Weird Xperience im Dezember: “Parasiten-Mörder”

Zum Abschluss des Jahres gibt es am Freitag, den 28.12. – letztmalig auf dem alten Programmplatz um 22:30 Uhr – noch einmal einen echten Klassiker des Horrorfilms. David Cronenbergs Erstling „Parasiten-Mörder“ (aka „Shivers“/“They Came From Within“)! Selbstverständlich auf gutem, alten 35mm Film.

In einem hochmodernen Hochhauskomplex experimentiert ein Wissenschaftler Parasiten, die defekte Organe ersetzen und so Transplantationen überflüssig machen soll. Doch das Experiment gerät außer Kontrolle: Die todbringenden Parasiten steigern den Sexualtrieb ihrer Wirte, um schneller Kontakt zu neuen Wirten zu bekommen. Der Arzt Roger St Luc und die Krankenschwester Forsythe versuchen verzweifelt die rasante Ausbreitung der Parasiten zu verhindern….

Dieser erste Spielfilm des heute hoch angesehen und vielfach ausgezeichneten – u.a. der Douglas-Sirk-Preis des Hamburger Filmfestes 2007 – Regisseurs David Cronenberg („ A Dangerous Method“, „Cosmopolis“) war 1975 der bis dato kommerziell erfolgreichste kanadische Film aller Zeiten und schuf ein ganz eigenes Genre, den sogenannten „Body Horror“. Selber inspiriert von George R. Romeroes Klassiker „Die Nacht der lebenden Toten“, wurde er schnell zur Blaupause unzähliger Plagiate, die dem Original aber nie das Wasser reichen konnten. Für eine kleine, aber prägnante Rolle, konnte Cronenberg damals sogar die Horror-Ikone Barbara Steele gewinnen. Obwohl zur Zeit seiner Entstehung kontrovers aufgenommen, ist er heute als absoluter Klassiker des modernen Horrorfilms bei Kritik und Publikum gleichermaßen rehabilitiert.

I went to see „They Came from Within“ with fairly low expectations (…), but after a few minutes I began to suspect I’d stumbled across a winner. The movie’s first half hour is a skillful and scary demonstration of how you can create a mounting sense of horror even in a very low-budget film. (…) It scares and shocks us because it’s so cleverly made; the writer-director, David Cronenberg, uses invention and imagination to replace expensive shock effects. (…) – Roger Ebert

„Suggestiver Horrorfilm mit teilweise recht extremen Ekel-Szenen.“ – Lexikon des Internationalen Films

Darsteller: Paul Hampton, Lynn Lowry, Joe Silver, Alan Migicovsky, Barbara Steele

Nächstes Jahr geht „Weird Xperience“ weiter! Dann jeden vierten Sonntag im Monat um 18:00 Uhr im City 46!

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=eT5eToLU4hU[/youtube]

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Weird Xperience ab 2013 auf neuem „Sendeplatz“!

So, jetzt ist es offiziell.

Das Bremer Kommunalkino City 46 wird ab Januar 2013 die regelmäßige 22:30-Uhr-Schiene Freitag/Samstag abschaffen.

Was ich gut verstehen kann, denn der Bremer scheint sich entweder nach Sonnenuntergang nicht mehr vor die Tür zu wagen oder hat um die Zeit etwas anderes vor, als ins Kino zu gehen.

Die Zuschauerzahlen für das Spätprogramm waren wohl ziemlich erbärmlich – tatsächlich scheint da nur „Weird Xperience“ den Schnitt ab und zu hochgezogen zu haben.

Aber auch wir hatten – gerade die letzten drei Monaten – am besser besuchten Freitag nur um die 10-12  Zuschauer und bei „Schamlos“ musste die Samstags-Vorstellung sogar ausfallen, weil gar keiner kam.

Daher wird es den „Weird Xperience“-Termin jeden vierten Freitag im Monat um 22:30 Uhr zukünftig nicht mehr geben. Es ist uns aber gelungen, einen neuen „Sendeplatz“ zu bekommen.

