Weird Xperience im Oktober: EL TOPO (Originalfassung)

Am Sonntag, den 14. Oktober um 20:00 Uhr, zeigen wir im Cinema Ostertor den Großvater aller Mitternachtsfilme: Alejandro Jodorowskys unfassbaren „El Topo„. Dieser Film steht schon lange auf unserer Wunschliste und nach einer euphorisierenden Sichtung von Jodorowskys neustem Werk „Endless Poetry“ wussten wir: Die Zeit ist reif!

Mit seinem zweiten Werk „El Topo“ „erfand“ Alejandro Jodorowsky den sogenannten „Mitternachtsfilm“. Auch wenn dies eher durch Zufall geschah, als John Lennon den Film in seinem Stammkino – in dem er auch seine mit Ehefrau Yoko Ono produzierten Kurzfilme zeigte – zur Vorführung bringen ließ. Um Mitternacht gab es dann „El Topo“, und der für seine Zeit ungewöhnliche und tabubrechende, surreale Film wurde zu einer Sensation. Dabei spielte sicherlich auch eine Rolle, dass das Publikum mit Hilfe bewusstseinserweiternder Substanzen besonders empfänglich für die ungewöhnlichen, mysteriösen Bilder war, die Jodorowsky auf die Leinwand zauberte.

In Deutschland als Italo-Western vermarktet, dürfte der Film so manchem Western-Freund ziemlich gegen das Schienenbein gedrehten haben. „El Topo“ spielt zwar mit Stereotypen und Western-Situationen, beschreibt aber eine Suche nach dem spirituellen Sinn des Lebens.

Jodorowskys Film quillt über vor bizarren Bildern, absurden Situationen und geheimnisvollen Symbolen. Er lädt den Zuschauer ein, das Gesehene zu interpretieren, sich neuen Bilderwelten zu nähern und zwischen den überlagernden Bedeutungsebenen zu wechseln, wie es ihm beliebt. Dabei ist „El Topo“ sehr viel gradliniger als sein Erstling „Fando und Lis“ oder Jodorowskys folgendes magnum opus „Der heilige Berg“, denn er folgt tatsächlich einem narrativen Faden, den man aus diversen Westernfilmen – insbesondere denen aus Italien – kennt. Da ist zunächst der Held, der ein Anti-Held ist, rücksichtslos und eiskalt. Dann aber doch menschliche Regungen zeigt und schließlich versucht eine gute Tat zu vollbringen, nur um dabei tragisch scheitert, was zu seiner Rache und letztendlich Auslöschung führt.

Doch um diesen Alibi-Faden herum, drapiert Jodorowky religiöse, mythische und spirituelle Anspielungen. Er entfesselt einen Orkan an fremdartigen Bildern, die aus einem fiebrigen Albtraum zu stammen scheinen: Groteske Opern-Generale; in bunte Frauengewänder gehüllt Banditen; ein Hybridwesen, welches aus einem Armlosen und einem Beinamputierten besteht. Ein Feld mit toten Kaninchen, Seen voller Blut und eine Höhle voller Verkrüppelter, die sehr viel menschlicher erscheinen als die sogenannten Normalen, deren Verkrüppelung seelischer Natur ist. Mittendrin „El Topo“, der von einem coolen, in schwarzes Leder gewandeten Revolverhelden, zu einem androgynen, leuchtenden Zwitterwesen und schließlich zu einem armen Pantomimen in Mönchskutte wird.

Kastration, Vergewaltigungen, der gewaltsame Tod von Frauen und Kindern, die korrupte Kirche. Dazwischen die Wüste, der Sand, biblische Anspielungen, Symbolismus aus fernen Religionen. Mord, Totschlag, Auferstehung, Himmelfahrt. „El Topo“ ist so reich an Bildern, dass er einen fasziniert, aber auch erschöpft zurück lässt.

