Weird Xperience im November: GANDAHAR (F 1987, OmU)

Am 10. November haben wir um 20:00 Uhr wieder einen besonderen Schatz im Cinema Ostertor. War wir im Oktober noch in den zeitgenössischen USA unterwegs, verschlägt es uns nun in eine weit entfernte Zukunft ins Reich Gandahar. Der französische Kultregisseur René Laloux brachte seinen dritten (und leider letzten) futuristischen Animationsfilm 1987 in die Kinos. Wobei GANDAHAR in Deutschland bislang nie veröffentlicht wurde und dementsprechend auch nicht auf der großen Leinwand lief. Dies ändern wir! Denn der kleine Mannheimer Filmverleih Drop-Out Cinema, Spezialist für ungewöhnliche Filme, ermöglicht einen bundesweiten Kinostart.

Lange herrschten Frieden und Harmonie im hoch technologisierten Gandahar. Die perfekte Utopie. Doch die Idylle gerät in Gefahr, als eine bösartige Macht auf den Plan tritt und umherziehende Wesen die Bewohner in Steine verwandelt. Der Rat der Frauen hat Sylvain auserkoren, den Invasoren entgegenzutreten. Hilfe erhalten er und seine Begleiterin Airelle auf ihrer Mission von den ebenso bedrohten Transformierten, die das Ergebnis eines missglückten Genexperiments sind. Bald schon wird klar, dass hinter allem der Metamorph steckt, ein riesiges Gehirn, das ebenso ein ungewünschtes Resultat der Gandahar’schen Forschung ist. Eintausend Jahre später tritt Sylvain ihm zum Endkampf entgegen.

GANDAHAR, steht Laloux ersten beiden Filmen in nichts nach. Der grandiose DER WILDE PLANET und HERRSCHER DER ZEIT werden bereits seit Jahrzehnten kultisch verehrt. Und auch GANDAHAR ist politisch und setzt Denkanstöße, doch vor allem ist er noch skurriler, schriller, schräger. Und in die vom legendären Comiczeichner Caza erschaffenen Welten mengen sich diesmal auch Sexualität und Gewalt… Ein Must-See für jeden (volljährigen) Fan des surrealen Sci-Fi-Zeichentricks.

„René Laloux zählt zu den außergewöhnlichsten Künstlern des Animationsfilm-Kinos. Dass der Franzose alleine schon deshalb einen Platz im Genre-Olymp verdient hat, steht außer Frage. In unsere Liste der besten Animationsfilme aller Zeiten (auf Platz 19) schaffte es aber nicht irgendeine seiner Arbeiten, sondern „Gandahar“. Sein bis heute wohl mit großem Abstand faszinierendstes Werk – das inhaltlich an „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ erinnern mag, als Sci-Fi-Märchen letztlich aber nicht den militaristischen, sondern spirituell-mystischen Weg geht. Und so bis heute einzigartig ist.“ – Daniel Fabian, Filmstarts.de

„GANDAHAR fächert etwas auf, was im Science-Fiction-Kino der letzten Jahrzehnte selten geworden ist: Eine ganz andere Welt von Übermorgen. Keine nur weitergedachte, sondern eine futuristische Welt, die verschieden ist von der unseren, wie ein wilder Mix aus Métal-Hurlant-Kosmen (das Design stammt von Comiczeichner Caza), durchzogen vom Geiste Salvador Dalis, fremdartig, voller bizarrer Kreaturen wie Spiegelvögel und detailfreudig gestalteter, surrealer Schauplätze. Und es macht ausgesprochen viel Spaß mit Protagonist Syl durch die grandios gezeichneten Szenarien zu ziehen, das die Technik antik ist, sollte da schnell keine Rolle mehr spielen, die Macht der Fantasie ist im Endeffekt das Ausschlaggebende, man muss sich ihr nur ergeben.“ – Thorsten Hanisch, diezukunft.de

