Weird Xperience im August: TOTALER SPERRBEZIRK

Am 12. August machen wir schon weiter, keine Sommerpause, um 20 Uhr (Einlass) sind wir wieder im Haus, im Lagerhaus, 3. Etage, und zeigen:

TOTALER SPERRBEZIRK (1980)
Originaltitel:
FORBIDDEN ZONE

fz2Wer kennt das nicht? Diese geheimnisvolle Tür im Keller, wo führt die eigentlich hin? Die im Keller der Hercules-Familie führt jedenfalls in die sechste Dimension, der „Forbidden Zone“. Tochter Frenchy muss da natürlich durch, der von seiner Familie genervte König verliebt sich in sie, so dass die Königin Fenchy in den Kerker werfen muss. Zum Glück sind Bruder Flash und der stumme Opa schon auf dem Weg, die Ereignisse nehmen ihren Lauf.
Was ein wilder Ritt:
Regisseur Richard Elfman gründete 1972 zusammen mit seinem Bruder Danny Elfman die Musiktheater-Gruppe The Mystical Knights Of Oingo Boingo. Danny wurde später für seine Soundtrackarbeiten für Tim Burton (von Pee Wee’s Abenteuer bis heute) und der Titelmelodie der Simpsons bekannt. 1979 verließ Richard die Band, um Filme zu drehen; Danny formte aus den Resten der Knights die New Wave Band Oingo Boingo, aber Richards Debutfilm bedient sich all der verrückten Elemente und des verrücktem Personals ihrer gemeinsamen Bühnenshows.
Filmisch gibt es hier allerhand Trashreferenzen: John Waters, Rocky Horror Picture Show, Ed Wood, die Animationen erinnern an Ralf Bakshi (Fritz The Cat), und ich bin sicher, Wenzel Storch hat da auch mal ein Blick draufgeworfen.fz1
Andererseits bedient sich die Story bei klassischem: Der Faust-Mythos, Orpheus in der Unterwelt, Alice im Wunderland, dreht sie durch den Wolf und lässt einen unglaublichen Cast darauf los: allen voran der bekannteste Kleinwüchsige Hollywood, Hervé Villechaize, bekannt als Schnickschnack aus „Der Mann mit dem goldenen Colt“, als geiler König; aus dem Warhol-Umfeld machten Viva und Susan Tyrell mit, Joe Spinell, ein vielbeschäftigter und gesichtsbekannter Nebendarsteller Hollywoods.
Die Musik ist natürlich großartig: Hier wird amerikanischer New Wave mit Wissen der Popmusik der 60er bis 80er geboten, DEVO ist eine Referenz, aber auch alter Jazz der 20er und 30er als Hommage an das Vaudeville-Theaters gibt sich sein Stelldichein , Danny Elfman hat so auch einen wunderschönen Auftritt als Satan, der „Minnie the Moocher“ trällert. Aber man hört auch schon Anklänge an seine späteren Soundtracks und sein Wissen um die Popmusik der 60er bis 80er.
Also: Folgt uns in den totalen Sperrbezirk, wer weiß, ob wir überhaupt wieder einen Weg herausfinden wollen.
R: Richard Elfman, D: Hervé Villechaize, Susan Tyrrell, Gisele Lindley, Jan Stuart Schwartz, Marie-Pascale Elfman, Virginia Rose, Ugh-Fudge Bwana, Phil Gordon, Hyman Diamond, Toshiro Boloney, Danny Elfman, Viva, Joe Spinell, The Kipper Kids, M: Danny Elfman, 74 min

