Weird Xperience im Januar: DIE NACKTEN VAMPIRE (Frankreich 1970, OmU)

Zum Jahresauftakt gibt es erneut einen Klassiker. Diesmal aus Frankreich und von Kult-Regisseur Jean Rollin. Am Sonntag, den 11. Januar um 20:00 Uhr zeigen wir im Cinema Ostertor den Film DIE NACKTEN VAMPIRE von 1970, welcher in Deutschland auch unter dem noch exploitiveren Titel „Das Lustschloss der grausamen Vampire“ bekannt ist.

In einem seltsamen Labor nehmen drei Männer mit merkwürdigen Masken einer nackten, vermummten jungen Frau Blut ab. Eine andere Frau in einem orangefarbenen Negligé irrt durch die Straßen und wird von einer Gruppe mit Tierköpfen verfolgt. Die Frau trifft auf einen Mann namens Pierre, der ihr helfen will.

Diese kurze Zusammenfassung des Beginns des Filmes zeigt schon in welche Richtung es hier geht. Jean Rollin bedient sich einer surrealistischen Bildsprache voller intensiver Farbräusche, bizarren Kostüme und theaterhaften Sets. Zeitweise untermalt von einem wilden Free-Jazz-Soundtrack.

So entstand ein psychedelischer Vampirfilm, der in Deutschland ungerechtfertigterweise nicht im Arthaus-, sondern im Bahnhofskino landete. Die titelgebenden nackten Vampir(innen) spielten dabei sicherlich keine kleine Rolle. Der berüchtigte katholische Filmdienst war dementsprechend wenig begeistert und schrieb kurz und knapp: „Drei Wissenschaftler wiegen sich in der Hoffnung, mit einem vermeintlichen Vampirmädchen die Unsterblichkeit zu entdecken. Ein Horrorfilm des Vampir-Erotomanen Rollin.“

Andere sehen es anders:

Doch es geht Rollin nicht um die plumpe Zurschaustellung von Nacktheit. Auch wenn die Kamera immer wieder lange Zeit sanft an den blanken Brüsten und Schenkeln der weiblichen Figuren entlanggleitet, steht dabei wie im gesamten Film immer das sinnhafte Erleben und die Faszination von Schönheit in all ihren Facetten im Vordergrund. – Die Nacht der lebenden Texte

(…) Rollin really isn’t interested in plots but mood. In that respect La Vampire Nue has some striking sequences—Rollin had genuine visual chops and his use of ruined amphitheaters and delapidated castles revealed a real flair for haunted landscapes (…). – Trailers From Hell

„Die nackten Vampire“ von Jean Rollin, eine surreale Phantasmagorie um, ja: um was eigentlich? Die Erinnerungen verwirren sich, Bilder rollen auf mich ein, ungeordnet, sich überlagernd, traumartig – äh Halt: Ich glaube, das ist doch genau der Film, wie er auf der Leinwand war. Ungeordnet, sich überlagernd, traumartig (…) Hochsymbolisch, tiefmetaphorisch, in unglaublichen Bildwelten, unausdeutbar – aber doch erstens recht deutlich, nämlich im Sinn von 68er-Befreiungsmythen, und zweitens sehr cool. – Screenshot – Texte zum Film

Wir zeigen den Film wie immer im Original mit deutschen Untertiteln, und es gibt vorweg wieder eine Einführung.

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