Der Sommer wird heiß!

todesgöttin

Auf vielfachen Wunsch hier eine kurze Übersicht, was wir von Weird Xperience für die Sommermonate Juni/Juli geplant haben. Diesmal sind wir viel unterwegs und bei netten Menschen zu Gast.

 

10. Juni – etage3, 20:30 Uhr – Planet Saturn lässt schön grüßen

23. Juni – Open Air Kino am Schlachthof – 19:45 Uhr Return of the Living Dead / 21:45 Uhr Street Trash

08. Juli – Gallerie Onetwothree (Steffensweg/Walle), 18:00 Uhr – Otto, Or Up With Dead People

12. Juli – Open Air Kino am Schlachthof – 19:45 Uhr Invasion aus dem Inneren der Erde / 21:45 Uhr Die Todesgöttin des Liebescamps

Nähere Infos zu den Filmen folgen noch…

Weird Xperience im Mai: STAR CRASH (1978)

star_crash1Am Freitag, den 13. zeigen wir mal wieder nicht den gleichnamigen Film, dafür haben wir ein kunterbuntes Science-Fiction-Spektakel italienischer Prägung im Gepäck.

Die Sterne duellieren sich am Freitag, den 13. Mai in unserer mittlerweile gar nicht mehr neuen, sondern gewohnten Heimat, der etage3 im Lagerhaus. Einlass ist 20:00 Uhr, los geht es um 20:30 Uhr – wie gewohnt mit einer kleinen Einführung.

Die berüchtigte Schmugglerin Stella Star und ihr treuer Robotorfreund Akton werden vom Chef der galaktischen Polizei gefangen genommen. Doch der galaktische Imperator lässt sie wieder frei. Dafür sollen sie ihm helfen, seinen einzigen Sohn Simon zu finden, der auf der Suche nach dem bösen Graf Zarth Arn war, welcher eine Superwaffe entwickelt hat. Damit beginnt für Stella Star eine aufregende und gefährliche Reise kreuz und quer durchs Weltall, bei der sie auf wilde Amazonen, Höhlenmenschen und die geheime Basis des bösen Grafen trifft.

starcrash4Wir schreiben das Jahr 1978. Die ganze Welt staunt noch über den phänomenalen Erfolg von George Lucas‘ Sternenoper „Star Wars“. Die ganze Welt? Nein. Die Italiener haben schon längst die Ärmel hochgekrempelt und frei nach dem Motto „Selbst ist der Mann“ damit begonnen, ihre eigenen Sternenkriege zu inszenieren. Natürlich mit einem Bruchteil des Budgets, welches Lucas zur Verfügung stand, dafür mit viel Enthusiasmus. Unter ihnen ein junger Mann, der zuvor vor allem als Mitarbeiter von Horror-Maestro Dario Argento aufgefallen war und 1975 mit dem wundervollen – und leider in Deutschland bis heute nicht erhältlichen – Giallo „The Killer Must Kill Again“ auf dem Regiestuhl debütierte. Luigi Cozzi ist ein riesiger Fan des phantastischen Films und kann sich bei „Star Crash – Sterne im Duell“ nach Herzenslust austoben. Er baut eine Hommage an den großen Stop-Motion-Künstler Ray Harryhausen mit ein, lässt quietschbunte Raumschiffe durch ein ebenso buntes All gleiten, in dem die Sterne in allen Farben leuchten.

starcrash5Und mittendrin sie: STELLA STAR! Die wunderschöne, aufregende Caroline Munro. Schwerbewaffnet und im Lederbikini gibt sie die harte Schmugglerin. Da kann Han Solo einpacken. Wie vielen Heranwachsenden hat diese Überfrau wohl die Nächte geraubt? Auch Joe Spinell (als böser Graf Zarth Arn) sollte zwei Jahre später für schlaflose Nächte sorgen. Allerdings aus anderen Graden, denn da spielte er die Titelrolle im berüchtigten Slasher „Maniac“.

