Weird Xperience im September: THE WILD BOYS

Da sind wir wieder! Wir hoffen, Ihr habt uns wenigstens ein klein wenig vermisst. Jetzt ist die Sommerpause vorbei und wir stürzen und mit neuem Elan in das zweite Halbjahr. Die meisten Filme haben wir schon geplant, verraten wird aber natürlich noch nichts. D.h. fast nichts, denn welchen Film wir in zwei Wochen, am 8. September zur gewohnten Zeit von 20:00 Uhr im Cinema Ostertor zeigen, wollen wir hier natürlich endlich kundtuen.

Es handelt sich um „The Wild Boys“ von Bertrand Mandico, frei nach Motiven des Beat Generation-Roman „The Wild Boys: A Book of the Dead“ (1971) von William S. Burroughs, der u.a. David Bowie zu Ziggy Stardust inspirierte.

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts begehen fünf Jungs aus gutem Hause, die dem Okkulten huldigen, ein scheußliches Verbrechen. Daraufhin werden sie einem alten Kapitän anvertraut, der ihnen auf seinem Kahn mit harter Hand wieder Zucht und Ordnung beibringen soll. Von der Schikane zermürbt und mit den Kräften am Ende proben sie den Aufstand – und stranden auf einer Insel voller bizarrer Gewächse, von der eine mysteriöse Kraft ausgeht. Nach einiger Zeit beginnt ihr Zauber, sie zu verändern…

»Gefilmt in flirrendem Schwarzweiß mit surrealen Farbspritzern. Als hätten Guy Maddin und Kenneth Anger einen von Joseph Conrads Alpträumen für einen Sexploitation-Produzenten verfilmt.« (The New York Times)

»Seemänner, Samen und Semi-Männer. Eine französisches Coming-of-age-Märchen, das vor Fantasie und Flüssigkeiten nur so strotzt. Ein völlig berauschendes Wunder von einem Film: ein schräges, erotisches Fantasy-Abenteuer übers Erwachsenwerden, das in dunkle, feuchte Regionen der menschlichen Psyche hinabsteigt. Der Film hat mich sowas von umgehauen!« (Birth.Movies.Death)

»THE WILD BOYS hat in seinen 110 Minuten mehr Einfälle als die meisten Filmemacher in ihrem filmischen Gesamtwerk.« (Cine-Vue.com)

Eine Einführung wird es natürlich auch wieder geben. Ist ja Ehrensache. Diesmal allerdings als Solo-Show von Stefan, dann Marco da leider noch im Urlaub verweilt. Und gezeigt wird der Film selbstverständlich auf Französisch mit deutschen Untertiteln.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=Z_OiFwdwc_8[/youtube]

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Weird Xperience im Juni – Teil 2: Open-Air-Double-Feature ROCK’N’ROLL HIGH SCHOOL / NIGHT OF THE LIVING DEAD

Wie angekündigt hier die Infos zu unserem zweiten Termin im Juni. Wie in den letzten Jahren, haben uns unsere Freunde vom Schlachthof Open-Air-Kino auch für diesen Sommer wieder eingeladen, bei ihnen einen Abend zu gestalten. Am Mittwoch, den 12. Juni geht es also an die frische Luft, und wir hoffen auf gutes Wetter, einen lauschigen Abend und viele begeisterte Gäste. Das Open Air am Bremer Schlachthof ist für uns ja immer etwas ganz besonderes, weil die Atmosphäre einfach einmalig ist.

Los geht es um 20:00 Uhr mit einem (im wahrsten Sinne des Wortes) Kracher aus der Roger-Corman-Schmiede. ROCK ‚N‘ ROLL HIGH SCHOOL mit den Ramones! Hier erfüllen wir uns selber einen großen Wunsch, denn diesen Film, unter freiem Himmel, mit möglichst vielen Leuten und in adäquaten Lautstärke – das war schon immer unser Traum.

