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FÄLLT LEIDER AUS (Weird Xperience im Januar: John Waters‘ POLYESTER)

Wir hoffen Ihr seit gut ins neue Jahr gestartet. Wir legen am Freitag, den 13. wieder los und begrüßen das neue Weird-Xperience-Jahr nicht mit dem gleichnamigen Film, sondern mit einem Klassiker aus dem Haus des guten schlechten Geschmacks. Wir sind in der Vergangenheit öfters angesprochen worden, ob wir nicht mal einen Film von John Waters zeigen könnten. Wir haben den Wunsch erhört und präsentieren Euch zum Jahresauftakt in der etage3/Lagerhaus seinen 1981 entstandenen Film POLYESTER. Eintritt ab 20:00 Uhr, der Film beginnt um 20:30 Uhr.

POLYESTER ist ein Film des Übergangs. Nicht ganz so ekelig und underground, wie Waters vorherige Filme PINK FLAMINGOS oder DESPERATE LIVING, aber noch nicht ganz so subversiv Mainstream-Kino imitierend wie HAIRSPRAY oder CRY BABY. Auch das komplette Waters-Ensemble ist dabei: Divine, Mink Stole, Edith Massey und all die anderen. In einer Nebenrolle ist ferner Punk-Legende Stiv Bators von The Dead Boys und The Lords of the New Church zu sehen. Das passt. POLYESTER ist eine bitterböse Satire auf das ideale amerikanische Vorstadtleben mit allem was dazu gehört: Scheidung, Abtreibung, Fremdgehen, Alkoholismus, Fussfetischismus und der religösen Rechten. Da können die „Desperate Housewives“ einpacken.

Francine Fishpaw (Divine) möchte ein ganz normales Leben in einer ganz normalen Familie in einer ganz normalen Vorstadt von Baltimore führen. Das ist ihr aber nicht vergönnt. Die Familie Fishpaw droht auseinanderzubrechen: Ehemann Elmer, Besitzer eines Pornokinos, hat eine Affäre mit seiner Sekretärin (Mink Stole), die Tochter lässt sich von einem stadtbekannten Rowdy (Stiv Bators) schwängern, der Sohn ist der berüchtigte „Baltimore-Fußstampfer“. Trost und Rückhalt findet Francine im Alkohol und bei ihrer Freundin Cuddles ((Edith „The Egglady“ Massey). Der Held ihrer Tagträume ist der Playboy Todd Tomorrow (50er Jahre Hollywood-Beau Tab Hunter).

Bei der Uraufführung wurde der Film im Odorama-Verfahren (Geruchskino) gezeigt. Die Kinobesucher erhielten Rubbelkarten, die bei Benutzung den zur Szene passenden Geruch verströmen. Die Gerüche beinhalteten: 1. Rosen, 2. Flatulenz, 3. Klebstoff, 4. Pizza, 5. Benzin, 6. Stinktier, 7. Gas, 8. Neuer PKW (innen), 9. Schmutzige Schuhe, 10. Lufterfrischer. Bei unser Aufführung haben wir leider keine Odorama-Karten dabei. Angesichts der Nummern 2, 6 und 9 ist dies aber vielleicht kein allzu großer Verlust.

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