Des Weiteren mit am Bord des Sternenkreuzers „Star Crash“: Christopher Plummer als guter Imperator und ein blutjunger David Hasselhoff (!) als sein einziger Sohn Simon. Ja, für „The Hoff“ gab es ein Leben vor „Knight Rider“, auch wenn er da heute vielleicht nicht mehr gerne drüber spricht. In der Rolle von Stellas treuen Robotorfreund Akton sieht man Marjoe Gortner, einen ehemaliger Erweckungsprediger, der im Alter von nur vier Jahren der jüngste ordinierte Prediger geworden war und sich in den 70ern als Sänger und Schauspieler versuchte. Erwähnenswert auch die grandiose Musik, denn sie stammt aus der Feder des berühmten „James-Bond“-Komponisten John Barry!  

Wenn das alles keine verdammt guten Gründe sind, im Mai bei Weird Xperience vorbeizuschauen, dann wissen wir auch nicht weiter.

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Weird Xperience im April: TURBO KID (2015)

Weird Xperience präsentiert am 8. April in der Etage 3 (20 Uhr Einlass):
TURBO KID (2015)

Turbo-Kid-001Wieder eine Bremen-Premiere!

Wir schreiben das Jahr 1997, die Apokalypse fand schon längst statt. „The Kid“ (Munro Chambers, nicht Charlie Chaplin) schlägt sich als Plünderer durch, ist Einzelgänger und vor allem Comicfan. Als ein geheimnisvolles Mädchen trifft, ist es vorbei mit seinem Einzelgängerleben. Er findet ein Superheldenkostüm und kämpft mit ihr an seiner Seite gegen den Wasteland-Diktator, der mit allen Mitteln die Macht über alles Wasser bekommen will.

Kommt einen bekannt vor? Ja, dies ist eine liebevolle Hommage an den 80er-Jahre- Endzeit-Film. Nicht nur in seiner Blockbuster-Ausführung a la MAD MAX, sondern auch und gerade an die Filme aus der zweiten Reihe, gerne aus Italien, die uns meist in Form der VHS-Kassette erreichten.turbo-kid-02

Das ist mit Hingabe und Detailreichtum gefilmt und inszeniert. Da wird auf alles geachtet: Inhalt, Musik, Ausstattung, Kamera. Und hat mit Michael Ironside einen kongenialen oberbösen Wüstenlord.

Wir freuen uns, euch diese wahnwitzige Splatter-Trash-Komödie zu zeigen. Oder, wie schrieb critic.de:

Wenn Nostalgie aufhört, nur Pastiche zu sein, und in purer Liebe aufgeht.“

R: François Simard, Anouk Whissell, Yoann-Karl Whissell, D: Munro Chambers, Laurence Leboeuf, Michael Ironside, Aaron Jeffery, Edwin Wright, Romano Orzari, Orphée Ladouceur, Steeve Léonard, Orphée Ladouceur, Yves Corbeil, Evan Manoukian, Anouk Whissell, François Simard, Tyler Hall, Martin Paquette, Pierre Sigouin, Yoann-Karl Whissell

Kanada, Neuseeland 2015, 92 Minuten

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PS: In eigener Sache, Einlass ist wie immer um 20 Uhr, nicht Beginn. Dann sollen sich erst alle mit Getränken versorgen, so sie wollen, und es gibt noch eine kurze Einführung.

Weird Xperience im März: DER BUNKER (2015)

Weird Xperience, 11. März 2016, Etage 3 Lagerhaus, 20 Uhr
DER BUNKER (D, 2015)
DER BUNKER - Info English 2015-finalBremen- Premiere in der Etage 3!
Der 8jährige Klaus wird von seinen Eltern zu Hause unterrichtet. Meist hält er sich in dem unterirdischen Bunker auf.
Ein junger Student mietet sich bei der Familie ein, um sich in Ruhe auf seine Abschlussarbeit vorzubereiten und wird von den Eltern als Hauslehrer eingespannt. Mehr kann man von der Handlung eigentlich nicht verraten, nicht nur, weil man dann zu viel spoilern würde, sondern auch weil es so unglaublich und unbeschreiblich ist. Das gesamte schwierige neurotische Beziehungsgeflecht purzelt durcheinander.
Das bizarre Meisterstück ist wie gemacht für unsere Reihe und hat auf vielen Festivals abgeräumt.
DER-BUNKER-Filmstill-02Regie führte Nikias Chryssos, der 2006 mit Hochhaus auf der Berlinale auf sich aufmerksam machte. Die vier Schauspieler (der gesamte Cast) sind alles erfahrene TV-Schauspieler. Einen Rollennamen hat nur Klaus.