Als der Direktor der Vince Lombardi High School aufgrund der rebellischen und Rock’n’Roll-süchtigen Schüler einen Nervenzusammenbruch erleidet und als Wrack in die Psychiatrie muss, übernimmt die strenge und autoritäre Miss Evelyn Togar (Mary Woronov) die Schule und zieht andere Saiten auf. Unterstützt von ihren Schergen Fritz Hansel (Loren Lester) und Fritz Gretel (Daniel Davies) führt sie ein Schreckensregime, um den Schülern wieder Disziplin beizubringen. Doch sie hat die Rechnung ohne Riff Randell (P. J. Soles), dem größten Ramones-Fan der Welt, gemacht…

Allein schon der Soundtrack spektakulär. Gleich zu beginnt schallen einem Paul McCartney & The Wings entgegen. Später folgen Fleetwood Mac, Devo, Alice Cooper, Lou Reed und diverse Brain Eno-Stücke, die als Score genutzt werden. Und dann sind da natürlich die Ramones. Der Film dreht sich nicht nur um einen verrückten Ramones-Fan, sondern auch um die Band selber, die tatsächlich ein weiterer Hauptdarsteller in „Rock ’n‘ Roll High School“ ist. Der Höhepunkt ist dann ein Konzert, welches die Ramones im The Roxy geben und bei dem sie nicht nur ihre größten Hits spielen, sondern auch zeigen, was für eine großartige und mitreißende Bühnenband sie waren.

Aber es ist nicht nur die tolle Musik, die den Film zu dem machen, was er ist. Wenn dem so wäre, könnte man ja auch ein Musikvideo ans andere reihen. Neben der zeitlosen Geschichte von den typischen High-School-Problemen, der ersten Liebe, dem Boy-Wants-(wrong)-Girl, (Right)Girl-Gets-Boy und Jugend-Rebellion, sind es vor allem die frischen und quirligen Schauspieler, die ihren Figuren echtes, sprühendes Leben verleihen. Allen voran die fabelhafte P.J. Soles als Riff Randell (was für ein Name!). Ein Mädel mit dem man gerne tausend Pferde stehlen möchte. Den Vogel schießt aber die unvergleichliche Mary Woronov als Miss Togar ab. Hochgeschossen, in engem Kostüm und strenger Frisur, dominant, autoritär und dabei auch unglaublich sexy.

Toll, toll, toll! Rack-Rack-Rack-Rack-Racknrollhighschool!

Dann warten auf die Dunkelheit und um 22:00 Uhr geht es weiter mit einem der wichtigsten Horrorfilme aller Zeiten: George A. Romeros kreuzunheimliches Meisterwerk NIGHT OF THE LIVING DEAD, der allgemein auch als erster moderner Horrorfilm bezeichnet wird und die Zombies wie wir sie heute kennen (und lieben) erstmals auf die Leinwand brachte. Als menschenfressende Untote. Der Film wurde in die Filmsammlung des Museum of Modern Art aufgenommen. Seit 1999 ist der Film im National Film Registry eingetragen als erhaltenswertes Kulturgut. Zurecht!

Bei einem Friedhofsbesuch werden die Geschwister Barbara und Johnny von einem ungelenken Unbekannten attackiert. Johnny kommt zu Tode, Barbara flüchtet sich in ein Farmhaus, wo sie prompt auf eine Leiche stößt. Während sie vergeblich nach Hilfe telefoniert, sammelt sich draußen eine ganze Horde dumpfer Aggressoren. Der Afroamerikaner Ben, der gleichfalls im Haus Schutz sucht, berichtet von Attacken überall im Land. Nachdem er Fenster und Türen vernagelt hat, machen sich im Keller weitere Überlebende bemerkbar. Karen, ein junges Mädchen, wurde von einem der „lebenden Toten“ gebissen und ist nun krank …

Welchen besseren Ort kann es geben, um diesen Schwarz-Weiß Klassiker zu zeigen, als an einem Schlachthof bei dunkler Nacht und unter freiem Himmel? Da schaut man sich dann besser zweimal um, wer da hinter einem sitzt und ob der torkelnde Mann dort hinten wirklich betrunken ist oder…. „Sie kommen Dich zu holen, Barbara!“

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Weird Xperience im Juni – Teil 1: MEGA TIME SQUAD

An dieser Stelle erst einmal vielen Dank an die zahlreichen Gäste bei unser Mai-Vorstellung. Wir waren echt schwer beeindruckt. Da machen wir doch am Sonntag, den 09. Juni im Cinema Ostertor ganz ähnlich weiter und präsentieren abermals einen aktuellen Film, der sich durch eine wilde Geschichte und viel Humor auszeichnet. Diesmal kommt er aus Neuseeland und trägt den schönen Titel MEGA TIME SQUAD.