Ab Januar 2013 gibt es unsere „Weird Xperience“ jeden vierten Sonntag im Monat um 18:00 Uhr.

Hat aber auch den Vorteil, dass Leute von außerhalb jetzt die Chance haben zu kommen, und zu einer zivilen Zeit wieder Zuhause sein zu können. Bisher musste man sich da ja die Nacht um die Ohren schlagen bis Samstagmorgen der erste Zug wieder fährt.

Was haltet Ihr von der neuen Zeit? Und gibt es von Eurer Seite Anregungen, Verbesserungsvorschläge, Wünsche usw. für 2013? Das Programm steht zwar soweit schon, aber es noch ist es nicht endgültig in Stein gemeißelt.  Von daher freuen wir über euer Feedback.

„Parasiten-Mörder“ im Dezember läuft aber noch auf dem angestammten Platz: Freitag, 28. Dezember um 22:30 Uhr.

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Phantastival Bremen – Donnerstag geht’s los!

Kleines Cross-Posting. Hier der Text, den ich schon auf „Filmforum Bremen“ gepostet hatte.  Ich denke in dem Phantastival-Programm wird für die Freunde unserer „Weird Xperience“-Reihe noch das ein oder andere Schmankerl dabei sein. Z.b. die beiden Giallo-inspirierten „Masks“ und „Berberian Sound Studio“ (dt. Kino-Premiere!), Buddy Giovinazzos „A Night of Nightmares“ oder die Lovecraft-Verfilmung „The Whisperer in Darkness“. Ein Highlight ist natürlich die Vorführung von „Zombies From Outer Space“ in Anwesenheit der Crew. Gerade da hoffen wir natürlich, möglichst viele von Euch zu sehen.

Also, hier der vollständige Überblick:

Am Donnerstag, den 22. November, um 18:00 Uhr, geht es los mit „Masks“ (Deutschland, 2011, R: Andreas Marschall). Ein Giallo aus deutschen Landen? Aus dem letzten Jahr? Geht das? Und ob das geht! Andreas Marschall macht in seinem zweiten Langfilm die Balletschule aus „Suspiria“ kurzerhand zur Schauspielschule und der Spaß kann beginnen. Unterstützt von einer gelungenen Kameraarbeit, einem flotten Soundtrack und seiner attraktiven Hauptdarstellerin Susen Ermich wird dem Genre des italienischen Thrillers eine würdige Hommage erwiesen.

A Night of Nightmares” (USA 2012, R: Buddy Giovinazzo, OF) erleben am Donnerstag, um 20:30 Uhr, ein Magazinherausgeber und seine Entdeckung Ginger, als sie ein Videointerview in einem Haus in den Bergen machen. Regisseur Giovinazzo (“Combat Shock“) spielt dabei kräftig mit den Erwartungen der Zuschauer.

In der H.P. Lovecraft-Verfilmung »The Whisperer in Darkness« (USA 2011, R: Sean Branney, OF) werden am Freitag, um 18:00 Uhr die legendären Universal-Horrorfilme der 30er Jahre wieder zum Leben erweckt. Im Grenzbereich von Horror und Science Fiction, untersucht Professor Albert Wilmarth Legenden von seltsamen Kreaturen in den abgelegenen Bergen von Vermont.

Die Crew von „Zombies from Outer Space“ (D 2011, R: Martin Faltermeier, 95 Min.) wird am Freitag, den 23.11. um 20:30 zu Gast sein. In ihrem bajuwarischen Horror-Heimatfilm verbreiten grausige Funde toter Frauen Angst und Schrecken bei den bayrischen Dörflern. Nachdem ein Außerirdischer in einem Kornkreis gefunden wurde, beginnt der Aufstieg der Untoten, um die Menschheit zu vernichten.

„Weird Xperience“ ist am Freitag zur gewohnten Zeit um 22:30 Uhr mit dem bizarr-absurden Japan-Schocker »Vampire Girl vs Frankenstein Girl« vertreten und am Samstag erzählen, ebenfalls um 22:30 Uhr, 10 Kurzfilme »Dark Tales«.