Die taz formulierte so: „Einer der derzeit aufregendsten deutschen Filme … ein vorbildlich bizarres Meisterstück des sonderbaren Kinos. Gerade so als hätten Wenzel Storch und Helge Schneider gemeinsam mit David Lynch exzessiv am Kleber geschnüffelt und sich dabei „Ekel Alfred” in Endlosschleife reingepfiffen.“
Ähnlich spiegel.online: „Als ob David Lynch ein Drehbuch von Helge Schneider verfilmt hätte. Ein stilsicheres, düsterabsurdes Kammerspiel.“

Wir freuen uns sehr, dass wir diesen Film in Bremen zeigen können, und freuen uns auf euch!

Der Bunker, D 2016, R: Nikias Chryssos, D:Pit Bukowski, Daniel Fripan, Oona von Maydell, David Scheller, 85 min

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weird xperience im Februar 2016: WILD ZERO (1999)

Wild_Zero1Weird Xperience, 12. Februar 2016, Etage 3 Lagerhaus, 20 Uhr
WILD ZERO (J, 1999)
Zombies!! UFOs!!! Rock ‚n’ Roll!!!! Im Jahr 2000 machte sich ein Film auf, um dies alles stylish und mit viel Esprit zusammenzuführen. Klar, wir begeben uns hier nicht auf die Arthouse-Gleise, sondern waten knietief in einem Moder von 50er Jahre-SciFi, Ed Wood-Artigem und 70er Zombie-Schrecken, gepaart mit punkiger, harter Musik.
Nach einem Meteoriteneinschlag greifen Außerirdische an und verwandeln Menschen in Zombies. Ace bekommt davon nichts mit. Der Fan der Gruppe Guitar Wolf (Mitglieder: Bass Wolf, Drum Wolf, Guitar Wolf) macht sich auf, um ein Konzert dieser Band zu sehen. Unabsichtlich rettet er die Band vor einem schießwütigen Manager und bekommt von ihnen eine mächtige Trillerpfeife. Langsam erkennt er die Lage der Welt, rettet eine wunderschöne Person, in die er sich verliebt. Zusammen mit den drei Musikern ziehen die beiden los, um die Menschheit zu retten. Helden in Leder halt.
Der Regisseur beweist nicht nur Detailfreudigkeit und ein sicheres Gespür für Abseitiges und deren stimmungs- sowie humorvolles Potential, sondern er hat auch etwas zu erzählen. Einerseits in Szenen und von Charakteren, die einem in ihrer Unglaublichkeit staunend den Mund offen halten lassen, andererseits wird hier auch das schwierige Verhältnis von Japan zu Korea miterzählt. Und auch Transgender-Themen werden verhandelt. Bestes aufklärerisches Exploitationkino!

wild-zero-4„It has to be seen to be believed, as this Zen-Buddhist/Romero/Ramones road-movie blasts its way at full volume.“ Jason Corber, Film Scouts

„The sort of film that makes you want to down a bottle of vodka, throw your TV out of the window, set your house on fire, and pogo naked on the roof screaming, „ROCK AND ROLL!!!““ Ian Berryman, SFX Magazin

Ein lautes, schrilles, intelligentes Vergnügen, zu dem wir euch einladen wollen. ROCK ON!