ACHTUNG: Da dies das Pfingstwochenende ist und der Montag frei, starten wir diesmal eine Stunde später als gewohnt um 21:00 Uhr!

Als der Schmalspurganove Johnny (Anton Tennet) mit seinem Kumpel Gaz (Arlo Gibson) einen chinesischen Antiquitätenhändler ausraubt, lässt er auch ein Armband mitgehen. Dieses stellt sich als uraltes chinesisches Relikt heraus, mit dem Johnny jeweils einen kurzen Moment in der Zeit zurück reisen kann. Das kann Johnny auch gut gebrauchen, denn nach dem Überfall hat er nicht nur mit der chinesischen Mafia Probleme, sondern auch mit dem Gangsterboss Shelton (Jonny Burgh), der es gar nicht gerne sieht, wenn jemand ohne seine ausdrückliche Erlaubnis krumme Geschäfte macht. Und Johnnys Zeitreisen bleiben nicht ohne Konsequenzen…

Für Zeitreisefilme haben wir ein Herz. Besonders, wenn sie dem Thema neue Facetten abgewinnen können. Regisseur Tim van Dammen serviert uns hier eine wilde Geschichte aus der neuseeländischen Provinz, in der ein Haufen Kleinkrimineller allerlei Unfug mit der Zeit treiben und am Ende ständig über sich selbst stolpern.

Regisseur Tim van Dammen, hat vor seinem zweiten Spielfilm bereits Shakespeares „Romeo und Julia“ als zeitgenössische Trailer-Park-Rock-Oper umgesetzt und sich mit über 180 Musikvideos einen Namen gemacht. Für „Mega Time Squad“ schrieb er auch das Drehbuch und kratze das Geld für die Produktion zusammen. Die Bemühungen haben sich gelohnt, wie die begeisterten Kritiken zeigen:

„Eine flotte Handlung, auf knappe 79 Minuten verdichtet, viel Mut zu Albernheit und sogar noch etwas Ähnliches wie eine überzeugende Liebesgeschichte, in der nicht nur dauernd Bezug genommen wird auf die männlichen Gonaden, sondern auch reichlich Sprengstoff im Spiel ist.“ – Rochus Wolff, kino-zeit.de

„Das ist chaotisch, reichlich schräg und sehr sympathisch, wenn man sich auf diese Art Blödsinn einlassen kann.“ – Oliver Armknecht, film-rezensionen.de

“A grounded sci-fi mini-odyssey with lots of creativity and even more laugh-out-loud gags.” – RogerEbert.com

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=b82efYkuMKw[/youtube]

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Weird Xperience im Mai: ONE CUT OF THE DEAD

Wir haben Euch gefragt, Ihr habt uns geantwortet: Am Sonntag, den 12. Mai um 20:00 Uhr zeigen wir auf Euren Wunsch hin im Cinema Ostertor den japanischen Zombie-Smash-Hit „One Cut of the Dead“. Auf Japanisch mit deutschen Untertiteln.

Wie dreht man den ultimativen Zombiefilm? Man startet eine Zombie Apokalypse und dreht einfach fleißig mit.

Ein No-Budget-Film mit Zombiethema, da haben wir ja schon einiges Schlimmes erlebt. Aber was hier mit 27.000 US-Dollar, vielen Ideen und Herzblut (ähem) gedreht wird, ist wirklich klasse und begeisterte bereits die Besucher des Fantasy Film Fests. Und viele Japaner. Nach dem Start in einem kleinen Arthouse Kino mit 84 Sitzen, avancierte er nach erfolgreicher Festival-Tournee mit zahlreichen Preisen zu einem Box Office Hit, startete in Japan noch einmal in 200 Kinos, erreichte landesweit über 2 Mio. Kinobesuchern. Damit war er 2018 der 7. erfolgreichste Film in Japan und spielte ein 1.000faches seines Budget ein. In der Folge wurde er auch international verkauft, u.a. nach Deutschland. Und so haben auch wir die Möglichkeit, euch diese Meta-Meta-Meta-Zombiekomödie zu zeigen.