Ein weiteres Highlight ist am Samstag, um 16:00 Uhr, der Vortrag des Medienwissenschaftler Florian Krautkrämer von der HBK Braunschweig, über die Theorie und Geschichte des Zombiefilms.

Goodbye Lenin!“-Star Daniel Brühl spielt am Samstag, um 18:00 Uhr, in dem spanischen retrofuturistischen Indie-Sci-Fi-Film »Eva« (Sp 2011, R: Kike Maíllo, OmengU) den Kybernetiker Alex, der im Jahr 2041 ein künstliches Geschöpf erschaffen will. Ein Experiment, das langsam, aber sicher, völlig außer Kontrolle gerät.

Stummfilm mit Live-Musik wird am Samstag, um 20:30 Uhr, präsentiert, wenn Ezzat Nashashibi und sein Gast Marc Pira den sowjetischen SF-Klassiker “Aelita – Der Flug zum Mars” von 1924 (Regie: Jakow Protasanow) neu vertonen. Nach dem Roman von Alexej Tolstoj fliegen drei sowjetische Bürger zum Mars, stürzen dort das totalitäre Regime und gründen auf dem fernen Planeten eine neue Sowjetrepublik. Dabei verliebt sich der Ingenieur Losj in die Königstochter Aelita.

Drei japanische Filmen werden zum Abschluss des Phantastivals am Sonntag gezeigt: Um 18:30 Uhr “Symbol” (Jap 2009, R: Hitoshi Matsumoto, OmU) ist eine bizarre Komödie, in der ein Mann in einem schneeweißen Raum aufwacht und in dem kleine Engelpenise eine große Rolle spielen.

Für die Animee-Fans gibt es um 20:30 Uhr das Double-Feature “Planzet” (Jap 2010, R: Jun Awazu, OmengU), über die erste Marsstation im Jahr 2030, sowie der klassische Animationsfilm “The Asylum Session” (Jap 2009, R: Takuto Aoki, OmengU).

Zum krönenden Abschluss können wir am Sonntag, um 18:15 Uhr, in einer Sondervorstellung als Deutschland-Premiere den brandneuen, direkt von der Viennale importierten, britische Neo-Giallo „Berberian Sound Studio“ von Peter Strickland zeigen. Darüber freuen wir uns natürlich ganz besonders. Im Jahre 1976 ist Gilderoy ein begnadeter und gefragter Tontechniker für Filmproduktionen. Er wird engagiert, wenn Regisseure für ihre Filme den perfekten Sound und die passenden Geräusche haben wollen. Deshalb bekommt er auch den Auftrag, für den italienischen Horror-Film-Meister Santini seinen neusten Film zu vertonen. Eine Aufgabe, die ihn an den Rand seines Verstandes bringt.

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Weird Xperience im November: „Vampire Girl Vs. Frankenstein Girl“ auf dem Phantastival Bremen

Aufgrund des vom 22. bis 25. November stattfindenden Phantastivals (an dem Stefan und ich auch mitarbeiten), haben wir den ursprünglich für diesen Monat vorgesehenen „Parasitenmörder“ von David Cronenberg kurzfristig auf den Dezember verschoben.

Stattdessen zeigen wir im Rahmen des Phantastivals die japanische Splatter-Trash-Groteske „Vampire Girl Vs. Frankenstein Girl„.

Die neue Schülerin Monami verliebt sich in den Highschool-Studenten Mizushima. Als eine Vampirin weiß sie, wie sie Mizushima mit Hilfe einer selbstgemachte Blut-Praline gefügig machen kann. Damit erregt sie den Zorn der zickigen Highschool-Königin Keiko. Als Keiko bei einem Unfall stirbt, wird sie von ihrem Vater in bester Frankenstein-Tradition wieder zum Leben erweckt. Damit verwandelt sich die Highschool in eine Kampfarena zwischen dem Vampire Girl und Frankenstein Girl. Der Preis der Siegerin ist Mizushima.