„Und was für Bilder es geworden sind! Ganz so durchgängig fremdartig wie bei dem Debüt von Laloux wird es hier zwar nicht, aber auch der dritte Langfilm hat die eine oder andere Sonderbarkeit in der Schatzkammer. Vor allem das Volk der Deformierten, denen Sylvain unterwegs begegnet, drehen das menschliche Konzept bewusst ins Verkehrte, Bizarre. Die üblichen Körperteile eines Menschen werden hier wahllos miteinander kombiniert, stärker als das kinderfreundliche Herrscher der Zeit richtet sich das unheimliche Gandahar hier und an anderen Stellen wieder an Erwachsene. Sex und Gewalt sind auf dem fernen Planeten kein Fremdwort, das Konzept von Kleidung trifft nicht bei jedem auf Zustimmung.“ – Oliver Armknecht, film-rezensionen.de

Natürlich zeigen wir den Film wieder mit einer Einführung und im Original mit deutschen Untertiteln.

 

 

 

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Weird Xperience im Oktober: NEW LIFE (USA 2023)

Nach dem Klassiker FÜRSTEN DER DUNKELHEIT haben wir am Oktober wieder aktuelles Kino am Start. Wir zeigen den US-Independent-Horror-Thriller NEW LIFE von 2023. Das bereits bei einigen Filmfestivals ausgezeichnete Spielfilm-Debüt von John Rosman läuft bei uns im Cinema Ostertor am Sonntag, den 13. Oktober um 20:00 Uhr. Natürlich wieder mit einer Einführung und im Original mit deutschen Untertiteln.

Jessica Murdock ist auf der Flucht. Nur knapp gelingt es der jungen Frau mit dem blutverschmierten Gesicht, ihren Verfolgern entkommen. Es ist nicht die erste und soll auch nicht die letzte brenzlige Situation für sie gewesen sein. Während sich die junge Frau, gespielt von Hayley Erin, ihren Weg durch das amerikanische Hinterland in Richtung Norden bahnt, engagiert das FBI die erfahrene Spezialagentin Elsa Gray (Sonya Walger), um sie aufzuspüren und dingfest zu machen.

Doch die ehemals beste Vertreterin ihres Fachs hat mit ihren ganz persönlichen Dämonen zu kämpfen: eine unheilbare Krankheit im Anfangsstadium, die sie ihrem Auftraggeber verheimlicht, hindert die Ermittlerin daran, ihren Job weiterhin auf dem von ihr und ihren Kollegen gewohnten Niveau auszuüben. Dennoch begibt sich Gray auf die Suche nach der mysteriösen Mrs Murdock. Zwischen beiden Frauen entwickelt sich ein Katz-und-Maus-Spiel, in dessen Verlauf Gray beginnt, sich die Frage zu stellen, ob sie sich wirklich auf der Seite der Guten befindet. Bis die ersten Toten auftauchen.

Die Hauptrollen spielen Newcomerin Hayley Erin und die u.a. aus „Lost“ bekannte Britin Sonya Walger. Auf der Website Rotten Tomatoes hat „New Life“ ein Scoring von 94 Prozent positiven Kritiken und eine durchschnittlichen Bewertung mit 7,3 von 10 möglichen Punkten. Aber nicht nur dort ruft der Film Begeisterung hervor:

Everything works in turn—the beats that follow are appropriately frightening, morally complicated, and human. As the film’s initial scope of Jessie and Elsa continues to zoom out, we suddenly all know the traumatic horror of “New Life” all too well. And we feel for our hero to a depth that action-thrillers have never known. What a delight, what a discovery. – Roger Ebert.com

„New Life“ ist eine Mischung aus Horror und Thriller. Spannend, dramatisch und mit teils sehr drastischen Szenen erzählt Regisseur John Rosman von der Flucht einer Frau sowie ihrer Jägerin, die ihre ganz eigenen Dämonen zu bekämpfen hat. Insbesondere die Schauspieler und die Erzählstruktur machen „New Life“ zu einem packenden Film. – film-rezensionen.de

(…) Beide machen im Verlauf dieses im Spannungsaufbau sehr ausgefeilten Dramas die Erfahrung, dass der Mensch nicht ohne persönliche Bindungen kann, ihn ebendas aber auch am verwundbarsten macht. Dies ist auf zurückhaltende Weise, aber mit einer bemerkenswerten assoziativen Kraft geschildert, die New Life als eine der durchdachteren filmischen Pandemie-Reflexionen der vergangenen Jahre hervortreten lässt. – Kino-zeit.de

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Cinefest 2024 – Weird Xperience diesmal für nur 5 Euro!