Wir zeigen den Film in der spanischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

Weird Xperience im September: THE ENDLESS (Originalfassung)

Nach diversen Stipvisiten in den 80er Jahren, springen wir im September endlich mal wieder in die Gegewart und zeigen am 09. September um 20:00 Uhr im Cinema Ostertor den Mystery-Horror-Fantasy-Mix THE ENDLESS, welcher auch einige Lovecraft-Motive aufweist. Wir haben den Film schon im vergangenen Jahr auf dem Internationalen Filmfest in Oldenburg erleben dürfen und sind froh, ihn dieses Jahr hier in Bremen in der Originalfassung auf die große Leinwand bringen zu dürfen.

The Endless“ ist der neue Film des Regie-Duos Justin Benson und Aaron Moorhead, welches auch den vielgelobten Liebesfilm-Horror-Hybrid „Spring“ gemacht hat. Benson und Moorhead haben dabei nicht nur Regie geführt, sondern auch das Drehbuch verfasst, sowie Produktion, Schnitt und Kamera übernommen. Aber nicht nur hinter der Kamera hielten die Beiden die Fäden in der Hand, sie übernahmen zusätzlich noch vor der Kamera die beiden Hauptrollen. Wer so eng zusammenarbeitet, ist natürlich dazu prädestiniert, ein Bruderpaar zu spielen. Benson und Moorhead, die im Film praktischer Weise ihre eigenen Vornamen, Justin und Aaron, tragen, harmonisieren dann auch perfekt miteinander und man nimmt ihnen jederzeit das ebenso liebevolle, wie auch schwierige Verhältnis zueinander ab.

Sie spielen zwei Brüder, die zum Ort ihrer Jugend zurückkehren – einer Sekte, die sie damals nach dem tödlichen Autounfall ihrer Eltern bei sich aufgenommen hat. Während der Ältere behauptet, es handele sich um eine Todes-Sekte, hat der Jüngere nur gute Erinnerungen. Und der Besuch im Camp scheint diese zu bestätigen. Die durchweg sympathischen Leute dort machen nicht im Geringsten den Eindruck, bei ihnen könnte es sich um todessehnsüchtige, irre Selbstmörder handeln. Ganz im Gegenteil. Sie genießen ihr einfaches, aber glückliches Leben. Trotzdem wird ganz langsam klar, dass da draußen noch etwas anderes geben muss, was einen großen Einfluss auf die Sektenmitglieder ausübt. Aber ist die Sekte auch ein Teil dieses Unbekannten? Was geht da vor? Sind sie Täter, Opfer oder einfach Unbeteiligte?

Mehr sollte man nicht verraten, denn „The Endless“ lebt davon, dass Benson/Moorhead langsam immer mehr die Schraube andrehen und ihre Geschichte in Ecken treiben, die man so nicht unbedingt erwartet hat. Obendrein ist das alles auch noch spannend inszeniert, und mit sehr guten Schauspielern besetzt. Auch wissen Benson/Moorhead die beeindruckende Wüsten- und Berglandschaft beeindruckend zu nutzen und können so auf allzu große Spezialeffekte verzichten. „The Endless“ ist ein lohnender Film, über den man nicht zu viel wissen sollte. Und dessen durchaus ambivalente Figurenzeichnung dankenswerter Weise nie ins Klischeehafte verfällt.

Es lohnt sich also, am 09.09. ins Kino zu gehen und „The Endless“ zu entdecken. Ausserdem würden wir uns sehr freuen, wenn auch Stoffe, die nicht zu den Splatter-Klassikern der 80er gehören, in unserer Reihe wieder ihr Publikum finden. Wie sagte schon Pinhead gestern in unserer „Hellbound: Hellraiser 2“-Vorstellung? „We have such sights to show you“!

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Weird Xperience im August: HELLBOUND – HELLRAISER 2 (Originalfassung)

Die Sommerpause ist vorbei, und ich möchte hier die Chance nutzen, mich bei den Zuchauern bedanken, die die beiden Abende zu einem großen Vergnügen machten. Danke Euch und eurem vorzüglichem Filmgeschmack :). Und natürlich bei Oliver Trey und sein Team von der Schlachthofkneipe, die das ja erst möglich machen. Ihr seid super!