„One Cut of the Dead ist das Horror-Phänomen des Jahres.“ (Moviepilot)

„Brainy and bloody in equal measure, One Cut of the Dead reanimates the moribund zombie genre with a refreshing blend of formal daring and clever satire.“ (Rotten Tomatoes)

 

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Weird Xperience im April: LUZ

Nach dem erfolgreichen Ausflug in Dr. Freudsteins Kellerpraxis freuen wir uns, am 14. April um 20:00 Uhr im Cinema Ostertor mal wieder einen aktuellen Film zu zeigen, der gerade in Fankreisen für Furore sorgt.

Der deutsche HochschulabschlussfilmLuz von Tilman Singer wurde nach seiner Premiere auf der Berlinale international auf mehr als 30 Festivals eingeladen, was nicht nur für die Qualität des Films spricht, sondern zeigt, dass es auch heute noch möglich ist, einen anderen Weg zu gehen – und das wollen wir gerade in der heutigen (und gerade auch der hiesigen) Filmlandschaft unbedingt unterstützen.

Uns hatte „Luz“ mit seinen wunderschönen Ideen und der sehr einfallsreich mit den arg limitierten Ressourcen umgehenden Regie, bereits beim Internationalisten Filmfest Oldenburg sehr für sich eingenommen. Jetzt startet der Film mit einem deutschlandweiten Kinostart voll durch und sorgt allenthalben für positive Stimmen, wie folgende:

 

„Die Genreoffenbarung der Berlinale heißt LUZ. Der auf 16mm gedrehte Horrorfilm ist ein audiovisuelles, gialloeskes Spektakel der Sonderklasse. Dieses Werk muss im Kino, am besten in einer der ersten Reihen mit vollaufgedrehter Soundanlage genossen werden. LUZ ist eine pure Filmerfahrung, einem Fiebertraum gleich. Intensiv, wild und anders.“ – Michael Müller, Negative Space

„LUZ ist eine aus Zeit und Ort gefallene Verneigung vor alten Horrorfilmen, die sich aber nicht an dessen Gesetze und Erwartungen hält. Experimentierfreudigere Zuschauer werden an diesem bemerkenswerten Debüt ihre dunkle Freude haben.“ – Oliver Armknecht, Film-Rezensionen.de

“Ein merkwürdiger, bemerkenswerter Film (…) Eine Art Kammerspiel, in dem jedoch alles
drinsteckt, was einen Horrorfilm ausmachen sollte. Nicht Schocks, nicht Blut und Ekel. Sondern ein
Nervenzerren, ein Unter-die-Haut-gehen. Eine Symbiose von Handlung, Set-Design, Musik.“ – Harald Mühlbeyer, Kino-zeit.de

„Man vertraut Singer sofort, dass er genau weiß, was er tut, und man folgt seiner gewaltigen Vision
durch ihre vielen bizarren Abschnitte bis zum Schluss.“ – Nick Allen, RogerEbert.com

Während im Vorfeld der Film immer in die „70er“ und „Neo-Giallo“-Ecke gesteckt wurde (und sogar Mario Bava als Reverenz herhalten musste), ist er doch meilenweit davon entfernt und erinnert mit seinem körnigen Bild und der grau-beige-blauen Farbgebung stattdessen sehr angenehm an die rauen, unbehauenen 80er Jahre Horrorfilme mit Underground-Wurzeln.

Worum geht es? Während sich eine junge Taxifahrerin blutend in ein Polizeirevier schleppt, begegnet Polizeipsychologe Dr. Rossini in einer Bar der geheimnisvollen Nora, die ihn äußerst merkwürdig anflirtet: sie erzählt von ihrer alten Freundin Luz, die vor Jahren auf einer chilenischen Klosterschule das rebellische Potential von Teufelsbeschwörungen entdeckte. Mitten im eigenartigen Gespräch der beiden klingelt Dr. Rossinis Piepser. Die Polizei braucht dringend seine Hilfe. Eine Taxifahrerin wurde verletzt und ohne Erinnerung aufgegriffen. Der Name des mutmaßlichen Opfers: Luz.