Am Wochenende 7./8.9. findet deutschlandweit das Cinefest 2024 statt.

Kinos in ganz Deutschland bieten dabei vergünstigte Eintrittspreise von nur 5 Euro für alle Filme an.

Und da unser Weird Xperience Termin im September auf eben den 08.09. fällt, heißt das, dass auch „Die Fürsten der Dunkelheit“ diesmal nur 5 Euro Eintritt kosten. Fast wie 1987. 🙂

 

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Weird Xperience im September: DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT (USA 1987, OmU)

Der Sommer ist vorbei und wir beginnen die neue Saison Weird Xperience gleich mit einem Klassiker!

Am Sonntag, den 08. September haben wir im Cinema Ostertor um 20:00 Uhr die große Freude John Carpenters DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT zu zeigen.
Im Original mit deutschen Untertiteln.

Before man walked the earth… it slept for centuries. It is evil. It is real. It is awakening!

Im Keller einer verlassenen Kirche in Los Angeles wird seit vielen Jahren ein unheimliches Geheimnis gehütet. Nach dem Tod eines Priesters, der einer mysteriösen Sekte angehörte, macht ein katholischer Priester eine seltsame Entdeckung: ein Tagebuch und einen Schlüssel, die ihn zu einer geheimen Tür zum Keller führt, wo er äonenalten Behälter mit einer grünen Flüssigkeit entdeckt. Der besorgte Geistliche wendet sich an den Physiker Howard Birack, um das Gefäß zu untersuchen. Unverzüglich stellt der Wissenschaftler ein handverlesenes Team zusammen, um das Rätsel zu lösen. Enthält die Flüssigkeit die Essenz eines mächtigen Anti-Gotts? Als die Flüssigkeit zum Leben erwacht und sich einige der Studenten in Zombies verwandeln stellt sich die Frage: Ist die Welt auf die Ankunft des Fürsten der Finsternis vorbereitet?

Nach seinem ersten Ausflügen in die große, weite Welt der Hollywood Studios, die mit dem riesigen Flop von „Big Trouble in Little China“ endeten, kehrte John Carpenter Ende der 80er zu seinen Wurzeln zurück. Für das kleinere Studio Alive Films drehte er zwei Filme, die heute zu seinen großen Kultfilmen zählen: „Fürsten der Dunkelheit“ und „Sie leben!“. Zwar musste Carpenter hier mit weit weniger Geld (US$ 3 Mio. im Vergleich zu den 25 Mio., die er noch für „Big Trouble in Little China“ zur Verfügung hatte) und einer Drehzeit von nur 30 Tagenzurecht kommen. Dafür ließ er sich die komplette kreative Kontrolle über die Filme zusichern. Wie gewohnt übernahm er neben dem Regiestuhl auch noch im Alleingang das Drehbuch (unter Pseudonym) und zusammen mit seinem langjährigen Kollaborator Alan Howarth die großartige Musik. Herausgekommen ist mit „Fürsten der Dunkelheit“ eine sehr effektive und höchst gruselige Hommage an das Werk der britischen Drehbuchautors Nigel Kneale, bei dem der Kampf gegen ein archaisches Böse, Science-Fiction-Elemente, Quantentheorie und Besessenheitshorror munter und teilweise blutig miteinander verwirbelt werden. Elemente aus vorherigen Carpenter-Filmen wie „Assault – Anschlag bei Nacht“ oder „Halloween“ fanden ebenfalls Eingang in das Drehbuch.