WILD ZERO (J, 1999) R: Tetsuro Takeuchi, D: Masahi Endo, Kwancharu Shitichai, Ianmiya Makato, M: Guitar Wolf, 98 Min

 

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weird xperience im Januar 2016: FRANKENHOOKER

FRANKENHOOKER (1990)

Am 8. Januar, 20 Uhr ist es wieder soweit, Weird Xperience ist in der Etage 3. Und zeigt eine amerikanische Version des klassischen Frankenstein-Stoffs im Fun-Splatter-Style.frankenhooker-resurrection3

Der schüchterne Hobby-Chirurg John Franken verliert durch einen Unfall den einzigen Lichtblick in seinem Leben: Seine Verlobte Elizabeth. Nur ihren Kopf kann er retten. Die Lösung liegt nah, er lädt Prostituierte auf eine Party mit Versprechen auf Geld und prima Drogen. Die Drogen gibt es auch wirklich, doch lassen sie leider die anwesenden Frauen platzen. Aus den übriggebliebenen Teilen bastelt John sich einen Körper für seine Geliebte, doch die verhält sich anders als zuvor.

1990 war die Hochzeit des Fun-Splatters. Nachdem Mitte der 80er sich der todernste, immer härter werdende Splatter sich einerseits kaum noch frankenhhoker6selbst übertreffen konnte, andererseits im Mainstream („The Silence oft the Lambs“) angekommen war, versuchten ein paar Regisseure mit Humor und exploitativen Zugaben dem Genre neues Blut zu geben. Am bekanntesten sind hier wohl die Filme von Peter Jackson („Bad Taste“, „Meet the Feebles“, „Braindead“). Doch auch Frank Henenlotter schafft hier ein Exploit-Monster. Bekannt geworden durch seine bizarren Filme „Basket Case“ und „Brain Damage“ lässt er es bei „Frankenhooker“ richtig krachen. So verstand er sich auch nie als Horror-Filmer, sondern viel mehr als Exploitationsregisseur, da er mit diesen Mitteln seine Filme rauer und ein wenig gemeiner anlegen kann, um den Zuschauer anders zu reizen. Neben seinen Filmen kümmert er sich auf seinem eigenen Videolabel um unbekannte Roughies aus den Siebzigern.

In der Hauptrolle als moderner Doktor Frankenstein begeistert James Lorenz, der trotz seiner Ausstrahlung nie den großen Durchbruch schaffte, aber einige Filme durch seine Anwesenheit veredelte: STREET TRASH, LAST EXIT TO BROOKLYN, ROBOCOP 3, KING OF NEW YORK. Des Weiteren sehen wir in der zweiten Hauptrolle Patty Mullen, Penthouse Pet des Jahres 1988, die hier alles gibt, inklusive Fat Suit.

Wir freuen uns mit euch auf eine kleine Zeitreise in die unglaubliche Welt und Phantasien ins Jahr 1990. Deutscher Untertitel: „Verschraubt und vernagelt

USA 1990, R: Frank Henenlotter, D: James Lorinz, Joanne Ritchie, Patty Mullen, J. J. Clark, Carissa Channing, Shirl Bernheim, 81 Min.

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Weird Xperience im Dezember: „Der Tod weint rote Tränen“

The-Strange-Colour-of-Your-Bodys-TearsWir zeigen DER TOD WEINT ROTE TRÄNEN (2014) („Strange Colour of your Body’s Tears“) am Freitag, den 11.12. um 20:30 Uhr im Kulturzentrum Lagerhaus.

Zum Jahresende präsentieren wir euch eine Bremen Premiere: Den neuen Film der Neo-Giallo Experten Hélène Cattet und Bruno Forzani.

Story: Dan Kristensen kehrt nach einer Geschäftsreise in seine Jugendstilvilla nach Brüssel zurück. Doch seine Frau Edwige (!!!) ist verschwunden, die Tür von innen verriegelt. Dan begibt sich auf einem Trip durch das Haus, um nach Hinweisen über den Verbleib seines geliebten Wesen zu suchen. Und es wird wahrhaftig ein Trip…

Viel weniger eine Story als eine Exposition beschrieb ich hier, das Folgende muss man gesehen haben.

Hélène Cattet und Bruno Forzani drehten nach AMER (2009) einen weiteren Film, der sich auf europäisches Genre Kino der 60er und 70er bezieht, sich dort bedient, sich inspirieren lässt.

