Donnerstag worher, wie sonst, sondern am Montag danach den 25.03. um 20:30Uhr

Quellen und weitere Infos:

http://www.horror-movies.ca/2012/12/the-good-bad-and-average-horror-films-of-2012/

http://www.yorkshirepost.co.uk/lifestyle/the-arts/cinema/review-inbred-18-1-4947722

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=3lvUCAHRa6I[/youtube]

PS: Yorkshire scheint gerade die englischen Filmemacher zu inspirieren, seht euch mal die Srienkiller-Paar-Variante „Sightseers“ an, viel Spaß!

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Weird Xperience im Februar: “Der Killer von Wien”

L-Etrange-vice-de-madame-WardhDie unglücklich verheiratete Julie Wardh macht eine schwere Zeit durch: Sie wird nach einer Affäre erpresst und ihr sadistischer Ex-Liebhaber stellt ihr noch immer nach. Gleichzeitig geht in Wien geht ein unheimlicher Mörder um, der junge Frauen mit dem Rasiermesser tötet. Dieser scheint es auch auf Julie abgesehen zu haben.

Wir sind stolz darauf, diesen großartigen Giallo mit der wunderschönen Edwige Fenech auf 35mm präsentieren zu können. Der Film, der auch unter den Titeln „The Strange Vice of Mrs. Wardh“, „Next!“ oder „Blade of the Ripper“ bekannt ist, ist einer unserer Lieblings-Giallos und in Edwige sind wir sowieso hoffnungslos verliebt.

Lo strano vizio della Signora Wardh“ war der erste Film eines fünfteiligen Giallo-Zyklus, den Regisseur Sergio Martino von 1971 – 1973 hintereinander weg drehte. Damit etablierte sich Martino als einer der Großmeister des italienischen Thrillers. Insbesondere mit dem mörderisch spannenden Finale seines „Der Killer von Wien“ gelang es ihm, sich in den Köpfen und Herzen der Fans zu verankern.

Neben der göttlichen Edwige agieren in diesem erotischen Kult-Thrillers weitere Stars des Genres, wie George Hilton und Ivan Rassimov. Ungewöhnlicherweise spielt der Film nicht im sonnendurchfluteten Italien, sondern in Wien, dessen morbide Seite hier perfekt eingefangen wird.

Zum Erfolg des Filmes trägt auch der grandiosen Soundtracks von Nora Orlandi bei, von dem später von Quentin Tarantino Teile in seinem „Kill Bill 2“ verwendet wurden

Der Film läuft in einer 35mm Kopie im City 46 am Donnerstag, den 21. Februar um 20:30 Uhr und dann am Sonntag, den 24. Februar um 18:00 Uhr. Dann wieder mit einer Einführung in den Film von Stefan und mir. Wir freuen uns schon sehr auf den Film… und natürlich auch auf Euch!

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MONDOMANILA

Frohes Neues Jahr, und das neue Jahr bringt auch Neues bei weird xperience, und zwar neue Spielzeiten, jetzt immer am vierten Sonntag um18:00 Uhr, und den Donnerstag davor um 20:30 Uhr.
Diesen Monat freuen wir uns am 27. auf eine Bremer Premiere aus den Philippinen, „MONDOMANILA“ von Khavn.

tumblr_m7449zUnWM1r159loo1_1280Wir tauchen tief ein in die Kleingangsterszene von den Slums Manilas. Wir folgen Tony de Guzman durch sein Viertel voll Sex, Drogen und Punkrock. Bevölkert mit Ausgestossenen und Freaks, die hier ihren Lebenswillen feiern. Dies ist nichts für Zartbesaitete, die meinen, dem Elend in der Dritten Welt könne man nur mit wohlmeinenden Sozialdramen begegnen.

MONDOMANILA M_Baby JesusDer philippinische Musiker und Filmemacher Khavn de la Cruz (38 Jahre, 33 Langfilme, mehr als 100 Kurzfilme) stürzt sich kopfüber ins Getümmel der Slums seiner Heimatstadt Manila und zeigt uns in Anlehnung der italienischen Mondo-Filme der 60er und 70er in bizarren Episoden das Leben eines einarmigen Rappers, eines zwanghaften Mastubierer, eines pädophilen Nazis und anderer in schockierenden Begegnungen.
Ricky S. Torre von den GMA News schrieb:“ Schrille, gewollt anstößige Bilder… Ein Rock ’n‘ Roll Filmemacher mit dem Gespür eines Buñuel.“ Und Julien Fonfrede vom Montreal Film Fest sagte:“ Eine wirkliche Entdeckung, der philippinische Lars von Trier.“

Die Credits:MONDOMANILA_7
PH 2012, Regie: Khavn, mit Timothy Mabalot, Marife Necesito, Palito, Whitney Tyson, Alex Tiglao, Stefan Punongbayan, Jonathan Reyes, Tony Hunt 75 Min.; in Kooperation mit Weird Xperience | www.weird-xperience.de
Do. 24.01. / 20:30 // So. 27.01. / 18:00 *mit Einführung

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=ZyXMI_qwe8Y[/youtube]

 

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