Hervorzuheben ist auch die sehr gute Hauptdarstellerin Luana Velis, die grandiosen Ausstattung und der sehr gelungenen Soundtrack. Gedreht wurde auf 16mm-Film, was noch einmal Sympathiepunkte bringt. Und die Szene, in der eine Taxifahrt nur mithilfe von einigen Stühlen und der Tonspur nachgestellt wird, ist schlichtweg brillant. Hier und dort findet man sicherlich noch kleinere Mängel, aber es überwiegt der positive Eindruck. Tilman Singer sollte man unbedingt im Auge behalten. Da kann noch Großes kommen.

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Weird Xperience im März: DAS HAUS AN DER FRIEDHOFMAUER

Was wäre nach dem wunderbaren Auftritt des Filmgelehrten Christian Keßler passender, als einen Klassiker der italienischen Horrorfilms ins Programm zu nehmen? Am 10. März um 20 Uhr im könnt ihr im Cinema Ostertor das unheimliche Haus an der Friedhofmauer (Quella villa accanto al cimitero, 1981) betreten. Übrigens einen Premiere bei uns: Erstmals zeigen wir einen Film zum zweiten Mal. Im Dezember 2016 flackerte er schon von DVD via Beamer über die kleine Leinwand in der etage3 im Lagerhaus. Diesmal erstrahlt er in einem richtigen Kino in seiner vollen, schaurigen Pracht. Auf weitaus größerer Leinwand und als hochwertige DCP-Aufführung!

Lucio Fulci schuf 1981 mit dem Abschluß seiner Insel-Seil-Stadt-Haus-Zombie-Quadrologie ein wahres Monster des durchgeknallten Haus–Horror–Films und geht natürlich viel weiter als die amerikanischen Vorgänger wie „The Shining“ oder „Amityville Horror“.

Versuch einer Handlungsbeschreibung: Dr. Peterson ermordet seine Geliebte und sich selbst, was etwas mit seinen Experimenten zu tun hat. Sein Kollege, Dr. Norman (!) Boyle, möchte herausfinden, was Peterson dazu trieb, und zu diesem Zweck die Forschungen weitermachen. Dazu zieht er mit seiner Familie in ein Haus direkt neben einem Friedhof, das 100 Jahre vorher dem nicht gut beleumdeten Forscher Dr. Freudstein (!!!) gehörte. Normans Sohn Bob hat eine unsichtbare Freundin, die vor dem Haus warnt.

Auch wir halten Dr. Boyles Plan eigentlich nicht für durchdacht, aber durch diese Ideen der Drehbuchautoren bekommen wir dieses herrliche Stück Horror. Denn Dr. Freudstein ist mitnichten tot, viel mehr benutzt er die Toten als eigenes Ersatzteillager, um im Keller für alle Ewigkeit zu leben. Ob das so erstrebenswert ist?

Fulci lässt es krachen: In bester italienischer Tradition fügt er alten Gothic-Horror und amerikanische moderne Mythen zusammen, und garniert das mit furchteregenden Masken und viel, viel Blut und Innereien. Fulci steht für einen ganz eigenen, großartigen Stil, der erst auf der großen Leinwand seine volle Wirkung entfaltet. Er ist derber, direkter und in Sachen Explizitheit wohl ungeschlagen. Aber auch die Einstellungen, die Farben, die Perspektiven – das ganze Mise en Scène , welches er mit seinem kongenialen Kameramann Sergio Salvati schuf, entfaltet auf der großen Leinwand einen unwirklichen, magischen Sog.

So freuen wir uns, dass dieses Werk seit 2014 nicht mehr indiziert ist und wir euch nun ganz legal in die düstere Welt Lucio Fulcis führen können, aus der es kaum ein Entkommen gibt…

Schattenlichter drückt es so aus: „Ein Schauer-Splatter-Märchen, das uns im besten Fall für 82 Minuten zu Traumwandlern werden lässt.

Und Oliver Nöding schreibt auf Remember It For Later: „Das Fleischlich-Fleischige und das Immaterielle gehen in Fulcis Film eine unorthodoxe, aber hoch effektive Bindung ein, die so gleichermaßen Fulcis Kenntnis von Horrorliteratur und -film widerspiegelt wie auch seine Sensibilität für das, was uns instinktiv bei der Gurgel packt.