Wir folgen nicht nur Dan durch das Haus, sondern auch Spuren von Mario Bava, Dario Argento, Alejandro Jodorowsky, Lucio Fulci. Doch der Film ist viel mehr als eine Hommage an die alten großen Meister. Aus diesen Zutaten und neuartigen fremden Schnitten und Kamerafahrten baut der Film eine eigene einzigartige Welt, bei der die Realität ein ums andere Mal auf den Kopf gestellt wird. Und so ist es nicht ein Zitierfilm eines Eli Roth oder Quentin Tarantino (der übrigens Fan der beiden ist), sondern ein höchst eigenständiges Werk, der sich als Weirdo Acid Horror bezeichnen lassen könnte.strange2

Gedreht wurde übrigens auf 16mm und alle Effekte sind handgemacht, um die einzigartige Atmosphäre herzustellen. Das der Film aus Belgien kommt, überrascht nur auf den ersten Blick überrascht. Denn von dort kommen nicht nur gute und innovative Genrebeiträge neueren Datums (EX DRUMMER, MANN BEISST HUND, JCVD, KILL ME PLEASE,…) und erfrischende Komödien (ICH BIN TOT MACH WAS DRAUS), sondern auch der Regisseur Harry Kümel, der Anfang der 70er in seinem Heimatland zwei weirde Filme (BLUT AN DEN LIPPEN, MALPERTIUS) drehte, die ebenfalls einen Einfluss auf die Arbeit von Cattet und Forzani haben.

strange1Tim Lindemann von blairwitch.de schrieb: „Dies ist ein Film, den man schon deshalb nicht deutlich genug empfehlen kann, weil er so detailverliebt und mit echter Neugier die extremen Pole filmischer Bildmanipulation auslotet, ohne zu langweilen. Genre-Hommage, psychedelisches Kaleidoskop, kühnes Experiment  –  “The Strange Colour Of Your Body’s Tears” ist kein Film für jedermann und heutzutage gerade deswegen ein so seltenes Exemplar.“

Wir freuen uns darauf, diese Filmerfahrung mit euch zu teilen.

Regie und Buch: Hélène Cattet, Bruno Forzani, Darsteller: Klaus Tange, Ursula Bedena, Joe Koener, Hans de Munter, BirgitYew, Anna D’Annunzio, Jean-Michel Vovk

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Weird Xperience im November: „Das Grauen kommt nachts“

71WpRiEBlUL._SL1024_Schon am nächsten Freitag, den 13. November (wir hoffen mal, dass das kein schlechtes Omen ist) geht es mit Weird Xperience in der etage3 des Kulturzentrum Lagerhaus weiter. Diesmal haben wir einen ganz besonderen Kracher im Gepäck, bei dem es sich lohnt, dass unser DJ Wolfinger den ersten Gästen bereits liquide Erfrischungen versprochen hat. Einlass ist um 20:00 Uhr, die Show startet mit unserer gewohnten Einführung um 20:30 Uhr. Nach dem Film gibt es wieder Musik und Gelegenheit um zu Chillen, zu Tanzen und den gesehen Irrsinn verarbeiten.

Dr. Herbert Lyutak (Mickey Hargitay) ist ein Serienkiller, der versucht, junge Mädchen zu vergewaltigen, und sie dann umbringt. Gleichzeitig arbeitet der Psychiater aber auch eng mit der Polizei zusammen, die vergeblich versucht, die Morde aufzuklären. Als eines Tages ein Mord geschieht, der nicht auf Lyutaks Konto geht, versucht er, auf eigene Faust herauszufinden, wer dahintersteckt. Dabei dreht sich die Spirale von Mord und Wahnsinn immer schneller…

vlcsnap-00069Wer es nicht schafft, in den Rausch, den der Film auslösen kann, einzutauchen, lustvoll zu delirieren und sich einfach vom überbordenden Wahnsinn mitreißen zu lassen, der wird nur kopfschüttelnd davorstehen und diejenigen, die von „Das Grauen kommt nachts“ so begeistert schwärmen, als arme Irre abstempeln. Er wird nur die abstruse, zum Teil hoffnungslos unlogische Handlung sehen, ohne sich an ihrer Bizarrheit erfreuen zu können. Er wird nicht den herrlichen Irrsinn sehen, der sich von der Leinwand auf jene Enthusiasten ergießt, die sich dem Film bedingungslos öffnen.