Doch nun zum Film:

Hellbound – Hellraiser II (1988) OV

Die Saga um die Zenobiten geht weiter.

Nach ihren Erlebnissen im ersten Teil erwacht Kirsty Cotton (wieder Ashley Laurence) in einer psychiatrischen Klinik. Diese wird von Dr. Channard geleitet, ein Sadist und Erforscher menschlicher Leidensfähigkeit. Insofern sind für ihn die Zenobiten und die Geheimnisse des Würfels hochinteressant. So schreckt er auch nicht vor Menschenopfern zurück, um mit Pinhead und seinen Mönchen des Schmerzes Kontakt aufzunehmen.

Clive Barker bedient sich hier einerseits bekannter Fortsetzungsschemata (Wiedererwachen des Final Girls, Hinweise auf die Herkunft des Bösen usw.) andererseits geht er konsequenter den Weg in eine eigene Welt, entsprungen seiner Fantasie. Und die ist surreal und fremd, inspiriert durch S/M-Fetischwelten, Industrial-Punk und klassischem Horror. Und doch so eigen, dass seine Hellraiser-Welt alleinstehend ist.

Durch den Erfolg des ersten Teils musste sich Barker noch weniger an Konventionen halten, und so entfaltet sich die Geschichte so wie in seinen Kurzgeschichten: ein mythisch anmutender, unverständlicher, aber faszinierender Sog zieht den Zuschauer in den Film. Regisseur Tony Randal hat die Vorgaben Barkers gut verstanden, und durch seine Lehrzeit bei Roger Corman konnte er diese effektvoll, schnell und trotzdem günstig umsetzen.

Der Komponist Christopher Young hat im ersten Teil, bei dem er eigentlich ja eine Art Notlösung war, so überzeugt, dass er auch den zweiten Teil vertonen durfte, und er schafft wieder eine unheimliche Atmosphäre. Eingespielt wurde der Soundtrack ein wenig opulenter mit den Münchner Symphonikern.

Die zeitgenössische Filmkritik war nicht überzeugt, die Horrorfilmfans allerdings schon. Nur die Bundesprüfstelle fand Gründe diesen Film zu indizieren. Die Indizierung wurde allerdings 2014 aufgehoben, so dass wor die Gelegenheit haben, diesen Film in bester Qualität und ungekürzt zu zeigen und zu sehen.

Das alles am 12. August 2018 im Cinema Ostertor um 20 Uhr in der Original Fassung.

GB 1988, R: Tony Randel, D: Clare Higgins, Imogen Boorman,  Ashley Laurence, Sean Chapman, Oliver Smith, Kenneth Cranham, Doug Bradley, William Hope; M: Christopher Young; 93 Min., english Version

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Weird Xperience Open-Air: „Die Brut des Bösen“/“Das Böse 2“-Double-Feature am 29. Juni

Und weiter geht’s auf unserer Weird-Xperience-Open-Air-Tour 2018. Nachdem wir vorgestern mit Euch in der Schlachthof-Arena bereits einen wunderschönen Abend verleben durften, der uns sehr viel Spaß gemacht hat und Euch ja scheinbar auch – gehen wir am Freitag, den 29. Juni gleich in die zweite Runde.

Diesmal steht der Abend am Schlachthof unter dem Motto „Eine lange Nacht des Bösen“.

Los geht es um 20:00 Uhr mit dem „Krautploitation“-Kracher „Die Brut des Bösen“ mit dem unglaublichen Christian Anders, der sich Ende der 70er Jahre vom Schlagerstar („Es fährt ein Zug nach Nirgendwo“) in die deutsche Antwort auf Bruce Lee verwandeln wollte. 1979 schrieb und inszenierte diesen ersten deutschen Kung-Fu-Film, bei dem er außerdem noch die Hauptrolle spielte und die Musik (na klar) beisteuerte.