Das Haus an der Friedhofmauer, Regie: Lucio Fulci, Darsteller: Catriona MacColl, Paolo Malco, Ania Pieroni, Giovanni Frezza, Silvia Collatina, Dagmar Lassander, Giovanni De Nava, Daniela Doria, Giampaolo Saccarola, Carlo De Mejo, Kenneth A. Olsen, Teresa Rossi Passante – Italien 1981 – 81 Minuten

 

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=1h4d0sYQ7sw[/youtube]

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Weird Xperience im Februar: Christian Keßler – LIVE! – ENDSTATION GÄNSEHAUT

Wie bereits angekündigt, gibt es am 10. Februar bei Weird Xperience im Cinema Ostertor keinen Film, sondern:

CHRISTIAN KEßLER LIVE
ENDSTATION GÄNSEHAUT – EINE PERSÖNLICHE REISE DURCH DAS HORRORKINO
Lesung mit Filmauschnitten und anschließendem Buchverkauf

„Niemals zuvor hat sich das Genre des Horrorkinos einer solchen Beliebtheit erfreut wie heute! Eine wahre Sturzflut an neuen Veröffentlichungen macht dem Fan die Wahl schwer: Bekommt er einen Film zu sehen, den man auf gar keinen Fall verpassen darf, oder winkt eine solide Enttäuschung, ein ungeschlachter Schrat? Filmjournalist Christian Keßler befasst sich seit mehreren Jahrzehnten mit dem Reich der Geister, Vampire und all der anderen Schreckgestalten, die das Unterbewusste des Menschen zu ihrem Abenteuerspielplatz machen. In ENDSTATION GÄNSEHAUT taucht er tief in seine persönliche Geschichte ein und holt die Monster aus dem Sack. Dabei präsentiert er sowohl schillernde Helden wie auch rollige Quasimodos und vollzieht ihre Geschichte nach, von der Stummfilmzeit bis zum heutigen Tag. Das Ergebnis ist ein mit blutroter Tinte geschriebenes Lesebuch, das den Kindern den Nachtschlaf raubt und Erwachsene wieder zu Kindern werden lässt. Und wer nicht schlafen kann, muss lesen!“ (Martin Schmitz Verlag)

Christian Keßler dürfte jedem, der sich (speziell für das europäische) Exploitation-Kino interessiert, ein Begriff sein. Wir würden sogar so weit gehen zu behaupten, dass er mit seinen enthusiastischen und humorvollen Artikeln in der legendären „Splatting Image“ viele Leser erst dazu gebracht hat, sich mit diesem Sujet zu beschäftigen. So hat er geholfen die Saat für die zahlreichen Blogs und Foren zu legen, in denen sich heute lebhaft über den italienischen oder spanischen Genrefilm der 60er und 70er Jahre ausgetauscht wird. Und aus denen dann auch Filmveranstaltungen oder kleine Festivals für Freunde des unterschlagenen Filmes abseits des Mainstreams erwachsen sind. Wie beispielsweise des Legenden umrankte BUIO OMEGA in Gelsenkirchen, BIZARRE CINEMA und MONSTER MACHEN MOBIL in Hamburg, das BESONDERS WERTLOS in Kassel oder unser Reihe WEIRD XPERIENCE.

Wer schon einmal bei einer von Christian Keßlers Lesungen (wobei „Lesung“ es nicht richtig trifft, „Stand-Up-Performance mit Filmausschnitten“ trifft es eher) dabei war, wird bestätigen: Der „Filmgelehrte“ garantiert einen höchst vergnüglichen, interessanten, sowie horizonts- und bewusstseinserweiternden Abend. Das sollte man sich nicht entgehen lassen. Wir freuen uns jedenfalls schon wie Bolle auf den 10. Februar. Los geht es wie immer um 20:00 Uhr.

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Weird Xperience im Januar: MANDY (Originalfassung)

Innerhalb des von uns beackerten Feldes des verstörenden Films zwischen Bahnhofskino und Arthouse-Underground gibt es kaum größere Extreme als unseren Dezember- und unserem Januar-Film. Zeigten wir im Dezember einen märchenhaft-surrealen Schwarz-Weiß-Film aus Estland, so hauen wir Euch (tatsächlich auch auf vielfachem Wunsch) am 20. Januar um 20:00 Uhr im Cinema Ostertor ein „ fiebrig-alptraumhaften, durchgestylten Höllentrip mit Heavy-Metal-Symbolik, dämonischen Motorradmutanten und surrenden Kettensägen“ um die Ohren, der in den intensivsten Farben leuchtet: „Mandy“ von Panos Cosmatos mit einer bereits legendären Performance von Nicolas Cage.