Auf der Besetzungsliste haben wir den großartige Donald Pleasence, Victor Wong, Dennis Dunn und Jameson Parker aus der damals sehr populären Krimiserie „Simon & Simon“, wo er A.J., den hübscheren der beiden Simon-Brüder spielte. In einer kleinen, und sehr unheimlichen Rolle erscheint noch Alice Cooper, der zu dem Film auch den gleichnamigen Song beisteuert.

Die Kritiken beim Erscheinen des Filmes waren eher mittel bis schlecht – doch (wie so oft bei Carpenter) wurden mit den Jahren die großen Qualitäten des Filmes entdeckt. Dem Publikum war es sowieso egal, was die Kritiker schrieben. Der Film spielte mehr als das vierfache seines Budgets wieder ein und gilt heute als Kultfilm.

With its well-paced build-up, its ominous soundtrack, and Carpenter’s trademark handling of tension, Prince Of Darkness certainly earns its place on the margins of the horror canon – and no matter whether one regards the final sequence, much discussed on fanblogs, as chilling or hopeful, it remains devilishly ambiguous, ensuring that the film’s interwoven strands of plotting keep coming back to haunt you – or, as Professor Birack puts it near the beginning: „Say goodbye to classical reality, because our logic collapses on the subatomic level into ghosts and shadows.“ – Eye For Film

Das Verschachteln dramaturgischer und cineastischer Nachtmahre in Die Fürsten der Dunkelheit (Prince of Darkness, 1987) ist John Carpenters düstere Interpretation des Verses Edgar Allen Poes, den er schon The Fog – Nebel des Grauens (The Fog, 1980) vorangestellt hatte: „Is all that we see or seem / But a dream within a dream?“ – critic.de

Ein Rätsel satanischen Ausmaßes, gruselige Atmosphäre, finstere Figuren und ein paar blutige Morde – „Die Fürsten der Dunkelheit“ steht zu Unrecht etwas im Schatten von John Carpenters Großtaten (…) Der Film ist eine gruselige Perle des 80er-Horrorkinos und wirkt mit seiner okkulten Thematik, originellen Ideen und überzeugender Tricktechnik kaum gealtert, was man von vielen Schauerstreifen des Jahrzehnts nicht behaupten kann. – Die Nacht der lebenden Texte

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Die Sommerpause ist bald vorbei

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Weird Xperience im Juni: THE DOOM GENERATION (USA 1995, OF)

Vor unserer obligatorischen Sommerpause geht es noch einmal hoch her im Cinema Ostertor. Wir präsentieren am Sonntag, den 9. Juni um 20:00 Uhr einen Film von Gregg Araki. Nämlich den zweiten Teil seiner “Teenage Apocalypse”-Trilogie: THE DOOM GENERATION von 1995.

Gregg Araki ist gehört zu den Begründern des New Queer Cinema. Seine „Teenage Apocalypse“-Trilogie (bestehend aus den Filmen „Totally F***ed Up“, „The Doom Generation“ und „Nowhere“) gilt als Abgesang auf die Gesellschaft und behandeln innerhalb ihrer für sich selbst stehenden Geschichten die Themen Drogenmissbrauch, Suizid, Bisexualität, Homosexualität, Mord, Vergewaltigung und die Suche nach etwas Beständigem. Kritikern beschrieben die Filme als „Beverly Hills, 90210 auf Acid“ und „Verstörender Blick hinter den Spiegel“. Christliche Gruppen versuchten die Filme zu boykottieren.

Die wilde Geschichte von „The Doom Generation“ handelt von dem Teenie-Pärchen Amy Blue (Rose McGowan) und Jordan White (James Duval), das sich gemeinsam mit dem mysteriösen Xavier Red (Johnathon Schaech) auf einen blutigen Roadtrip durch ein apokalyptisches Amerika der 90er-Jahre begibt und sich dabei auf eine nicht minder gefährliche Dreiecksbeziehung einlässt. Nach seiner damaligen Weltpremiere beim Sundance Film Festival wurde der Film vom US-Verleih um 13 Minuten gekürzt. Knapp 20 Jahre später wurde der Film nun endlich in seiner Ursprungsfassung in 4K restauriert und erstrahlt in ganz neuem Glanz.