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Weird Xperience Open-Air: „Invasion aus dem Inneren der Erde“ und „Die Todesgöttin des Liebescamps“ am 12. Juli

infrasupermanJetzt geht es Schlag auf Schlag! Schon am kommenden Dienstag, den 12. Juli, sind wir nochmals beim Open Air Kino am Schlachthof dabei. Und wieder haben wir uns bei der Zusammenstellung der Film viel Mühe gegeben. Wir freuen uns schon sehr darauf, wieder wundervoll obskure Filmkunst unter freien Himmel zeigen zu dürfen. Los geht es um 19:45 Uhr mit „Invasion aus dem Inneren der Erde“, einem farbenfrohen Fantasy-Superhelden-Monster-Film Mischmasch aus Hongkong, welcher mitnichten zu den „schlechtesten Filmen aller Zeiten“ gehört, wie zwei bösmeinende Herren im Fernsehen behaupten. Ganz im Gegenteil bereit dieser von japanischen Super-Robotern inspirierte Genremix unglaublich gute Laune und bietet munteres Monsterverdreschen de luxe. Vergesst die Power Rangers, nur der Infra Superman ist der wahre Jakob.

13162486_1291634464197389_1609378130_nNach 10 Millionen Jahren Tiefschlaf erwacht eine außerirdische Prinzessin im Inneren der Erde und macht sich sogleich daran, mit ihren unzähligen Mutanten die Erde zu erobern. Die Menschheit scheint dem Untergang geweiht, doch ein Projekt des Wissenschaftler Chang verspricht Hoffnung: Der Professor implantiert einem jungen Kollegen allerhand Elektronik und schafft so den Infra-Superman, der neben exzellenten Kampfsportkenntnissen auch über Röntgenblick sowie eingebaute Todesstrahlen und Raketen verfügt.

13219687_1291634480864054_1517528311_nBodo Traber in der Splatting Image: „Visuelle und narrative Motivik springen ein bisschen zwischen Martial Arts, Fetischerotik, SF und Fantasy, der vor allem die heiße Unterweltfürstin Dämona (im Original: Prinzessin Elzibub), die dringenden Anspruch auf die Weltherrschaft erhebt, und ihr Hofstaat zu entstammen scheinen. Überhaupt liefert der Film einen grandiosen Best-of-Mix aus allen zeitüblichen Motiven, die das fernöstliche Genrekino der 70er Jahre erschüttert haben.“ Gezeigt wird die ungekürzte Fassung, da die alte deutsche Kinofassung aus Jugendschutzgründen um fast 9 Minuten gekürzt war.

 

plakatWeiter geht es um 21:50 Uhr mit einem Film, für den man nicht nur das ausgelutsche Wort vom „Kult“ in den Mund nehmen darf, sondern der auch bereits durch eine Ausstrahlung beim Kultursender Arte geadelt wurde. Die Leute dort erkennen eben wahre Kunst, wenn sie ihnen in Gestalt des „deutschen Bruce Lee“ Christian Anders ins Gesicht springt. Moment! Christian Anders? Genau: Der deutsche Schlagersänger, in dessen größtem Hit ein Zug nach Nirgendwo fahren durfte, hatte Ende der 70er große Pläne. Er wollte sich als Actionfilmstar etablieren und schuf so in Personalunion als Produzent, Drehbuchautor, Regisseur, Hauptdarsteller und Filmmusikkomponist (eben ein total filmmaker) zwei Klassiker der deutschen psychotronischen Films: Den Martial-Arts-Klopper „Die Brut des Bösen“ und „Die Todesgöttin des Liebescamps“, den wir diesmal zeigen.

todesgttin-des-liebescampsChristian Anders hat sich selbst die Rolle des Dorian auf den blondgelockten Leib geschrieben. Er ist der Chef-Jünger einer Frau, die sich „Die Göttliche“ nennt (gespielt von einer echten Göttin, nämlich dem Erotik-Superstar Laura Gemser). Sie ist das Oberhaupt einer „Liebessekte“. Dorians Aufgabe ist es neue, junge, und vor allem hübsche weibliche Mitglieder für die Sekte zu rekrutieren. Doch wie das so mit Sekten ist: Es ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Wer sich weigert mit anderen Sektenmitgliedern Sex zu haben, wird ausgepeitscht und wer das Camp verlassen will, wird umgebracht. Doch irgendwann verliebt sich ausgerechnet Dorian in eine weibliche Neuanwerbung und will aussteigen. Keine gute Idee.