Der fiese Giftzwerg Van Bullock regiert die spanische Unterwelt mit eiskalten Methoden. Wer nicht nach seinen Regeln spielt, landet auf der Abschlussliste und bekommt Besuch von seinem üblen Schläger Komo! Um die Weltherrschaft im Drogenschmuggel zu erlangen, will er eine unscheinbare Karateschule als Umschlagplatz benutzen, welche dem unbezwungenen Karatelehrer Frank Mertens gehört. Doch Van Bullock hat die Rechnung ohne Mertens gemacht, denn der will nicht verkaufen und stellt sich furchtlos den hinterhältigen Attacken des Drogenbarons in den Weg. Mit Hilfe der verführerischen Cora lockt ihn Van Bullock in eine ausweglose Falle, doch als Mertens die Intrige durchschaut, verwandelt sich der friedfertige Karatelehrer in eine unaufhaltsame Kampfmaschine. Angetrieben von dem Wunsch nach Rache, tritt Frank Mertens den härtesten Kampf seines Lebens an!“ (Pressetext)

Dilettantischer Versuch einer europäischen Kopie fernöstlicher Kinomuster“ meinte damals der katholische Filmdienst. Ein schier unfassbarer Irrsinn sagen wir. Neben Christian Anders spielen mit: Seine schauspielernde Schlagerkollegin (bzw. Schlagersingende Schauspielkollegin) Dunja Rajter und der großartige Deep Roy als Van Bullock. Deep Roy sollte in der Folge in unzähligen Hollywoodfilmen von „Star Wars“ über zahlreiche Tim-Burton-Filme bis „Transformers“ und „Star Trek“ dabei sein.

Als zweiten Film des Abends zeigen wir um 21:45 UhrDas Böse 2“ in der englischen Originalversion. Nach dem großen Erfolg, den wir mit „Das Böse“ im Cinema Ostertor feiern konnten, haben wir diesmal den zweiten Teil der Phantasm-Saga im Gepäck und hoffen Euch damit eine ganz besondere Freude zu machen.

Im ersten Teil traf der Teenager Mike auf den Riesen Tall Man, der auf dem Friedhof des Dorfes Morningside Leichen ausgrub, sie zum Leben erweckte, sie auf halbe Größe schrumpfte, um sie danach in eine andere Dimension zu transportieren, in der sie als Sklaven dienen sollten. Damals konnte Mike den Tall Man aufhalten, doch nun kehrt dieser zurück, um sein Werk fortzusetzen. Nach sieben Jahren in einer psychiatrische Klinik tut sich Mike einmal mehr mit seinem Freund Reggie zusammen, um den Tall Man zu verfolgen. Dieser hinterlässt eine Spur aus verwüsteten Städte mit leeren Friedhöfen…

Deutlich action-lastiger als der sehr atmosphärische Vorgänger, aber nicht weniger surreal ist „Das Böse 2“ ganz Kind der späten 80er. Auch hier war der katholische Filmdienst wenig gnädig: „[…] hoffnungslos in Spezialeffekten ertrinkender Fortsetzungsfilm, der lediglich durch abstoßende Gemetzel auffällt.“ Trotzdem (oder gerade deswegen) wurde die (geschnittene) Videokassette ein Hit unter den Videothekenkindern. Wir zeigen den Film selbstverständlich ungeschnitten in der neuen HD-Abtastung und freuen uns schon sehr, wenn Angus Scrimm als Tall Man wieder seine legendären silbernen Kugeln mit ihren tödlichen Werkzeugen auf die Welt loslässt.

Der Eintritt für die komplette „Lange Nacht des Bösen“ kostet 6 Euro. Wenn ihr nur einen der beiden Filme sehen möchtet, seit ihr mit schlappen 4 Euro dabei.

 

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Weird Xperience Open-Air: „Plan 9 From Outer Space“/“Mutant – Das Grauen im All“-Double-Feature am 10. Juni

Hoffen wir mal, dass am Sonntag, den 10. Juni, die Sonne ebenso freundlich scheint wie heute. Denn dann geht es wieder raus an die frische Luft. Unsere Freunde von der Schlachthof-Kneipe haben uns wieder zu ihrem Open-Air-Kino eingeladen und an zwei Abenden (Sonntag, den 10. und Freitag, den 29.Juni) werden wir Euch wieder „weirde“ Double-Features kredenzen.