Hauptdarstellerin Rose McGowan wurde für den den Independent Spirit Award für das Beste Debüt nominiert. In den folgenden Jahren mit Filmen wie „Scream – Schrei!“, „Phantoms“ und „Jawbreaker – Der zuckersüße Tod“ fast so etwas wie eine Scream-Quenne, bevor ihr 2001 mit der die Rolle der Paige Matthews in der Fernsehserie „Charmed – Zauberhafte Hexen“, der Durchbruch gelang. 2007 spielte sie die Hauptrolle im ersten („Planet Terror“) und eine Schlüsselrolle im zweiten Teil („Death Proof“) des Episodenfilms „Grindhouse“ von Robert Rodriguez und Quentin Tarantino.

With its MTV gloss, kinky cameos (Perry Farrell, Heidi Fleiss) and ardently alternative music (Nine Inch Nails, Jesus and Mary Chain), Doom sounds show-offy hip and nihilistic. Hang on. Araki sees these natural-born aliens from the inside. It’s a savagely funny ride fueled by Araki’s insight and blunt compassion. – Rolling Stone

Stylistically, Araki may have been inspired by Stanley Kubrick’s “A Clockwork Orange” and Peter Greenaway’s “The Cook, the Thief, His Wife & Her Lover.” Assisted by a talented team, most notably lenser Jim Fealy and production designer Therese Deprez, every tableau and color configuration is breathtaking. Pic’s last image is particularly haunting (…). – Variety

Wir zeigen den Film wie immer in der Originalfassung und mit einer Einführung.

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Weird Xperience im Mai: DANGAN RUNNER (Japan 1996, OmU)

Wir haben das Filmfest Bremen gut überstanden und freuen uns immer noch sehr über die tollen Abende mit den Machern von GUNFIGHTER PARADISE, dem großartigen Filmprogramm und wunderbaren Atmosphäre. Nun sind wir wieder im normalen Rhythmus zurück und präsentieren Euch am 12. Mai im Cinema Ostertor um 20:00 Uhr das Debüt eines der spannendsten Regisseure Japans: Sabus DANGAN RUNNER von 1996.

Yasuda ist am Boden: Er hat Job und Freundin verloren. Frustriert beschließt er, eine Bank zu überfallen. Aber dummerweise hat er die Maske vergessen. Die will er sich im nächsten Supermarkt klauen. Doch dabei wird er vom Inhaber Aizawa erwischt. Yasuda flüchtet und Aizawa verfolgt ihn hartnäckig. Beide Männer rennen durch Tokio. Dabei kollidieren die beiden mit dem Yakuza Takeda bei dem Aizawa Drogen-Schulden hat. Also macht sich Takeda auf Aizawa zu verfolgen, der Yasuda verfolgt. Nun rennen drei Männer durch Tokio. Während die Drei eine Schneise der Verwüstung hinter sich herziehen, spitzt sich parallel der Konflikt zwischen zwei Yakuza-Clans und der Polizei zu.

Von dem Film, der auch unter dem deutschen Titel „Wie eine Kugel im Lauf“ bekannt ist, sagt man, er wäre die Vorlage für Tom Tykwers „Lola rennt“ gewesen.

 

 

Der Filmdienst schreibt über DANGAN RUNNER: „Ein mit bitterer Ironie furios inszenierter Film, der Trends des westlichen Kinos und einer modernen Lebenshaltung mit japanischen Traditionen verbindet und übernommene Ideale in Frage stellt.“

Weitere Stimmen:

Gewalt, schlechte Witze, Billig-Erotik, Tokio in den Neunzigern, all das serviert „Dangan Runner“ als großen Filmspaß. Danach will man erst einmal selbst eine Runde Joggen gehen. Hat man doch eben gelernt: Beim Laufen lässt sich so einiges erleben. – taz