Die-Todesgoettin-des-Liebescamps_Heinz Klett vom Geheimen Filmclub Buio Omega schreibt: „DIE TODESGÖTTIN DES LIEBESCAMPS ist einer der Filme, deren Qualitäten durch eine Nacherzählung des Inhalts nicht zu vermitteln sind. Es sind vielmehr einige unglaubliche Musical-Nummern und Kabinettstückchen, wie eine derbe Entjungferungsszene, die den Film unvergesslich machen. Anders schauspielerische Leistung, seine Blicke, die Frisur… – dies alles brennt sich unauslöschlich ins Hirn des Betrachters.“ Wir zeigen die deutlich längere Exportfassung. Kleines Detail am Rande: Christian Anders spricht sich in diesem Film nicht selber, sondern wurde von Heiner Lauterbach (!) nachsynchronisiert.

OTTO, or Up with Dead People

Weird Xperience woanders:
Galerie onetwothree, Steffensweg 123, 28217 Bremen
20:30 Uhr, Eintritt frei

OTTO, or Up with Dead People (CAN, GER 2008)

OttobenchOtto, ein frischer Zombie, macht das, was viele junge Leute aus aller Welt gerade machen. Auf nach Berlin: Günstig, aufregend und voll mit andere interessanten Leuten. Auf seinem Streifzug durch die Stadt trifft er die Filmemacherin Medea, die eine Dokumentation über ihn drehen will. Zusammen mit ihr taucht er in die wilde Nacht voller Sex, Musik und Zombies und entdeckt so nach und nach seine Vergangenheit.
Bruce LaBruce heißt der Regisseur dieses politischen pornographischen Zombie-Films. LaBruce war bis dahin bekannt für artifizielle und politische Gay-Pornos, der sich auch immer wieder an deutschen Themen abarbeitete und dabei feststellte, dass diese gar nicht so deutsch sind. Kontrovers die Szene z. B. in Skin Flick, in der ein Skinhead auf „Mein Kampf“ onaniert und seine Verarbeitung der R.A.F.-Geschichte in „The Rasperry Reich“.
In „OTTO“ entführt er uns in das vermeintlich freie nächtliche Berlin, in der gefickt, gebissen und philosophiert wird. In körnigen heftigen und poetischen Bildern. Ein außergewöhnlicher Reigen von Bildern einer außergewöhnlichen Geschichte. Zum Soundtrack steuerten Künstler wie Coco Rosie, Anthony and the Johnsons, Theotto-review-01 Homophones und Ernesto Tomasini Songs und Sounds bei.
Wir freuen uns, dass die Galerie onetwothree diesen Film in ihrer Reihe „Just Freitags“ mit uns zeigt, in Zusammenhang mit der Ausstellung der mexikanischen Künstlerin Rurru Mipanochia, die sich wie Bruce LaBruce in einem Kosmos der Lust und sexuellen Uneindeutigkeit bewegt.
R: Bruce LaBruce, D: Jey Crisfar, Marcel Schlutt, Nicholas Fox Ricciardi, Keith Boehm, Olivia Barth, Christophe Chemin, Katharina Klewinghaus, Gio Black Peter, 95 Minuten

 

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Weird Xperience Open-Air: „Return of the Living Dead“/“Street Trash“-Double-Feature am 23. Juni

RotLDSchon am nächsten Donnerstag, den 23. Juni, ist es soweit: Unsere sommerliche Tournee beginnt mit dem großen Open-Air-Kino am Schlachthof, welches von den netten Menschen von der Schlachthof-Kneipe organisiert wird. Letztes Jahr hatten wir schon sehr viel Spaß dort und umso mehr freuen wir uns, auch diesmal wieder dabei sein zu dürfen. Und das nicht nur ein-, sondern gleich zweimal!

Für unsere erste Station haben wir Euch ein schönes 80er-Jahre-Fun-Splatter-Paket geschnürt. Los geht es um 19:45 Uhr mit einem echten Klassiker: „Return of the Living Dead“ von 1985. Der junge Freddy hat als Hilfskraft in einem medizinischen Versandhaus angefangen. Sein älterer Kollegen erzählt der ihm eine unglaubliche Geschichte: Der Film „Night of the Living Dead“ beruht auf Tatsachen und nur weil die Army Druck gemacht habe, sei die Geschichte ein wenig verändert worden. Als Beweis zeigt er ihm im Keller einige Fässer, in denen mumifizierte Zombies liegen. Vor schrecks tösst Freddy gegen einen der Behälter, woraufhin aus diesem Gas ausströmt. Kurz darauf bricht die Hölle los.