Am 10. Juni steht die Veranstaltung unter dem Motto „Sternennacht“. Los geht es um 20:00 Uhr. Dann zeigen wir ein Meisterwerk von 1959, welches es 20 Jahre nach seiner Uraufführung ganz nach oben in der Hitparade der „Golden Turkeys“ schaffte – und fortan (zu Unrecht!!!!) als „schlechtester Film aller Zeiten“ galt. Wer „Plan 9 From Outer Space“ als eben solchen Film bezeichnet, der geht auch zum Lachen in den Magazin-Keller.

Ja, gut. „Plan 9“ mag nun nicht wirklich höchsten Ansprüchen genügen. Die Kulissen wackeln und drohen auseinanderzufallen, die schauspielerischen Leistungen schwanken zwischen ausgesprochen „überschwänglich“ bis hin zu „eher fragwürdig“, Und vielleicht war es nicht die beste Idee, den bereits vor den Dreharbeiten verstorben Star durch einen Chiropraktiker zu ersetzen, der sich die ganze Zeit seinen Umhang vors Gesicht hält.

Ja, ja… „Plan 9 From Outer Space“ hat viele Fehler – aber auch vieles, was ihn so unheimlich liebenswürdig macht. Das fängt schon mit der kruden Geschichte an. Außerirdische wollen die Erde erobern. Plan 1 bis 8 sind bereits fehlgeschlagen. Nun soll es Plan 9 richten. Dieser sieht vor, dass sich die Toten aus den Gräbern erheben und die Hauptstädte der Welt unterwerfen. Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Cutter Ed Wood wurde später, analog zu seinem opus magnum, als „schlechtester Regisseur aller Zeiten“ ausgezeichnet. Aber wer einmal seine ebenso billigen, wie enthusiastischen Filmchen gesehen hat, in denen er einfach darauf pfiff, dass er gar nicht die finanziellen Möglichkeiten hatte, seine Visionen in die Tat umzusetzen, der wird mit einem Lächeln im Gesicht sagen: „Ich möchte einmal das Selbstbewusstsein und die unendliche Euphorie eines Ed Wood besitzen“.

Bei der Sause machen mit: Der Catcher Tor Johnson, die TV-Ansagerin mit der Wespentaille und dem Untoten-Look Maila Nurmi alias Vampira, der populäre TV-Wahrsager Criswell und – Bela „Dracula“ Lugosi in seiner letzten Rolle. Ein Kultfilm, wie es keinen zweiten gibt und dem Tim Burton 1992 mit seinem wundervollen Bio-Pic „Ed Wood“ ein Denkmal gesetzt hat.

 

Weiter geht es um 21:45 Uhr mit „Mutant – Das Grauen im All“.

Mike Colby (Jesse Vint) bekommt von der Föderation den Auftrag, zu einer Forschungsstation auf dem Planeten Xarbia zu reisen, wo ein Experiment aus dem Ruder gelaufen ist. Das Subjekt 20 hat alle Forschungstiere auf der Station getötet und sich dann in einer Art Kokon eingesponnen. Während Colby noch mit den Wissenschaftlern berät, wie weiter vorgegangen werden soll, schlüpft das Subjekt 20 aus seinem Kokon und fordert ein erstes menschliches Opfer…

Als aus einer anderen Produktion am Wochenende noch einige Kulissen ungenutzt herumstanden, schickte der legendäre B-Film-Produzent Roger Corman den Cutter Allan Holzman los, um darin einfach mal einige Szenen zu drehen. Das Drehbuch, in die diese Szenen passen sollten, wurde dann später geschrieben.