Als Publikum können wir gegen Ende nicht anders, als aus dem Kinosaal zu rennen, nicht aus Entsetzen, sondern vor Begeisterung. Wir möchten mit diesen drei laufen, ihre Verzweiflung und Ekstase spüren und am Ende so herzhaft lachen können wie sie. – kino-zeit.de

„Dangan Runner“ ist eine sehr unterhaltsame Komödie über das Schicksal und über den Lauf des Lebens (im wahrsten Sinne des Wortes). Getragen von vielen inszenatorischen und visuellen Einfällen sowie durch das engagiert spielende Ensemble ist „Dangan Runner“ eine Empfehlung für all diejenigen, die Komödien mögen, die zu gleichen Teilen amüsieren, aber darüber hinaus auch noch etwas zum Nachdenken zu bieten haben. – film-rezensionen.de

Wir zeigen den Film wie immer mit Einführung und im Original mit deutschen Untertiteln.

 

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Weird Xperience im April: GUNFIGHTER PARADISE (USA 2024, OF)

Wer beim letzten Mal bei Weird Xperience war, der weiß es schon. Wer sehr aufmerksam im Programm des Filmfest Bremen gestöbert hat, vielleicht auch. WEIRD XPERIENCE GOES FILMFEST BREMEN! An „unserem“ Weird-Xperience-Wochenende findet in diesem Jahr auch das Filmfest Bremen statt. Und das Cinema Ostertor ist Teil dieses großen Events, welches vom 10. bis zum 14. April in den Kinos der Bremer Filmtheater und dem Kommunalkino City 46 stattfindet.

Statt am Sonntag, sind wir diesmal bereits am Freitag und auch am Samstag am Start!

Wir zeigen am Freitag, den 12. April um 19:30 Uhr und am Samstag, den 13. April um 21:30 Uhr den US-amerikanischen Film GUNFIGHTER PARADISE von Jethro Waters. Dieser läuft beim Filmfest Bremen auch im Wettbewerb um den Publikumspreis.

Wir erlauben uns hier einmal aus dem Programmheft zu zitieren:

Ein Jäger kehrt mit einem mysteriösen grünen Koffer nach North Carolina zurück. Nach dem Tod seiner Mutter zieht er wieder in das Haus der Familie ein, wo sich sein Verstand langsam aufzulösen beginnt. Er wird von göttlichen Stimmen und unheiligen Visionen verfolgt, von innerer Unruhe getrieben, von handgeschriebenen Notizen seiner Mutter vor Rätsel gestellt und von seltsamen Besuchern heimgesucht. In seiner diffusen Gedankenwelt wirbeln zwei konföderierte Soldaten, ein Kabelmann, eine mumifizierte Katze, beflissene Nachbarn sowie ein Mörder durch diese düster-komische Südstaaten-Suppe. Ein Abgesang auf das heutige Amerika.

Getaggt ist der Film mit den Labeln Mystery und Dark Comedy. Wir hatten die Möglichkeit, GUNFIGHTER PARADISE schon im Vorfeld zu sichten und waren uns sicher: Der passt hervorragend in unsere Reihe!

Statt unserer gewohnten Einführung, haben wir dieses Mal etwas ganz Besonderes im Gepäck. Nämlich den Regisseur des Filmes Jethro Waters und die Produzenten, die bei beiden Vorstellungen für eine Q&A zur Verfügung stehen werden.

Und Weird Xperience wäre nicht Weird Xperience, wenn wir nicht noch eine selbe im Ärmel hätten. Vor dem Hauptfilm präsentieren wir einen von uns kuratierten Kurzfilm. Einen weirden, oscarprämierter Klassiker aus den 50er Jahren, der – leider – nichts an Aktualität verloren hat.

Und wer am Freitag noch zum sehr empfehlenswerten Kurzfilmprogramm „Kurz & Blutig“ bleibt, der kann uns auch noch einmal mit einem Gast erleben. Mehr verraten wir dazu aber erst einmal noch nicht.