Shadow Mountains, 1983: Der friedliebende Einzelgänger Red Miller (Nicolas Cage) kocht vor Wut und Trauer. Hilflos musste er mitansehen, wie seine große Liebe Mandy verbrannt wurde. Jeremiah Sand, der charismatische Führer der religiösen Sekte „Children of the New Dawn“, hatte sie sich geschnappt und eiskalt in Flammen gesteckt – nur weil Mandy ihm nicht gefügig war. Red hat nun nichts mehr zu verlieren. Mit einer eigenhändig geschmiedeten Kriegsaxt in der Hand und einer Teufelsdroge in den Adern, die ihm übermenschliche Kräfte verleiht, macht er sich auf den Weg in einen blutigen Albtraum. Von wahnsinnigem Rachedurst getrieben, wird Red nicht eher ruhen, bis er Jeremiah und seine Jünger zur Strecke gebracht hat.

Regisseur Panos Cosmatos ist der Sohn des griechisch-italienischen Regisseurs George P. Cosmatos (u.a. „Rambo 2“ und „Die City-Cobra“) und der schwedischen Bildhauerin Birgitta Ljungberg-Cosmatos. Und diese Mischung sieht man seinen Filmen durchaus an, welche immer wieder für ihre visuelle Experimentierfreude gelobt werden. Panos Cosmatos selber sagt über sein polarisierendes Erstlingswerk „Beyond the Black Rainbow“ und den nach den Premieren von Sundance und Cannes umjubelten Nachfolger „Mandy“: „Wenn „Beyond the Black Rainbow“ ein Pink-Floyd-Album war, dann wird „Mandy“ eher ein Slayer-Album.“ Apropos Musik: Der grandiose Soundtrack zu „Mandy“ ist die letzte Arbeit des fabelhaften Jóhann Jóhannsson (neben seinen eigenen, wegweisenden Kompositionen, die zuletzt bei der renommierten Deutschen Grammophon erschienen, steuerte er die Soundtracks zu Denis Villeneuves „Sicario“ und „Arrival“ oder Darren Aronofskys „mother!“ bei) der im Februar 2018 an einer Überdosis Kokain verstarb.

Der Eröffnungsfilm des Fantasy Filmfest 2018 ist für die große Leinwand gemacht und freuen uns selber schon lange drauf, ihn in würdiger Form zu präsentieren. Jetzt ist es endlich soweit! Und selbstverständlich wird „Mandy“ bei uns in der Originalfassung laufen.

„Eine unvergleichliche audiovisuelle Tour-de-Force.“ (Filmstarts)

„Mandy existiert in seiner eigenen und über den Dingen stehenden Horror-Dimension“ (Daily Telegraph)

„Eine Synapsen-schmelzende Orgie von kosmischen Proportionen, die unglaublich Spaß macht.“ (Sight and Sound)

„Nicholas Cage gives the performance of a lifetime.“ (The Playlist)

„Insanely violent and ethereally beautiful.“ (The Village Voice)

Vorschau: Normalerweise verraten wir unser Programm ja nicht schon zwei Monate im voraus, aber hier machen wir mal eine Ausnahme: Am Sonntag, den 10. Februar gibt es bei Weird Xperience einmal keinen Spielfilm, sondern eine Lesung. Der großartige Filmgelehrte Christian Keßler, der mit seinen Beiträgen in der legendären „Splatting Image“ eine ganze Generation von Filmbegeisterten prägte und inspirierte, wird sein neues Buch „Endstation Gänsehaut – Eine persönliche Reise durch das Horrorkino“ vorstellen. Und wer Christian schon mal live erlebt hat, der weiß, dass das keine trockene Lesung, sondern eine sehr vergnügliche Performance mit vielen Filmausschnitten, Anekdoten und allerlei Kuriosem wird. Also, schon mal vormerken und dick im Kalender anstreichen!