Warum auch nicht? „Mutant“ bringt alles mit, um Vorurteile gegenüber Low-Budget-Horror zu bestätigen. Es gibt viele vollkommen unnötige Nacktszenen mit den attraktiven Schauspielerinnen. Weshalb soll man sich auch nicht gerade gegenseitig unter der Dusche einseifen, wenn man darüber diskutiert, wie das Monster zur Strecke gebracht werden soll? Da wird der Kopf eben in den Brutkasten der mutierten Lebensform gehalten, sich mit offenen Armen und seligem Lächeln der Kreatur, die gerade die Hälfte der Filmbesetzung gekillt hat, entgegengegangen („Es braucht doch nur Liebe“) und generell mit Dingen herum gefummelt, die jeden vernünftig denkenden Menschen dazu bringen würden, die eigenen Beine in die Hand zu nehmen – und nicht irgendwelche fremden Leichenteile.

 

„Mutant“ ist ein sehr preisgünstiges „Alien“-Rip-Off und täuscht auch nicht eine Sekunde lang vor, mehr sein wollen. Das im Grunde dünne Süppchen wird mit viel Blut, Schleim und Sex angedickt und ergibt so ein ausgesprochen schmackhaftes Fast-Food-Gericht für Zwischendurch, das man ohne Reue verdrücken kann.

 

 

 

Wir zeigen „Plan 9 From Outer Space“ in der englischen Originalfassung.


„Mutant – Das Grauen im All“ läuft in der deutschen Kinofassung.

 

Am 29. Juni laden wir dann zu einer „Langen Nacht des Bösen“.

Weird Xperience im Mai: HELLRAISER (Originalfassung)

Und wieder ist es Zeit einen einstmals verfemten Titel zu rehabilitieren auf die große Leinwand zu hieven. Überall auf der Welt gilt „Hellraiser“ schon lange als Meisterwerk des modernen Horrorfilms. Überall? Nein, in Deutschland wurde Clive Barkers Höllenvision erst um fast drei Minuten erleichtert und dann noch indiziert. Die Indizierung wurde erst 2013 aufgehoben. Im letzten Jahr nahm sich das verdienstvolle Label Turbine (die schon „Texas Chainsaw Massacre“ in Deutschland aus seinem „Verboten“-Gefängnis befreiten) des Filmes an und bringt ihn nun zusammen mit dem Verleih Drop-Out Cinema in restaurierter und vollkommen ungeschnittener Form wieder in die Kinos.

Und wir von Weird Xperience sind stolz, „die Zukunft des Horrors“ (Stephen King) in der Originalfassung zeigen zu können. Und zwar zur besten Zeit, am Sonntag, den 13. Mai um 20:00 Uhr im Cinema Ostertor.

Frank Cotton verschwindet unter mysteriösen Umständen aus seinem Haus, als er versucht einen geheimnisvollen Würfel zu öffnen. Jahre später ziehen sein Bruder Larry und dessen Frau ausgerechnet in dieses Haus. Frank gelingt es in Gestalt eines schrecklichen Wesens zurückzukehren. Um sich den Mächten der Finsternis endgültig zu entziehen, benötigt er die Hilfe seiner einstigen Geliebten Julia, die ihm nach wie vor hörig ist. Hilfe bedeutet für ihn Menschenblut, viel Menschenblut, um sein früheres Äußeres wieder herzustellen. Zwischenzeitlich gelangt Larrys Tochter in den Besitz des mysteriösen Würfels.Sie öffnet ihn und entfesselt die Zenobiten, Ausgeburten der Hölle. Der alles entscheidende Kampf beginnt: Kann das Tor zur Hölle wieder geschlossen werden?…

Neben Stephen King war Clive Barker in den 80er Jahren DER Autor für Horrorgeschichten. Seine legendären „Bücher des Blutes“ gehörten zur Standardausrüstung eines jeden Horrorfans. Im Gegensatz zu King waren seine Bücher und Geschichten aber sehr viel drastischer und kälter. Und von einer unglaublichen, monströsen Vorstellungskraft geprägt. Wer einmal Barkers frühen Werke gelesen hat, hat noch heute erschreckende Bilder im Kopf, die er bis zu seinem Lebensende nicht mehr los wird.