Puhhh… das wird eine ganz neue Erfahrung für uns. Und eine, auf die wir uns schon sehr freuen.

Man sieht sich im Kino!

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Weird Xperience im März: FOLLOWING (UK 1998, OmU)

ES GEHT WEITER! Wir haben von der neuen Kinoleitung grünes Licht bekommen, die Reihe auch im 13. Jahr ihres Bestehens (davon allein sieben im Cinema Ostertor) weiterzuführen! Danke für das Vertrauen und die Möglichkeit auch weiterhin weirde Filme im Cinema Ostertor zeigen zu dürfen. Und ein ganz dickes DANKE an Euch, denn ohne Eure zahlreichen Besuche und Unterstützung in den letzten drei Monaten wäre das sicherlich nicht möglich gewesen.

Womit machen wir nun weiter? Nun, da hatten wir uns im Vorfeld natürlich schon so einige Gedanken gemacht und – wie wir finden – den perfekten Film für den 10. März gefunden, den wir Euch dann wieder zur gewohnten Zeit um 20:00 Uhr zeigen können.

In der Nacht vom 10. auf den 11. März werden in Hollywood wieder die Oscars vergeben. Und während wir Jonathan Glazer und vor allem Yorgos Lanthimos als „Weird Xperience“ am Nächsten stehenden Nominierten fest die Daumen drücken, ist da auch noch Christopher Nolan als bester Regisseur nominiert. Und sein neuster Film „Oppenheimer“ geht mit gleich 13 Nominierungen ins Rennen. Was dabei fast vergessen wird: Auch Nolan fing mal als kleiner Underground-Regisseur an, der perfekt in unsere Reihe passt. Sein Debüt FOLLOWING drehte der damalige Literaturstudent mit Kommilitonen und Bekannten, einer 16mm-Kamera sowie einem Budget von lediglich 6.000 Pfund in London. Die Dreharbeiten dauerten über ein Jahr, da auf Grund der regulären Jobs der Besetzung und Crew oft nur samstags gedreht werden konnte. Wenn erinnert das nicht an die Anfänge von Peter Jackson oder Jörg Buttgereit, die so Kultfilme schufen? Kurz gesagt: An diesem Tag und in dieser Reihe passt FOLLOWING einfach wie – das Bild könnt ihr Euch sicherlich selber ausmalen.

Wir sind sehr stolz, dass wir die Erlaubnis haben, FOLLOWING bereits vor dem geplanten bundesweiten Wiederaufführungstermin im Sommer bei uns zeigen zu dürfen.

In stimmungsvollen, schlichten Schwarzweißbildern erzählt Nolan die Geschichte des unter einer Schreibblockade leidenden Autoren Bill (Jeremy Theobald), der auf der Suche nach Inspiration beginnt, auf den Straßen Londons wahllos Fremden zu folgen. Es dauert nicht lange, bis ihn eines seiner “Ziele”, der so charismatische wie zwielichtige Cobb (Alex Haw), bemerkt und zur Rede stellt. Der fingerfertige Einbrecher nimmt den faszinierten Bill mit auf seine Streifzüge durch die Wohnungen und Leben wildfremder Menschen. Immer mehr verwickelt sich Bill in ein Netz aus Intrigen, zwielichtigen Geschäften und schließlich sogar Mord.

„Following ist beste­chendes Kino, das in seinen Grund­ideen sowie in einzelnen Szenen an Hitchcock wie Godard erinnert – und an den Film Noir sowieso: Ganz in Schwarz­weiß gedreht, erzählt dieser Thriller eine Geschichte aus der mora­li­schen Grauzone, über geheime Träume, über Lüge und Über­wa­chung, über die Grenze zwischen äußerem Schein und Privat­heit. Dabei erinnert Nolans Beschwö­rung der Groß­stadt­dschun­gels an die Filme der 40er-Jahre, seine fast doku­men­ta­ri­schen, wenn­gleich ausge­klü­gelt insze­nierten Bilder an Filme der 60er und 70er. Die Grundidee freilich ist ganz modern – der erste Pauken­schlag eines hoch­span­nenden Regis­seurs.“ – Rüdiger Suchsland, artechock.de