Die wildesten und bizarrsten Splatterfilme kommen schon seit Jahren aus Japan. »Vampire Girl Vs. Frankstein Girl« bestätigt dies auf aberwitzige Weise. Die derbe Manga-Verfilmung der Macher von »Tokyo Gore Police« ist ein einziges Feuerwerk an geschmacklosen Witzen und Kunstblutfontänen.

Originaltitel: Kyûketsu Shôjo tai Shôjo Furanken
Japan 2009
Regie: Yoshihiro Nishimura / Naoyuki Tomomatsu

Der Film läuft am Freitag, den 23. November zur gewohnten Zeit um 22:30 Uhr im City 46.

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weird xperience im Oktober: GUITAR MEN (2007) mit Vorfilm

… the darkest secret of Rock ’n‘ Roll!

am Freitag, den 26.10. um 22:30 mit Einführungen und Besuch!

am Samtag, den 27.10. auch um 22:30.

wie immer im City 46, Bremen!


Deutschland 1945, der Krieg ist fast vorüber. Nazi-Wissenschaftler verstecken die Pläne der ultimativen Waffe in einer Gitarre. Vierzehn Jahre später kauft einer junger GI namens Elvis Presley diese auf dem Flohmarkt. Im Laufe der Zeit wissen immer mehr obskure Organisationen von dem dunkelsten Geheimnis des Rock and Rolls und sind hinter diesem her.
Eine schmutzige Perle aktueller deutscher Filmkunst. Film- und Fernsehprofis Thomas Wind, Michael Redolfi und Werner Bednarz drehten eine Hommage an die sleazigen 60/70er Crime-Movies, und gleichzeitig eine Liebeserklärung an ihre Heimatstadt Berlin. Hier ist alles drin, was der trashige Film braucht: Naziwissenschaftler, Ninjas, Frauen in Leder und Elvis-Imitatoren. So entwickelt sich um einen McGuffin eine rasante Geschichte durch sechs Jahrzehnte.
Lassen wir Thomas Wind selbst zu Wort kommen:

„Ich habe als Kind, in den frühen siebziger Jahren zu viel Fernsehen geschaut; wenn der Fernseher ausblieb, ging ich mit dem Großvater ins Kino.“

Zitiert nach dem Berliner Tagesspiegel, der den Film den „ultimativen Verschwörungsfilm nennt.“ Und die Kollegen vom Terrorverlag:

„Die Intention der Macher war eine Hommage an die Exploitation- und Grindhousefilme der 60er- bis 80er-Jahre, was ihnen auch geglückt ist. Regisseure wie Roger Corman („Bloody Mama“, „Die wilden Engel“…) oder Ted V. Mikels („Das Kommando der Frauen“, „Die Leichenmühle“…) und andere B- und C-Movie-Veteranen standen sichtbar Pate für diesen Streifen.“

Davor freuen wir uns auf den Besuch von Paul Drogla, der uns seinen Kurzfilm „Die Metamorphosen des Vampirs“ mitgebracht hat, einen animierter Arthouse-Horrorfilm. Wir freuen uns sehr auf seinen Besuch!

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=RHPHTkO-UwE[/youtube]

Schaut euch auch auf der wunderschönen Seite http://www.guitarmen-themovie.com/ den Teaser an!

 

 

PS: Noch mal ein Hinweis auf die Doppel-Vorstellung der Riffs 1 + 2 am Samstag mit den Freunden vom Deliria Italiano! (siehe auch ein Blogeintrag weiter unten) Was ein Wochenende!!!!

 

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Weird Xperience Spezial: DELIRIA ÖVER BREMEN

Am 27. Oktober wird es, zusammen mit dem “Deliria-Italiano.de”-Forum, eine “Weird Xperience”-Sondervorstellung geben!