1987 erhielt Clive Barker erstmals die Gelegenheit, eines seiner eigenen Bücher zu verfilmen: „The Hellbound Heart“. Mit dem daraus resultierenden Films schuf er einen der ganz großen Meilensteine des modernen Horrorkinos. Schauspieler Doug Bradley wurde in der Rolle des Zenobiten-Anführers „Pinhead“ zur Ikone, um die herum dann bis heute sage und schreibe neun (!) Fortsetzungen gesponnen wurden (seit dem vorletzten Teil allerdings ohne Doug Bradley).

Seit dabei, wenn sich am 13. Mai im Cinema Ostertor „Das Tor zur Hölle“ öffnet!

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Weird Xperience im April: LAURIN

Nachdem Dr. West das Haus verlassen hat, freuen wir uns sehr für den 08. April einen der schönsten und besten deutschen Genrefilme aller Zeiten anzukündigen. Robert Sigls schwarz-romantisches Gruselmärchen LAURIN. Los geht es wie immer um 20:00 Uhr im Cinema Ostertor.

Im einer kleinen, norddeutschen Hafenstadt Anfang des 20. Jahrhunderts, verschwindet eines nachts ein kleiner Zigeunerjunge. Zur selben Zeit kommt Flora (Brigitte Karner), die Mutter der 9-jährigen Laurin (Dóra Szinetár), unter mysteriösen Umständen ums Leben. Einige Zeit vergeht, da kehrt der junge Van Rees (Károly Eperjes), der Sohn des tyrannischen Dorfpastors (Endre Kátay) in den Ort zurück und wird von seinem Vater zum neuen Lehrer des Ortes gemacht. Laurin lebt mittlerweile allein bei ihrer kränkelnden Großmutter (Hédi Temessy), denn der Vater ist schon lange wieder zur See gefahren. Laurin wird von Visionen gequält und verdächtigt den neuen Lehrer, mit den Ereignissen der schicksalsschweren Nacht in Verbindung zu stehen. Gemeinsam mit ihrem gleichaltrigen Freund Stefan (Barnabás Tóth), macht sie sich auf, einem furchtbaren Geheimnis auf die Spur zu kommen…

Robert Sigls dunkles Märchen „Laurin“ steckt voller stimmungsvollen Bildern, die oftmals an die Meisterschaft eines Mario Bava erinnern und seltsame Stimmung irgendwo zwischen tschechischem Märchenfilm und Ingmar Bergmann verbreiten. „Laurin“ ist der Film eines damals so jungen und hoffnungsvollen Regisseurs, der für „Laurin“ mit dem Bayrischen Filmpreis ausgezeichnet wurde. Leider blieb „Laurin“ das unerfülltes Versprechen auf eine große Karriere oder gar einer Wiedergeburt des deutschen Horrorfilms, da Robert Sigl nie wieder die Möglichkeit bekam, seine eigenen Stoffe zu verwirklichen. Mit „Laurin“ nimmt Sigl den Zuschauer für knapp ein und ein halb Stunden mit in eine schrecklich-schöne, dunkle, märchenhafte Welt.„Laurin“ existierte lange nur noch im Geflüster der cinephilen Gemeinde, verschwand aber nie aus der Erinnerung derer, die ihn gesehen haben. Und stetig wuchs eine kleine, aber feine Fangemeinde. Nun kehrt „Laurin“ auf die große Leinwand zurück, bereit von einer neuen Generation wiederentdeckt zu werden.

LAURIN
Deutschland/Ungarn 1989
Regie: Robert Sigl
Darsteller: Dóra Szinetár. Károly Eperjes, Endre Kátay, Hédi Temessy, Barnabás Tóth

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Weird Xperience im März: H.P. LOVECRAFT’S RE-ANIMATOR

Am 11. März ist wieder Kultfilm-Zeit bei Weird Xperience. Um 20:00 Uhr zeigen wir im Cinema Ostertor den legendären „Re-Animator“ von Stuart Gordon!