vlcsnap-00130Regisseur Renato Polselli zeigt eine andere Welt. Eine, in der das Delirium regiert, und die Akteure nicht mehr aus seinen Krallen entlässt. „Das Grauen kommt nachts“ ist kein Film für jedermann. Die einen werden ihn als langweiligen und unglaublich schlecht gemachten Müll abtun. Andere werden sich über den Film und seine offensichtlichen Unzulänglichkeiten schieflachen, um ihn anschließend als „Trash“ abzufeiern. Und dann gibt es noch die, denen seine somnambule Seltsamkeit ins Herz schleicht.

„Unglaublich, unfassbar, unbeschreiblich! Es entzieht sich meiner Kenntnis, welche Stoffe sich Regisseur Renato Polselli und die anderen Verantwortlichen durch sämtliche Körperöffnungen gezogen haben, aber dieser Film sprengt mir die Positronik aus dem Schädel!“Filmclub Bali

„Ein echter Kracher mit hohem Spaß-Faktor. Ein unglaublicher Film, der mittlerweile schon Kultstatus genießt.“Die-besten-Horrorfilme.de

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Weird Xperience im Oktober: TRUE LOVE WAYS

true-love-ways-13Am 9. Oktober ist es wieder soweitIn der Etage 3, in der wir uns jetzt schon sauwohl fühlen, im Lagerhaus (Schildstr.12-19, 28203 Bremen) zeigen wir euch um 20 Uhr eine Bremen-Premiere:

TRUE LOVE WAYS (2015)

 

Da soll noch einmal einer behaupten, aus Deutschland kommen keine guten Genrefilme! Zur Not wird auch mal eben ein Schweizer, wie den Filmemacher Mathieu Seiler, importiert, um zu zeigen, dass auch hier genremäßig die Axt kreist.

Mit „True Love Ways“ hat Seiler einen Giallo-Slasher-Thriller-Hybrid mit Retro-Charme geschaffen, der u.a. auf dem Brussels International Fantastic Film Festival lief und dort für begeisterte Kritiken sorgte. So wurde der Film in einem Atemzug mit dem frühen Polanski genannt. Was nicht nur daran liegt, dass sich Seiler für Schwarz-Weiß als Stilmittel entschieden hat. Harald Mühlbeyer schreibt beispielsweise auf kino-zeit.de: „Der ganze Film hat einen eigenen Pulp-Charme, und das latent bis akut Trashige erscheint fast als bewusstes Stilmittel.“true-love-ways-07

„True Love Ways“ handelt von der jungen und selbstbewussten Séverine. Bevor sie für ein paar Tage Tage ans Meer fährt, trennt sie sich von ihrem Freund Tom. Der betrinkt dieser sich in einer Kneipe, wo er von einem Mann angesprochen wird, der eine Lösung für sein Problem anbietet. Séverine soll während ihrer Fahrt ans Meer überfallen und dann von Tom gerettet werden. So würde Tom seine Séverine zurückerobern. Doch der Plan gerät außer Kontrolle: Séverine entkommt ihren Entführern. Als sie in einer Villa im Wald Hilfe sucht, wird sie Zeugin eines brutalen Verbrechens und muss um ihr Leben kämpft…

Mathieu Seiler mischt in seinem Film Splatter und klassischen Backwood-Slasher mit einer traumgleichen, kunstvollen Atmosphäre. Seine Heldin wird von finsteren Gestalten durch labyrinthische Kellergewölbe gejagt, gerät an eine grausame Snuff-Video-Bande und wird immer tiefer in einen Strudel aus Mord und Vergewaltigung gezogen. Doch wie der Schweizer Filmkritiker Michael Sennhauser schreibt: „Severine mag die schmollende Prinzessin geben, das trotzige Kind oder auch die erschreckte oder wütende junge Frau: Wenn es dann zur Sache geht und blutig wird, handelt sie entschlossen und schnell und vor allem unzimperlich. Schliesslich ist auch der Alptraum noch immer ihr Traum, und sie hat ihn gesucht.