Der Film beruhte ursprünglich auf einem Roman des „Night of the Living Dead“-Co-Autoren John Russo und sollte von Tobe „Kettensägenmassaker“ Hooper verfilmt werden. Doch dann kam alles anders: Drehbuchautor Dan O’Bannon – der mit seinen Drehbüchern zu „Alien“ und John return_of_the_living_dead_Bild2Carpenters Spielfilmdebüt „Dark Star“ bereits für reichlich Furore gesorgt hatte – nahm auf dem Regiestuhl Platz, krempelte den Stoff ordentlich um und fügte Punkmusik, nackte Brüste, schleimig-schöne Effekte und jede Menge schwarzen Humor hinzu. Außerdem kreierte er für seine Zombies den unsterblichen Zombie-Ruf nach „BRAAAAAAAINS“. Kurzum, der Wechsel hinter den Kulissen erwies sich als Glücksfall und ein Kultfilm war geboren. Wer könnte je Linnea Quigleys Punkerin Trash und ihren legendären Striptease auf dem Friedhof vergessen? Den „Tar-Man“ im Keller? Oder die Bitte „Send in more cops!“? Der „Splattick“-Spaß war auch an den Kinokassen erfolgreich und bis 2005 sollten noch vier Fortsetzungen folgen, von denen aber – vielleicht mit Ausnahme des ernsthaften dritten Teils mit Mandy Clarke, dem erotischsten Zombie der Filmgeschichte – keiner dem Original auch nur im Entferntesten das Wasser reichen konnte.

return_of_the_living_dead_Bild3„THE RETURN OF THE LIVING DEAD ist ein Glücksfall, der in dieser Form nur während eines äußerst kurzen Moments zu Beginn der Achtzigerjahre möglich war: Er ist blutig, ohne jedoch monothematisch die unstillbare Lust der selbsternannten Gorehounds zu befriedigen, er ist lustig, ohne allzu albern zu werden, er ist parodistisch, ohne jedoch nur noch als „Film zweiter Ordnung“ wahrgenommen werden zu können und seine Wurzeln im Horrorfilm völlig zu kappen.“ – Oliver Nöding, Remember It For Later

“‘The Return of the Living Dead’ is a very well written film that ties together it’s influences and wraps them up in one package that is distinctly 80s feeling but timeless at the same time.” – Ian Jane, Rock! Pop! Shock!

STREET-TRASHDanach geht es um 21:50 Uhr gleich weiter mit den zwei Jahre später entstanden Underground-Klassiker „Street Trash“, der ebenfalls Humor mit ekligen Spezialeffekten kombiniert. Angeführt von dem Vietnamveteran Bronson lebt eine Gruppe Obdachloser auf einem New Yorker Schrottplatz. Diesen werden von dem Besitzer eines nahegelegenen Spirituosengeschäft Flaschen mit der Aufschrift „Viper“ verkauft, die dieser ins einem Keller gefunden hat. Doch schnell stellt sich heraus, dass „Viper“ eine fiese Nebenwirkung hat: Wer davon trinkt, der schmilzt..

„Street Trash“ stellt die bisher einzige Regiearbeit des Kameramannes James Muro dar, der u.a. Filme wie den oscar-prämierten „L.A. Crash“ oder den Western „Open Range“ fotografiert hat. Zusammen mit Filmen wie „Planet Saturn lässt street_trash_bildschön grüßen“, „Slime City“ und „Body Melt“ gehört er zum sehr überschaubaren Subgenre der Melt Movies. Ekelige Spezialeffekte, fliegende Penisse, in Toiletten zerfließende Menschen, derber Humor, gleichzeitig aber eben auch viel Liebe zum Detail und eine gute Geschichte zeichnen diesen – auf beste Art und Weise – „geschmacklosen“ Film aus. Zudem ist er eine wunderbare Ergänzung zu „Planet Saturn lässt schön grüßen“, den wir ja erst am Anfang des Monats in unserer regulären Reihe gezeigt haben.