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Weird Xperience im Dezember: NOVEMBER

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen, und am Sonntag, den 9. Dezember um 20:00 Uhr zeigen wir im Cinema Ostertor schon den letzten Film für dieses Jahr. Aber keine Angst, gleich im Januar geht es mit einem bei uns bereits des Öfteren nachgefragten Kracher weiter. Und auch für den Februar haben wir uns bereits etwas Schönes und mal ganz anderes ausgedacht. Was das ist, verraten wir allerdings erst später. Jetzt soll es erst einmal um unseren Dezember-Film gehen, der da „November“ heißt.

Estland im 19. Jahrhundert. Es ist Herbst. In einem Dorf suchen Werwölfe, Geister und der Schwarze Tod die Landbevölkerung heim. Verzweifelt versuchen die Bauern, den Winter zu überleben. Dafür ist jedes Mittel recht. Es wird gestohlen, betrogen, die Menschen verkaufen ihre Seelen. Die heidnischen Bräuche der Vorfahren stoßen auf die christlichen Rituale der deutschen Oberschicht. In dieser sonderbaren Welt treffen sich zwei junge Menschen und erleben einen November voll seltsamer Ereignisse.

Regisseur Rainer Sarnet hat dieses dunkle Erwachsenen-Märchen in eindrucksvolle Bilder in kontrastreichem Schwarzweiß gekleidet. Die estländisch-niederländisch-polnische Produktion entstand frei nach dem Erfolgsroman „Rehepapp“ des derzeit erfolgreichsten estländischen Schriftstellers Andrus Kivirähks. Als deutscher Baron ist Dieter Laser zu sehen, dessen Karriere vor einigen Jahren durch seine Rolle in dem Schocker „The Human Centipede“ (den wir im Mai 2013 bei Weird Xperience gezeigt haben) einen zweiten Frühling erlebte.

Wir zeigen den Film in der estnischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

„Die Mischung aus Bekanntem und Unbekannten ist so eigenwillig, dass man sich der Faszination kaum entziehen kann. Gekrönt wird diese seltsame estnische Romanverfilmung von grandiosen Schwarzweißbildern, die nicht von dieser Welt sind.“ – Oliver Armknecht, film-rezensionen.de

“A gorgeously shot, deeply strange, hugely atmospheric black-and-white trip though a tale of magic and malice in folkloric rural Estonia.” – Variety

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Jan van Hasselt: Supernazi VS Diddl Maus

Fr. 16.11.18 + Sa. 17.11.18 20 Uhr

Schwankhalle Bremen

Vor unserem eigenem Programm am Sonntag, den 18.11.18 (SUMMER OF ’84, Cinema Ostertor, 20 Uhr,) gehen wir noch fremd: Jan van Hasselt hat uns nach der gelungenen Kooperation bei A.r.G.da.Na.ni eingeladen, an seinem Abend über Superhelden und Monster in Deutschland teilzunehmen und über Filme zu reden. Wir nahmen dankend an und freuen uns sehr darauf.

Aus dem Pressetext:

„Warum gibt es in der deutschen Popkultur keine Superhelden wie Batman oder Superman? Warum keine Monster wie Dracula, King Kong oder Godzilla?

Die USA leben so ihren Patriotismus und ihren Anspruch als Weltmacht aus, Japan seine Niederlage im 2. Weltkrieg. Und die Deutschen, Export- und Fußballweltmeister, Kriegsverlierer und entmachtete Herrenmenschen, haben nichts? Die deutschen Monster und Superhelden bewegen sich seit 1945 in einer psychotropen germanischen Ursuppe zwischen Supernazi und Diddlmaus. Unterstützt von Christoph Spehr als kulturanthropologischem Kettenraucher, Marco Koch und Stefan Mibs als knietief sumpfwatenden Filmgeschichtsfledderern, Janis Fisch und Käptn Logi als körperbetonten Kryptozoologen, Phillip Kremer als Archivar verständnisvoller Monsterbriefe und ANKK L als postindustriell bollerndem Pausenorchester sucht JVHasselt danach, ob tief im Subkutanen des Deutschpop nicht doch etwas Supermonsterheldenmäßiges schlummert, brütet, gärt und wütet. Mit Perücken, Gewaltorgien und Publikumsquiz.“ Quelle: https://schwankhalle.de/spielplan/van-hasselt-diddlsupernazi-594.html

Weitere Informationen findet ihr unter oben genanntem Link oder hier: https://www.facebook.com/events/483458002161279/

[vimeo]https://vimeo.com/299294498[/vimeo]

 

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