 

Deliria-Italiano.de & Weird Xperience präsentieren:

DELIRIA ÖVER BREMEN

Liebe Interessierte,

die heißesten Riffs spielt das Leben! Endlich konnten wir Trash und seine Gang zu einer Stippvisite anlässlich unseres Forentreffens gewinnen, und das gleich im Endzeit-Action-Doppelpack des italienischen Genrespezialisten Enzo G. Castellari – live, in Farbe und 2D!

Am 27.10.2012 findet in der Hansestadt Bremen das dritte offizielle Forentreffen von deliria-italiano.de statt:

– DELIRIA ÖVER BREMEN –

Erneut nicht fehlen wird natürlich unser mittlerweile inoffizielles Forenmaskottchen George Eastman, mit dem es im ersten Film ein Wiedersehen gibt. Also sattelt eure Totenkopfmofas und erscheint zahlreich, pünktlich und am besten selber oder doch gleich persönlich.

Das Forentreffen ist natürlich öffentlich und ein Jeder ist gern gesehener Gast.

Die deliria-italiano-Crew freut sich auf euch.

Das Double-Feature wird selbstverständlich auf 35mm und mit kleinem Rahmenprogramm gezeigt.
Das Ganze startet am 27.10. um 13:30 Uhr im City 46, und wir freuen uns über jeden Gast.

Gezeigt werden:

The Riffs – Die Gewalt sind wir! (Italien 1982)

The Riffs – Flucht aus der Bronx (Italien 1983)

Regie bei beiden Teilen führt Action-Spezialist und Kult-Regisseur Enzo G. Castellari.

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Weird Xperience im September: “Schamlos”

Die Sommerpause ist vorbei und damit rückt die Anfangszeit für „Weird Xperience“ wieder auf 22:30 Uhr vor. Da wir diesmal ziemlich wenig bis gar keine Werbeunterstützung haben, sagt es bitte weiter: Am 28. September um 22:30 Uhr zeigen wir im Kommunalkino Bremen, dem „City 46“ den Austro-Exploitation-Klassiker „Schamlos“ von 1968. Über ein zahlreiches Erscheinen würden wir uns natürlich wieder sehr freuen. Am Freitag gibt es  – wie gewohnt – eine Einführung in den Film.

Der blutjunge Udo Kier spielt in seiner ersten Filmrolle den 20-jährigen Alexander Pohlmann, der mit seinen Jungs die Nachtleben einer Großstadt kontrolliert. Schutzgelderpressung, Prostitution und Auftragsmorde gehören zu den Hauptgeschäftsfeldern der jungen Bande. Eines Tages fällt Pohlmann die junge Arabella (Marina Paal) auf, die als Stripperin arbeitet. Obwohl sie sich in Alexander verliebt, verkauft sie an den Gangsterboss Kowalski (Rolf Eden). Wenig später wird Arabella tot aufgefunden und Alexander gerät immer tiefer in die Welt von Intrigen, Mord und Rache.

Exploitation made in Austria! Mit nur zwei Filmen schuf der Österreicher Eddy Saller, der „Virtuose des deutschsprachigen Schundfilms“ (Der Standard),  in den späten 60ern ein ganz eigenes Genre. Er gab dem jungen, unerfahrenen Udo Kier gleich eine Hauptrolle, ließ den legendären Club-Besitzer und Playboy Rolf Eden als skrupellosen Gangster auf die Menschheit los und ließ den berühmt-berüchtigte Wiener Aktionskünstlers Otto Mühl in seinem Film auftreten. „Eine skurrile Exkursion in die fremde, seltsame Welt des österreichischen Russ Meyer.“ (AZ, 1991)

Schamlos steht im Übergang vom Aufklärungsfilm der Nachkriegsjahre zum Sexfilm, zwischen den Teen-Crime-Movies der 1950er/1960er- Jahre und der Erotikwelle der 1970er- Jahre, die sukzessive über die Kinoleinwände hereinbrach. Sallers eigenwillige, in Schwarzweiß gedrehte, filmische Kolportage besetzt also einen Raum dazwischen, der rückblickend hier zu Lande Seltenheitswert genießt.