„Kein Filmtitel war je passender als dieser. ’Street Trash’ ist genau das: Straßenmüll! Und zwar die Sorte, die ihr mit nach Hause nehmt, um sie euren kaputten Kumpeln zu zeigen. Für normale … ach kommt, die würden den Film nicht mal mit der Kneifzange anfassen. Der Rest weiß bescheid. Und falls es dem aufmerksamkeitsdefizitären Trashhasen nicht aufgefallen ist: Hier hat’s Gore & Glotter, Vietnam & Sprüche, Sex, Gewalt und abbe Pimmel! Schnaps holen, anschalten, abgehen!“ – Hudson, filmflausen.de

„Was für ein krankes Stück Film! Street Trash strotzt vor einem schrägen Humor, der teilweise schon echt heftig ist. Die kruden Splattereffekte unterstreichen das noch zusätzlich, denn wo sonst bekommt man einen Pathologen zu sehen, der aus seinen zu untersuchenden Objekten Skulpturen baut?“ – Carsten Henkelmann, Sense of View

Weird Xperience im Juni: DER PLANET SATURN LÄßT SCHÖN GRÜßEN (1977)

testWeird Xperience präsentiert am 10. Juni um 20 Uhr im Lagerhaus, Etage 3.
PLANET SATURN LÄßT SCHÖN GRÜßEN (1977)

Diesen Monat zeigen wir euch einen klassischen Kracher aus dem Hause American International Pictures.
Story: Drei Astronauten fliegen zum Saturn, werden aber starker radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Anders als die Fantastischen Vier sind sie daraufhin nicht mit Superkräften gesegnet, sondern zwei sterben und einer, Steve West, kommt komatös und schwer verletzt zur Erde zurück. Er wird bandagiert, wacht irgendwann auf und stellt zu seinem Erschrecken fest, dass sich sein Fleisch auflöst. Unschön. Panisch zieht er von dannen und hinterlässt eine Spur Radioaktivität und Leichen hinter sich….
Exploitativ werden hier Themen der Zeit ausgenutzt, um einen blutigen Film an das Publikum zu bringen: Angst vor radioaktiver Strahlung, Zweifel an der Sinnhaftigkeit bemannter Raumflüge. Diese Ängste kulminieren in der Figur des „Incredible Melting Man“, wie er im original heißt. Oder, unter Liebhabern des Genres: Der Schmelzmann.
Die Low-Budget- / Autokino- Filmproduktionsfirma AIP gab hier William Sachs die Chance sein eigenes Drehbuch zu verfilmen. Dies tat er auf schnelle und geradlinige Weise mit einem Gefühl für skurrile Einfälle. Bei früheren Filmen aus dem Hause war das der Start zu einer Weltkarriere: Roger Corman, Peter Bogdanovich, Jack Nicholson und Peter Fonda machten hier ihre ersten Schritte. Bei William Sachs klappte das leider nicht; er begeisterte uns später nur noch mit dem schönen GALAXINA (1980), auch nach plsat5eigenem Buch.
Aber zwei andere Filmschaffende zeigen ihr Können in diesem Film, die beide später einen Oscar in ihr Regal stellten: Jonathan Baker ist hier als Schauspieler zu sehen, prämiert wird er später als Regisseur für „Das Schweigen der Lämmer“. Und für die sehr fiesen Masken ist Rick Baker zuständig, der insgesamt sieben Mal den kleinen goldenen Mann in Empfang nehmen durfte, u. a. für „American Werewolf“ und „Ed Wood“.
Der wunderschöne deutsche Kino-Verleihtitel erfuhr zur VHS-Zeit auch hübsche Umbenennungen: In der Videothek stand er auch unter den Titeln „Bluthitze“ und „Der Zombie aus dem Weltall“.
Wir hoffen, dass wir in diesem Sommer nicht selbst zerfließen, und freuen uns, mit euch diesen Schlocker anzusehen und damit unsere Sommerfestwochen (open air Kino, Kooperation mit Galerie OneTwoThree) einzuläuten.

