Weird Xperience im April: LUZ

Nach dem erfolgreichen Ausflug in Dr. Freudsteins Kellerpraxis freuen wir uns, am 14. April um 20:00 Uhr im Cinema Ostertor mal wieder einen aktuellen Film zu zeigen, der gerade in Fankreisen für Furore sorgt.

Der deutsche HochschulabschlussfilmLuz von Tilman Singer wurde nach seiner Premiere auf der Berlinale international auf mehr als 30 Festivals eingeladen, was nicht nur für die Qualität des Films spricht, sondern zeigt, dass es auch heute noch möglich ist, einen anderen Weg zu gehen – und das wollen wir gerade in der heutigen (und gerade auch der hiesigen) Filmlandschaft unbedingt unterstützen.

Uns hatte „Luz“ mit seinen wunderschönen Ideen und der sehr einfallsreich mit den arg limitierten Ressourcen umgehenden Regie, bereits beim Internationalisten Filmfest Oldenburg sehr für sich eingenommen. Jetzt startet der Film mit einem deutschlandweiten Kinostart voll durch und sorgt allenthalben für positive Stimmen, wie folgende:

 

„Die Genreoffenbarung der Berlinale heißt LUZ. Der auf 16mm gedrehte Horrorfilm ist ein audiovisuelles, gialloeskes Spektakel der Sonderklasse. Dieses Werk muss im Kino, am besten in einer der ersten Reihen mit vollaufgedrehter Soundanlage genossen werden. LUZ ist eine pure Filmerfahrung, einem Fiebertraum gleich. Intensiv, wild und anders.“ – Michael Müller, Negative Space

„LUZ ist eine aus Zeit und Ort gefallene Verneigung vor alten Horrorfilmen, die sich aber nicht an dessen Gesetze und Erwartungen hält. Experimentierfreudigere Zuschauer werden an diesem bemerkenswerten Debüt ihre dunkle Freude haben.“ – Oliver Armknecht, Film-Rezensionen.de

“Ein merkwürdiger, bemerkenswerter Film (…) Eine Art Kammerspiel, in dem jedoch alles
drinsteckt, was einen Horrorfilm ausmachen sollte. Nicht Schocks, nicht Blut und Ekel. Sondern ein
Nervenzerren, ein Unter-die-Haut-gehen. Eine Symbiose von Handlung, Set-Design, Musik.“ – Harald Mühlbeyer, Kino-zeit.de

„Man vertraut Singer sofort, dass er genau weiß, was er tut, und man folgt seiner gewaltigen Vision
durch ihre vielen bizarren Abschnitte bis zum Schluss.“ – Nick Allen, RogerEbert.com

Während im Vorfeld der Film immer in die „70er“ und „Neo-Giallo“-Ecke gesteckt wurde (und sogar Mario Bava als Reverenz herhalten musste), ist er doch meilenweit davon entfernt und erinnert mit seinem körnigen Bild und der grau-beige-blauen Farbgebung stattdessen sehr angenehm an die rauen, unbehauenen 80er Jahre Horrorfilme mit Underground-Wurzeln.

Worum geht es? Während sich eine junge Taxifahrerin blutend in ein Polizeirevier schleppt, begegnet Polizeipsychologe Dr. Rossini in einer Bar der geheimnisvollen Nora, die ihn äußerst merkwürdig anflirtet: sie erzählt von ihrer alten Freundin Luz, die vor Jahren auf einer chilenischen Klosterschule das rebellische Potential von Teufelsbeschwörungen entdeckte. Mitten im eigenartigen Gespräch der beiden klingelt Dr. Rossinis Piepser. Die Polizei braucht dringend seine Hilfe. Eine Taxifahrerin wurde verletzt und ohne Erinnerung aufgegriffen. Der Name des mutmaßlichen Opfers: Luz.

Hervorzuheben ist auch die sehr gute Hauptdarstellerin Luana Velis, die grandiosen Ausstattung und der sehr gelungenen Soundtrack. Gedreht wurde auf 16mm-Film, was noch einmal Sympathiepunkte bringt. Und die Szene, in der eine Taxifahrt nur mithilfe von einigen Stühlen und der Tonspur nachgestellt wird, ist schlichtweg brillant. Hier und dort findet man sicherlich noch kleinere Mängel, aber es überwiegt der positive Eindruck. Tilman Singer sollte man unbedingt im Auge behalten. Da kann noch Großes kommen.

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