Dietmar Schwärzler ,“Der Standard

Schamlos deckt die ganze Bandbreite der in den Sechzigern als provokant empfundenen Themen ab – halbstarke und kriminelle Jugendliche, sexuell offenherzige Studentinnen, Drogenmißbrauch, homosexuelle Schauspieler und zwielichtige Etablissements in denen freizügige Mädels zu Beatmusik tanzen. Aus diesen Zutaten mixt Saller einen sehr unterhaltsamen, sich im Grunde nie zu ernst nehmenden Zeitgeistfilm.

Gerd Naumann, „Schnitt

Den jungen Mann ohne Zukunft spielt ein damals noch unbekannter Udo Kier, der mit seiner Mischung aus Mick-Jagger-hafter Attraktivität und Kinskischer Intensität die eigentliche Sensation des Films ist.

Hans Langsteiner, „Evolver.at

 

 

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WEIRD XPERIENCE IM AUGUST: RUBBER (2010)

…am Freitag, den 24.8. und am Samstag, den 25.8. wie immer im City 46 Bremen, aber schon um 21:30!!
  Ein Reifen names Robert macht sich selbstständig und fängt an kleine Tiere umzubringen, erst durch Überrollen und später sogar telekinetisch. Spätestens als er sein Treiben auf die Highway und in einem Motel weiterführt und auch Menschen bedroht, muß ein Sheriff versuchen, einzugreifen. Dies alles wird in einer Art Show präsentiert, bei der sich auch die Zuschauer nicht sicher sein können, in wieweit sie Teil ebendieser sind.

 

 

 

 

 

Quentin Dupieux (besser bekannt als Mr. Oizo) produzierte hier mit den Mitteln des Trash einen Arthouse-Serienkiller-Film in bester Autorenkino-Tradition, da er neben Regie auch Kamera, Drehbuch, Schnitt und Musik übernahm.

Oder, mit den Worten Martin Gobins von www.f-lm.de: „ „Rubber“ begnügt sich jedoch nicht mit dem satirischen Konzept eines Killerreifens, sondern entwickelt sich nebenbei noch zum Meta-Film, der die Rolle des Kinopublikums ironisch dekonstruiert.“ (http://www.f-lm.de/2011/06/08/den-zuschauern-beim-zuschauen-zuschauen/)Der Film begeisterte bereits das Publikum auf dem Fantasy Filmfest, in Sitges und in Cannes 2010.
Groß Britannien / Frankreich 2010, Regie, Drehbuch, Musik, Schnitt: Quentin Dupieux, Schauspieler: Stephen Spinella, Roxane Mesquida, Wings Hauser

 

 

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=6G5pyFhmAqE[/youtube]

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Neuer Trailer online!

Pünktlich zur zweiten Hälfte unserer diesjährigen „Weird Xperience“-Reihe, gibt es einen neuen Trailer.
Seine „Weltpremiere“ feierte er letzten Freitag vor der „Ich – ein Groupie“-Vorstellung.

Viel Spaß!

[youtube width=“640″ height=“344″]http://www.youtube.com/watch?v=Gc63jpiAvBI[/youtube]

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Weird Xperience im Juli: “Ich – ein Groupie”

Am 27. Juli geht die „Weird Xperience“ in die nächste Runde. Diesmal gibt es wieder einen Klassiker des Bahnhofskinos auf 35mm.

Achtung: Aufgrund des abgespeckten Sommerprogramms im City 46, fängt die Sause diesmal schon eine Stunde eher, also um 21:30 Uhr, an.

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Zwei junge Mädchen nehmen in London an einem Open Air Konzert teil. Eine von ihnen, Vicky, verliebt sich dabei in den Sänger einer Rockband. Nach einer Nacht voller Sex und Hasch bleibt sie aber am nächsten Morgen alleine zurück. Im Glauben, dass ihre Gefühle erwidert werden, folgt sie der Band durch Europa. Doch diese Reise führt sie geradewegs in eine Hölle aus Drogen und Gewalt.