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Der Sommer wird heiß!

todesgöttin

Auf vielfachen Wunsch hier eine kurze Übersicht, was wir von Weird Xperience für die Sommermonate Juni/Juli geplant haben. Diesmal sind wir viel unterwegs und bei netten Menschen zu Gast.

 

10. Juni – etage3, 20:30 Uhr – Planet Saturn lässt schön grüßen

23. Juni – Open Air Kino am Schlachthof – 19:45 Uhr Return of the Living Dead / 21:45 Uhr Street Trash

08. Juli – Gallerie Onetwothree (Steffensweg/Walle), 18:00 Uhr – Otto, Or Up With Dead People

12. Juli – Open Air Kino am Schlachthof – 19:45 Uhr Invasion aus dem Inneren der Erde / 21:45 Uhr Die Todesgöttin des Liebescamps

Nähere Infos zu den Filmen folgen noch…

Weird Xperience im Mai: STAR CRASH (1978)

star_crash1Am Freitag, den 13. zeigen wir mal wieder nicht den gleichnamigen Film, dafür haben wir ein kunterbuntes Science-Fiction-Spektakel italienischer Prägung im Gepäck.

Die Sterne duellieren sich am Freitag, den 13. Mai in unserer mittlerweile gar nicht mehr neuen, sondern gewohnten Heimat, der etage3 im Lagerhaus. Einlass ist 20:00 Uhr, los geht es um 20:30 Uhr – wie gewohnt mit einer kleinen Einführung.

Die berüchtigte Schmugglerin Stella Star und ihr treuer Robotorfreund Akton werden vom Chef der galaktischen Polizei gefangen genommen. Doch der galaktische Imperator lässt sie wieder frei. Dafür sollen sie ihm helfen, seinen einzigen Sohn Simon zu finden, der auf der Suche nach dem bösen Graf Zarth Arn war, welcher eine Superwaffe entwickelt hat. Damit beginnt für Stella Star eine aufregende und gefährliche Reise kreuz und quer durchs Weltall, bei der sie auf wilde Amazonen, Höhlenmenschen und die geheime Basis des bösen Grafen trifft.

starcrash4Wir schreiben das Jahr 1978. Die ganze Welt staunt noch über den phänomenalen Erfolg von George Lucas‘ Sternenoper „Star Wars“. Die ganze Welt? Nein. Die Italiener haben schon längst die Ärmel hochgekrempelt und frei nach dem Motto „Selbst ist der Mann“ damit begonnen, ihre eigenen Sternenkriege zu inszenieren. Natürlich mit einem Bruchteil des Budgets, welches Lucas zur Verfügung stand, dafür mit viel Enthusiasmus. Unter ihnen ein junger Mann, der zuvor vor allem als Mitarbeiter von Horror-Maestro Dario Argento aufgefallen war und 1975 mit dem wundervollen – und leider in Deutschland bis heute nicht erhältlichen – Giallo „The Killer Must Kill Again“ auf dem Regiestuhl debütierte. Luigi Cozzi ist ein riesiger Fan des phantastischen Films und kann sich bei „Star Crash – Sterne im Duell“ nach Herzenslust austoben. Er baut eine Hommage an den großen Stop-Motion-Künstler Ray Harryhausen mit ein, lässt quietschbunte Raumschiffe durch ein ebenso buntes All gleiten, in dem die Sterne in allen Farben leuchten.

starcrash5Und mittendrin sie: STELLA STAR! Die wunderschöne, aufregende Caroline Munro. Schwerbewaffnet und im Lederbikini gibt sie die harte Schmugglerin. Da kann Han Solo einpacken. Wie vielen Heranwachsenden hat diese Überfrau wohl die Nächte geraubt? Auch Joe Spinell (als böser Graf Zarth Arn) sollte zwei Jahre später für schlaflose Nächte sorgen. Allerdings aus anderen Graden, denn da spielte er die Titelrolle im berüchtigten Slasher „Maniac“.

