Weird Xperience im März: FOLLOWING (UK 1998, OmU)

ES GEHT WEITER! Wir haben von der neuen Kinoleitung grünes Licht bekommen, die Reihe auch im 13. Jahr ihres Bestehens (davon allein sieben im Cinema Ostertor) weiterzuführen! Danke für das Vertrauen und die Möglichkeit auch weiterhin weirde Filme im Cinema Ostertor zeigen zu dürfen. Und ein ganz dickes DANKE an Euch, denn ohne Eure zahlreichen Besuche und Unterstützung in den letzten drei Monaten wäre das sicherlich nicht möglich gewesen.

Womit machen wir nun weiter? Nun, da hatten wir uns im Vorfeld natürlich schon so einige Gedanken gemacht und – wie wir finden – den perfekten Film für den 10. März gefunden, den wir Euch dann wieder zur gewohnten Zeit um 20:00 Uhr zeigen können.

In der Nacht vom 10. auf den 11. März werden in Hollywood wieder die Oscars vergeben. Und während wir Jonathan Glazer und vor allem Yorgos Lanthimos als „Weird Xperience“ am Nächsten stehenden Nominierten fest die Daumen drücken, ist da auch noch Christopher Nolan als bester Regisseur nominiert. Und sein neuster Film „Oppenheimer“ geht mit gleich 13 Nominierungen ins Rennen. Was dabei fast vergessen wird: Auch Nolan fing mal als kleiner Underground-Regisseur an, der perfekt in unsere Reihe passt. Sein Debüt FOLLOWING drehte der damalige Literaturstudent mit Kommilitonen und Bekannten, einer 16mm-Kamera sowie einem Budget von lediglich 6.000 Pfund in London. Die Dreharbeiten dauerten über ein Jahr, da auf Grund der regulären Jobs der Besetzung und Crew oft nur samstags gedreht werden konnte. Wenn erinnert das nicht an die Anfänge von Peter Jackson oder Jörg Buttgereit, die so Kultfilme schufen? Kurz gesagt: An diesem Tag und in dieser Reihe passt FOLLOWING einfach wie – das Bild könnt ihr Euch sicherlich selber ausmalen.

Wir sind sehr stolz, dass wir die Erlaubnis haben, FOLLOWING bereits vor dem geplanten bundesweiten Wiederaufführungstermin im Sommer bei uns zeigen zu dürfen.

In stimmungsvollen, schlichten Schwarzweißbildern erzählt Nolan die Geschichte des unter einer Schreibblockade leidenden Autoren Bill (Jeremy Theobald), der auf der Suche nach Inspiration beginnt, auf den Straßen Londons wahllos Fremden zu folgen. Es dauert nicht lange, bis ihn eines seiner “Ziele”, der so charismatische wie zwielichtige Cobb (Alex Haw), bemerkt und zur Rede stellt. Der fingerfertige Einbrecher nimmt den faszinierten Bill mit auf seine Streifzüge durch die Wohnungen und Leben wildfremder Menschen. Immer mehr verwickelt sich Bill in ein Netz aus Intrigen, zwielichtigen Geschäften und schließlich sogar Mord.

„Following ist beste­chendes Kino, das in seinen Grund­ideen sowie in einzelnen Szenen an Hitchcock wie Godard erinnert – und an den Film Noir sowieso: Ganz in Schwarz­weiß gedreht, erzählt dieser Thriller eine Geschichte aus der mora­li­schen Grauzone, über geheime Träume, über Lüge und Über­wa­chung, über die Grenze zwischen äußerem Schein und Privat­heit. Dabei erinnert Nolans Beschwö­rung der Groß­stadt­dschun­gels an die Filme der 40er-Jahre, seine fast doku­men­ta­ri­schen, wenn­gleich ausge­klü­gelt insze­nierten Bilder an Filme der 60er und 70er. Die Grundidee freilich ist ganz modern – der erste Pauken­schlag eines hoch­span­nenden Regis­seurs.“ – Rüdiger Suchsland, artechock.de

„Das Geheimnisvolle, das dem Film und seinen Figuren anhaftet und durch das sowohl der Protagonist als auch der Zuschauer immer mehr in die Handlung gezogen werden, erinnert stark an den Film Noir. Figurentypen wie der undurchsichtige Vamp oder der einsame Held zeigen dies ebenso wie die nostalgische visuelle Gestaltung, die sich besonders in der Wahl der Kostüme und Ausstattung bemerkbar macht. Nolans Entscheidung den Film in Schwarzweiß zu drehen bringt noch zusätzlich eine Aura des Vergangenen mit ein. Obwohl der Film angeblich nur 6000 Pfund gekostet hat, sind besonders die bewegte Kamera und der rasante Schnitt auf hohem technischen Niveau. Man sieht dem Film keineswegs an, dass er im Freundeskreis des Regisseurs entstanden ist.“ – Michael Kienzl, critic.de

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