„Das Geheimnisvolle, das dem Film und seinen Figuren anhaftet und durch das sowohl der Protagonist als auch der Zuschauer immer mehr in die Handlung gezogen werden, erinnert stark an den Film Noir. Figurentypen wie der undurchsichtige Vamp oder der einsame Held zeigen dies ebenso wie die nostalgische visuelle Gestaltung, die sich besonders in der Wahl der Kostüme und Ausstattung bemerkbar macht. Nolans Entscheidung den Film in Schwarzweiß zu drehen bringt noch zusätzlich eine Aura des Vergangenen mit ein. Obwohl der Film angeblich nur 6000 Pfund gekostet hat, sind besonders die bewegte Kamera und der rasante Schnitt auf hohem technischen Niveau. Man sieht dem Film keineswegs an, dass er im Freundeskreis des Regisseurs entstanden ist.“ – Michael Kienzl, critic.de

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Weird Xperience im Februar: OPERA (Italien 1987)

Am Sonntag, den 11. Februar, begeben wir uns um 20:00 Uhr noch einmal mit Dario Argento in die OPERA.

Der Film lief schon einmal am 10. September 2017 in unserer Reihe und war der erste Film, den wir in unserem damals neuen Zuhause, dem Cinema Ostertor gezeigt haben. Damals vor relativ kleinem Publikum und in einer schrecklichen deutschen Synchronfassung, bei der manche Figuren plötzlich drei verschiedene Stimmen hatten. Diesmal zeigen wir den Film im italienischen Original mit deutschen Untertiteln!

Die junge Opernsängerin Betty bekommt die weibliche Hauptrolle in einer Aufführung der Verdi Oper „Macbeth“, nachdem die ursprüngliche Hauptdarstellerin von einem Auto überfahren wurde. Die Oper wird von Marco, einem ehemaligen Horrorfilmregisseur inszeniert. Wie in seinen Filmen, wird die Oper auch hier zu einem Ort des Grauens. Ein unbekannter Verehrer Bettys entpuppt sich als mörderischer Psychopath, der seine grausigen Morde so arrangiert, dass die Sängerin dabei zusehen muss…

Dario Argentos „Opera“, hatte einst bei uns in Deutschland als „Terror in der Oper“ nur auf VHS in einer fürchterlichen Vollbildversion und obendrein brutal geschnitten seine Premiere hatte. Wir zeigen ihn natürlich in seiner ganzen Breitwand-Pracht und selbstverständlich ungekürzt! Der ebenso bildgewaltige, wie blutrünstige Psychothriller des italienischen Großmeisters Dario Argento zieht mit seinen eleganten Kamerafahrten und blutigen Morden den Zuschauer von Anfang an in seinen Bann.

Andreas Köhnemann schrieb anlässlich der Wiederaufführung auf kino-zeit.de: „(Dieser) Giallo-Klassiker (…) ist ein filmisches Poem, das mindestens so viel Herz- wie Kunstblut aufbietet und daher bis heute nichts von seiner Wucht und seiner herrlich-obskuren Faszinationskraft verloren hat“.

Und Prof. Markus Stiglegger bringt es auf den Punkt, wenn er in dem Standardwerk „Dario Argento: Anatomie der Angst“ schreibt: „Wenn letztlich nur ein Bild von Dario Argentos Kino bleiben sollte, dann müsste es dies sein: die in purem Terror aufgerissenen Augen von Cristina Marsillach, die in ‚Opera‘ durch Nadeln unter den Augenlidern gezwungen wird, der Ermordung ihres Liebhabers beizuwohnen – die Neugier zu sehen weicht dem Zwang zu sehen. Ein Entkommen ist unmöglich. Und ebenso ist es unmöglich, die Augen von Argentos Leinwand abzuwenden, so erschreckend seine Bilder auch sein mögen.“

Ein Film, gemacht für das Kino!

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