Des Weiteren mit am Bord des Sternenkreuzers „Star Crash“: Christopher Plummer als guter Imperator und ein blutjunger David Hasselhoff (!) als sein einziger Sohn Simon. Ja, für „The Hoff“ gab es ein Leben vor „Knight Rider“, auch wenn er da heute vielleicht nicht mehr gerne drüber spricht. In der Rolle von Stellas treuen Robotorfreund Akton sieht man Marjoe Gortner, einen ehemaliger Erweckungsprediger, der im Alter von nur vier Jahren der jüngste ordinierte Prediger geworden war und sich in den 70ern als Sänger und Schauspieler versuchte. Erwähnenswert auch die grandiose Musik, denn sie stammt aus der Feder des berühmten „James-Bond“-Komponisten John Barry!  

Wenn das alles keine verdammt guten Gründe sind, im Mai bei Weird Xperience vorbeizuschauen, dann wissen wir auch nicht weiter.

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Weird Xperience im April: TURBO KID (2015)

Weird Xperience präsentiert am 8. April in der Etage 3 (20 Uhr Einlass):
TURBO KID (2015)

Turbo-Kid-001Wieder eine Bremen-Premiere!

Wir schreiben das Jahr 1997, die Apokalypse fand schon längst statt. „The Kid“ (Munro Chambers, nicht Charlie Chaplin) schlägt sich als Plünderer durch, ist Einzelgänger und vor allem Comicfan. Als ein geheimnisvolles Mädchen trifft, ist es vorbei mit seinem Einzelgängerleben. Er findet ein Superheldenkostüm und kämpft mit ihr an seiner Seite gegen den Wasteland-Diktator, der mit allen Mitteln die Macht über alles Wasser bekommen will.

Kommt einen bekannt vor? Ja, dies ist eine liebevolle Hommage an den 80er-Jahre- Endzeit-Film. Nicht nur in seiner Blockbuster-Ausführung a la MAD MAX, sondern auch und gerade an die Filme aus der zweiten Reihe, gerne aus Italien, die uns meist in Form der VHS-Kassette erreichten.turbo-kid-02

Das ist mit Hingabe und Detailreichtum gefilmt und inszeniert. Da wird auf alles geachtet: Inhalt, Musik, Ausstattung, Kamera. Und hat mit Michael Ironside einen kongenialen oberbösen Wüstenlord.

Wir freuen uns, euch diese wahnwitzige Splatter-Trash-Komödie zu zeigen. Oder, wie schrieb critic.de:

Wenn Nostalgie aufhört, nur Pastiche zu sein, und in purer Liebe aufgeht.“

R: François Simard, Anouk Whissell, Yoann-Karl Whissell, D: Munro Chambers, Laurence Leboeuf, Michael Ironside, Aaron Jeffery, Edwin Wright, Romano Orzari, Orphée Ladouceur, Steeve Léonard, Orphée Ladouceur, Yves Corbeil, Evan Manoukian, Anouk Whissell, François Simard, Tyler Hall, Martin Paquette, Pierre Sigouin, Yoann-Karl Whissell

Kanada, Neuseeland 2015, 92 Minuten

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PS: In eigener Sache, Einlass ist wie immer um 20 Uhr, nicht Beginn. Dann sollen sich erst alle mit Getränken versorgen, so sie wollen, und es gibt noch eine kurze Einführung.

Weird Xperience im März: DER BUNKER (2015)