 

Regie: Mathieu Seiler, Darsteller:Anna Hausburg, David C. Bunners, Kai-Michael Müller, Spielzeit: 1h 45 min

 

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Weird Xperience im September: „Two Thousand Maniacs!“/“She-Devils on Wheels“

Am 11. September feiern wir Premiere in unserer neuen Spielstätte, der etage3 im Kulturzentrum Lagerhaus. Für das erste Mal haben wir Euch etwas besonderes mitgebracht: Ein Herschell-Gordon-Lewis-Double-Feature.

Herschell Gordon Lewis ist nicht nur der „Erfinder“ des Gore-Films, sondern für den Papst des schlechten Geschmacks, John Waters, einer der beiden größten Regisseure der USA. Der andere ist Russ Meyer, mit dessen „Faster Pussycat, kill, kill..“ wir unsere Reihe vor vier Jahren im City 46 begannen. Da ist es nur logisch, wenn die erste Vorstellung in der etage3 sich nun dem Herrn Lewis widmet.

two-thousand-maniacsWir starten mit einem seiner bekanntesten Film: „Two Thousand Maniacs!“, den er selber als seinen gelungensten Film ansieht. Hier geht es um eine Gruppe Touristen aus dem Norden der USA, die es in die kleine Stadt Pleasant Valley im tiefsten Redneck-Süden verschlägt. Dort sollen sie die Ehrengäste einer großen Feier sein, die dem 100sten Jahrestag der Zerstörung der Stadt durch Yankee-Truppen gedenkt. Mit größter Freundlichkeit und Zuvorkommen werden die Gäste von den Bewohnern des Städtchens Pleasant Valley empfangen. Da wir uns aber in einem von Herschell Gordon Lewis Gorefilmen befinden und dieser auch noch „Two Thousand Maniacs!“ (mit Ausrufezeichen) befinden, kann man sich denken, dass hinter der südstaatlichen Gastfreundschaft ein blutiges Geheimnis steckt…

Mit „She-Devils On Wheels“ drehte Lewis 1968 einen hierzulande wenig bekannten Beitrag zum weiblichen Biker-Gang-Film. Die Regeln der female Outlaw Gang The Man Eaters sind einfach: Die schnellste Bikerin sucht sich einen Mann aus für eine Nacht aus und verlieben ist nicht. Als Neuzugang Karen letztere Regel bricht, bekommt das ihrem Favoriten schlecht und sie muss ihre Loyalität beweisen. Die Lage spitzt sich weiter zu, als plötzlich eine männliche Biker Gang auftaucht und den Man Eaters ihr Territorium streitig macht. Herschell Gordon Lewis mischt in diesem Film she-devils-on-wheelstypische Juvenile-Delinquency-Elemente mit Horror und Gewalt und lässt dies alles in ein großartiges Finale münden.

Nachdem Herr Lewis seine Karriere mit einer Reihe Nudisten-Filme begann und dann mit seinem frühen Splatterfilmen Kultstatus erlangte, wandte er sich Ende der 60er auch „sozial relevanten“ Themen zu. Allerdings in der ihm eigenen Art. D.h. viel Exploitation und wenig Geld. Neben Jugendkriminalität, Geburtenkontrolle, Frauentausch oder der Musikindustrie, eben auch den populären Bikerfilmen. Nebenbei inszenierte er noch Kinderfilme (!), bevor er 1970 wieder zum Geschmatter zurückkehrte. Nach einer langen Pause in den 80er und 90er Jahren, war er im neuen Jahrtausend mit der Fortsetzung seines ersten Hits „Blood Feast“ und der splatterigen „Uh! Oh! Show“ wieder zurück auf dem Regiestuhl.

Einlass ist am Freitag, den 11. September ab 20:00. Die Show beginnt um 20:30 Uhr. Natürlich gibt es von uns vorweg wieder eine kleine Einführung und nach dem zweiten Film haut Euch DJ Wolfinger die passenden Töne um die Ohren. Wer noch Lust hat zu bleiben, kann das Tanzbein schwingen oder sich gemütlich niederlassen, um bei einem süffigen Getränk ein wenig zu Plauschen.