„Re-Animator“ ist einer der großen Klassiker des Modernen Horrorfilms und einer der ersten, die drastische Effekte mit Humor verbanden. Ein Vorreiter des sogenannten „Fun-Splatter“ der mit „Braindead“ seinen Höhepunkt erreichte. Basierend auf einer Kurzgeschichte des legendären Kult-Schriftstellers H.P. Lovecraft erschuf Regisseur Stuart Gordon eine wahnwitzige Achterbahnfahrt voller verrückter Spezialeffekte, die noch zwei Sequels und ein Bühnen-Musical (!) nach sich zog und Hauptdarsteller Jefferey Combs in die Spitzenliga der Horrorstars katapultierte.

Der junge Medizinstudent Herbert West (Jeffrey Combs) hat in der Schweiz an einem Serum entwickelt, welches totes menschliches Gewebe wieder zum Leben erwecken kann. Nach einer grotesk aus dem Ruder gelaufenen Wiederbelebung seines Mentors, muss Herbert in die USA fliehen, wo er seine Studien an der Miskatonic Universitätsklinik fortsetzt.

Dort mietet er sich bei Dan Cain (Bruce Abbott), ebenfalls Medizinstudent, ein und forscht in dessen Keller heimlich weiter an dem Serum. Dabei tötet und wiederbelebt er die Katze Dans Freundin Megan (Barbara Crampton). Diese weißt daraufhin extrem aggressive Verhaltensweisen auf. Trotzdem macht Herbert weiter. Jetzt will er sein Serum an einem Menschen testen…

Der amerikanische Kritiker-Papst Roger Ebert schrieb: „Stuart Gordon’s Re-Animator ist ein Vergnügen, ein blutiger Horrorfilm, der einen Rhythmus und einen Stil findet, mit Hilfe derer er auf eine verrückte und erfrischende Art funktioniert…“

Und selbst die Cinema zeigt sich gegeistert: „Der Debütfilm von Stuart Gordon schlägt dermaßen über die Stränge, daß es schon wieder lustig ist. Zartbesaitete seien gewarnt: Weil beim grotesken Gemetzel die Knochensäge kreischt, ist dieser in Cannes prämierte Splatter-Schocker nicht jedem zu empfehlen. Fazit: Ein blutiger Klassiker des schwarzen Humors.“

Wir zeigen den Unrated Director’s Cut in der Originalfassung.

Re-Animator, USA 1985. Regie: Stuart Gordon mit Jeffery Combs, Barbara Crampton, Bruce Abbott, David Gale

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Kurzer Hinweis: Zusatzvorstellung am 11.2.

Traurig, weil Du gerne unseren Februar-Film „Operation Dance Sensation“ sehen möchtest, aber am 18. keine Zeit hast? Dir, ja, genau DIR, kann geholfen werden. Denn „Operation Dance Sensation“ läuft AUCH an diesem Sonntag, den 11.2. um 20:00 Uhr im Cinema Ostertor. Dann zwar ohne den Regisseur Thilo Gosejohann, dafür mit kompetenter Einleitung durch Marco und Stefan.

Und für alle Anderen: Ihr könnte natürlich auch gerne am 11. UND am 18. kommen. 😉

Thilo Gosejohann zu Gast bei Weird Xperience

Es ist uns eine gewaltige Freude für unsere Weird-Xperience-Vorstellung am 18. Februar, erneut einen Gast ankündigen zu können. Der Regisseur, Co-Drehbuchautor, Co-Hauptdarsteller, Editor, Kameramann und Co-Produzent unseres Februar-Films „Operation Dance Sensation“ hat sich angekündigt. Thilo Gosejohann kommt nach Bremen und wird bei „Operation Dance Sensation“ anwesend sein. Und wer Thilo schon mal erlebt hat, der weiß, dass das nicht nur ein super sympathischer Kerl ist, sondern auch, dass der Abend sehr unterhaltsam werden dürfte. Wir sind auf jeden Fall sehr glücklich und freuen uns jetzt noch mehr auf die nächste Weird-Xperience-Vorstellung. Also nicht vergessen: Sonntag, den 18. Februar um 20:00 Uhr ins Cinema Ostertor kommen!