Kaum ein Film erfüllt das Versprechen Sex, Drugs & Rock’n’Roll so umfassend, wie dieser Schweizer Bergdiamant. Wir schreiben das Jahr 1970. In den USA hat der Erfolg von „Easy Rider“ gerade zu einer Welle Rocker-Filmen geführt. Einen davon, „Naked Angels“, hat der Schweizer Produzent Erwin C. Dietrich eingekauft und plant ihn im deutschsprachigen Europa unter dem Titel „Nackt auf hartem Sattel“ in die Kinos zu bringen. Aber seine Träume sind sogar noch viel größer. Dietrich hat gerade mit Titeln wie „Seitenstraßen der Prostitution“ oder „Die Nichten der Frau Oberst“ erste große Erfolge vor allem in Deutschland gefeiert. Ferner kauft er US-amerikanische Filme auf, die er mit neuen Sex-Szenen versieht und hierzulande erfolgreich in die Kinos bringt. Jetzt will er den ganz großen internationalen Erfolg. Sein Vorbild ist schon lange der US-amerikanische König des B-Films, Roger Corman. Daher soll sein neuer Film mit dem Titel „Ich – ein Groupie“ mit dem berühmten Amerikaner co-produziert werden und Dietrich den Einstieg in den amerikanischen Markt ermöglichen. Roger Corman schickt eins seiner besten Pferde im Stall in die Schweiz: Kult-Regisseur Jack Hill, der spätere Entdecker von Pam Grier. Aber in der Schweiz geht alles schief. Über das, was genau vorfällt, gibt es unterschiedliche Ansichten. Hill behauptet, Dietrich und seine Leute hätten sich nicht an Abmachungen gehalten. Dietrich sagt, Hill hätte, statt zügig zu filmen, eine Woche lang immer wieder dieselbe Einstellung drehen lassen und sich dabei mit Drogen zugeschüttet. So oder so… der Corman-Deal ist geplatzt.

Was tun? Wie üblich hatte Dietrich „Ich – ein Groupie“ bereits unter vollmundigen Versprechungen verkauft, ohne dass auch nur ein Meter gedreht war. Kurzerhand übernimmt er zusammen mit seinem Partner und Kameramann Peter Baumgartner das Ruder.  Ein neues Drehbuch wird geschrieben, und um das Ganze noch ordentlich zu würzen, werden echte Hell Angels aus deren Schweizer Chapter engagiert. Ärger bleibt nicht aus. Mehr als einmal erscheint die Polizei vor Ort, Drehgenehmigungen werden nicht erteilt und ein Großteil des Filmes muss daraufhin illegal im Guerilla-Stil gedreht werden. Trotzdem kann der Film beendet werden und wird für Dietrich ein großer Erfolg. So erfolgreich, dass er ihn zehn Jahre später unter dem neuen Titel „Das Mädchen mit dem Einweg-Ticket“ noch einmal in die Kinos bringt.

„Ich – ein Groupie“ ist ein wilder Ritt durch die Zeit der Hippies und der sexuellen Revolution. Dabei zeigt der Film aber keinen „Summer Of Love“, wie in Woodstock, sondern die große Desillusion nach Altamont. „Ich – ein Groupie“ ist eine aufregende Mischung aus Sex und Rockern, Musik und Drogen. Garniert mit Auftritten echter Hells Angels und der legendären Krautrocker „Birth Control“. Mittendrin eine blutjunge Ingrid Steeger, auf dem Weg zu der deutschen Sex-Ikone der 70er Jahre. Und das delirende Finale dieses Filmes ging die Filmgeschichte ein. Zumindest in die Filmgeschichte, welche in den Bahnhofskinos geschrieben wurde.

Neben Ingrid Steeger ist auch der Edel-Playboy Rolf Eden, Besitzer des sagenumwobenen „Big Eden“-Nachtclubs in Berlin, zu sehen.

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