Weird Xperience, 11. März 2016, Etage 3 Lagerhaus, 20 Uhr
DER BUNKER (D, 2015)
DER BUNKER - Info English 2015-finalBremen- Premiere in der Etage 3!
Der 8jährige Klaus wird von seinen Eltern zu Hause unterrichtet. Meist hält er sich in dem unterirdischen Bunker auf.
Ein junger Student mietet sich bei der Familie ein, um sich in Ruhe auf seine Abschlussarbeit vorzubereiten und wird von den Eltern als Hauslehrer eingespannt. Mehr kann man von der Handlung eigentlich nicht verraten, nicht nur, weil man dann zu viel spoilern würde, sondern auch weil es so unglaublich und unbeschreiblich ist. Das gesamte schwierige neurotische Beziehungsgeflecht purzelt durcheinander.
Das bizarre Meisterstück ist wie gemacht für unsere Reihe und hat auf vielen Festivals abgeräumt.
DER-BUNKER-Filmstill-02Regie führte Nikias Chryssos, der 2006 mit Hochhaus auf der Berlinale auf sich aufmerksam machte. Die vier Schauspieler (der gesamte Cast) sind alles erfahrene TV-Schauspieler. Einen Rollennamen hat nur Klaus.

Die taz formulierte so: „Einer der derzeit aufregendsten deutschen Filme … ein vorbildlich bizarres Meisterstück des sonderbaren Kinos. Gerade so als hätten Wenzel Storch und Helge Schneider gemeinsam mit David Lynch exzessiv am Kleber geschnüffelt und sich dabei „Ekel Alfred” in Endlosschleife reingepfiffen.“
Ähnlich spiegel.online: „Als ob David Lynch ein Drehbuch von Helge Schneider verfilmt hätte. Ein stilsicheres, düsterabsurdes Kammerspiel.“

Wir freuen uns sehr, dass wir diesen Film in Bremen zeigen können, und freuen uns auf euch!

Der Bunker, D 2016, R: Nikias Chryssos, D:Pit Bukowski, Daniel Fripan, Oona von Maydell, David Scheller, 85 min

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weird xperience im Februar 2016: WILD ZERO (1999)

Wild_Zero1Weird Xperience, 12. Februar 2016, Etage 3 Lagerhaus, 20 Uhr
WILD ZERO (J, 1999)
Zombies!! UFOs!!! Rock ‚n’ Roll!!!! Im Jahr 2000 machte sich ein Film auf, um dies alles stylish und mit viel Esprit zusammenzuführen. Klar, wir begeben uns hier nicht auf die Arthouse-Gleise, sondern waten knietief in einem Moder von 50er Jahre-SciFi, Ed Wood-Artigem und 70er Zombie-Schrecken, gepaart mit punkiger, harter Musik.
Nach einem Meteoriteneinschlag greifen Außerirdische an und verwandeln Menschen in Zombies. Ace bekommt davon nichts mit. Der Fan der Gruppe Guitar Wolf (Mitglieder: Bass Wolf, Drum Wolf, Guitar Wolf) macht sich auf, um ein Konzert dieser Band zu sehen. Unabsichtlich rettet er die Band vor einem schießwütigen Manager und bekommt von ihnen eine mächtige Trillerpfeife. Langsam erkennt er die Lage der Welt, rettet eine wunderschöne Person, in die er sich verliebt. Zusammen mit den drei Musikern ziehen die beiden los, um die Menschheit zu retten. Helden in Leder halt.
Der Regisseur beweist nicht nur Detailfreudigkeit und ein sicheres Gespür für Abseitiges und deren stimmungs- sowie humorvolles Potential, sondern er hat auch etwas zu erzählen. Einerseits in Szenen und von Charakteren, die einem in ihrer Unglaublichkeit staunend den Mund offen halten lassen, andererseits wird hier auch das schwierige Verhältnis von Japan zu Korea miterzählt. Und auch Transgender-Themen werden verhandelt. Bestes aufklärerisches Exploitationkino!

wild-zero-4„It has to be seen to be believed, as this Zen-Buddhist/Romero/Ramones road-movie blasts its way at full volume.“ Jason Corber, Film Scouts

„The sort of film that makes you want to down a bottle of vodka, throw your TV out of the window, set your house on fire, and pogo naked on the roof screaming, „ROCK AND ROLL!!!““ Ian Berryman, SFX Magazin

Ein lautes, schrilles, intelligentes Vergnügen, zu dem wir euch einladen wollen. ROCK ON!

WILD ZERO (J, 1999) R: Tetsuro Takeuchi, D: Masahi Endo, Kwancharu Shitichai, Ianmiya Makato, M: Guitar Wolf, 98 Min

 

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