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Weird Xperience im November: David Cronenbergs VIDEODROME

videodromeposterAm Donnerstag, den 27. November zeigen wir zur gewohnten Zeit um 20:30 Uhr im Kommunalkino City 46, David Cronenbergs bahnbrechendes Meisterwerk „Videodrome“ in der Originalfassung und Unrated-Director’s-Cut.

Max Renn (James Woods) ist Besitzer des kleinen Kabelsenders „Civic TV“. Um möglichst hohe Einschaltquoten zu generieren, lautet das Motto seines Senders, auffallen um jeden Preis. Angeboten wird werden Softpornos und brutale Gewaltfilme. Eines Tages stößt er zufällig auf einen Piratensender mit dem Namen „Videodrome“. Gezeigt werden Videos, in denen immer wieder derselbe, kahle Raum gezeigt wird, in dem offenbar Folterungen und sadomasochistische Performances stattfinden.

Renn ist davon fasziniert, denn die Gewalt auf den Videos wirkt sehr überzeugend. Er versucht mehr über Videodrome herauszufinden, obwohl ihn eine Bekannte warnt, dass diese Recherchen gefährlich seien. Sie gibt ihm aber den den Tipp, sich an den Wissenschaftler Brian O’Blivion (Jack Creley) zu wenden. Dieser tritt nur über Videotapes mit seiner Umwelt in Kontakt und teilt Max Videodrome-1983-CronenbergRenn mit, Videodrome, würde nach längerer Betrachtung des Programms einen Gehirntumor entwickeln, der wiederum Halluzinationen auslöst und die Menschen manipulierbar macht. Die Videodrome-Videos lösen bei Renn bizarre Halluzinationen aus, bei denen der Fernseher und das Video zum Leben erwachen.

 

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Nachdem wir im Dezember 2012 bereits David Cronenbergs Erstling „Parasiten-Mörder“ im Programm hatten, zeigen wir diesmal sein 1983 entstandenen Film „Videodrome“, der auch Namensgeber für eines Berliner Filmladens wurde, aus dem die „Splatting Image – Das Magazin für den unterschlagenen Film“ entstand, welches eine ganze Generation von Filmenthusiasten stark geprägt hat. Stark geprägt hat auch der Spielfilm „Videodrome“, dessen surrealen und halluzinogene Special Effects damals eine neue Tür aufstießen.

 

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In den USA musste der Film dann auch für eine „R-Rated“-Freigabe geschnitten werden. In Deutschland erschien „Videodrome“ 1985 nur auf Video und wurde, obwohl es sich um die bereits gekürzte R-rated-Fassung handelte, indiziert. Noch im August 2010 wurde die Indizierung erneuert. Daher freuen wir uns, dass wir die ungekürzte Fassung zeigen können und David Cronenberg die Ehre hat, der einzige Regisseur zu sein, von dem wir zwei Werke in unserer Reihe gezeigt haben. Er hat es verdient: „Long Live The New Flesh!“.

 

Stimmen zum Film:

Die Hypothese, dass der Mensch seine eigene radikale Transformation durch die „Selbstbefruchtung“ mit Technologie erreichen wird, liegt ganz auf der Linie der Forderungen von Wissenschaftlern wie Billy Joy, die die Verbindung von Mensch und Maschine zur Sicherung des Überlebens der gesamten Art predigen. Mit Videodrome hat David Cronenberg einen ebenso spektakulären wie zutiefst verstörenden filmischen Kommentar zu dieser Forderung geschaffen. Schon allein aufgrund dieser Tatsache gehört dem Streifen ein Platz unter den Klassikern des intelligenten Horror/Science-Fiction Films. – Daniel Möltner, filmzentrale

„Horror- und Science-Fiction-Thriller mit Ekel- und Schockbildern, der als grimmige schwarze Komödie moderne Medien-Technologien weiterdenkt.“ – Lexikon des Internationalen Films

As technology becomes more advanced, Cronenberg explores not only whether it will affect our sense of reality but also our evolution as a species. His Videodrome is a postmodern masterpiece that unsettles, shocks, and provokes. – Jonathan Crow, allmovies.com

Ein spannendes Essay zum Film von Stefan Höltgen findet man unter F.LM – Texte zum Film.

 

Drehbuch & Regie: David Cronenberg, Darsteller: James Woods, Sonja Smits, Deborah Harry, Peter Dvorsky Musik: Howard Shore, USA 1983, 88 Min, OF

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Weird Xperience im Dezember: “Parasiten-Mörder”

Zum Abschluss des Jahres gibt es am Freitag, den 28.12. – letztmalig auf dem alten Programmplatz um 22:30 Uhr – noch einmal einen echten Klassiker des Horrorfilms. David Cronenbergs Erstling „Parasiten-Mörder“ (aka „Shivers“/“They Came From Within“)! Selbstverständlich auf gutem, alten 35mm Film.

In einem hochmodernen Hochhauskomplex experimentiert ein Wissenschaftler Parasiten, die defekte Organe ersetzen und so Transplantationen überflüssig machen soll. Doch das Experiment gerät außer Kontrolle: Die todbringenden Parasiten steigern den Sexualtrieb ihrer Wirte, um schneller Kontakt zu neuen Wirten zu bekommen. Der Arzt Roger St Luc und die Krankenschwester Forsythe versuchen verzweifelt die rasante Ausbreitung der Parasiten zu verhindern….

Dieser erste Spielfilm des heute hoch angesehen und vielfach ausgezeichneten – u.a. der Douglas-Sirk-Preis des Hamburger Filmfestes 2007 – Regisseurs David Cronenberg („ A Dangerous Method“, „Cosmopolis“) war 1975 der bis dato kommerziell erfolgreichste kanadische Film aller Zeiten und schuf ein ganz eigenes Genre, den sogenannten „Body Horror“. Selber inspiriert von George R. Romeroes Klassiker „Die Nacht der lebenden Toten“, wurde er schnell zur Blaupause unzähliger Plagiate, die dem Original aber nie das Wasser reichen konnten. Für eine kleine, aber prägnante Rolle, konnte Cronenberg damals sogar die Horror-Ikone Barbara Steele gewinnen. Obwohl zur Zeit seiner Entstehung kontrovers aufgenommen, ist er heute als absoluter Klassiker des modernen Horrorfilms bei Kritik und Publikum gleichermaßen rehabilitiert.

I went to see „They Came from Within“ with fairly low expectations (…), but after a few minutes I began to suspect I’d stumbled across a winner. The movie’s first half hour is a skillful and scary demonstration of how you can create a mounting sense of horror even in a very low-budget film. (…) It scares and shocks us because it’s so cleverly made; the writer-director, David Cronenberg, uses invention and imagination to replace expensive shock effects. (…) – Roger Ebert

„Suggestiver Horrorfilm mit teilweise recht extremen Ekel-Szenen.“ – Lexikon des Internationalen Films

Darsteller: Paul Hampton, Lynn Lowry, Joe Silver, Alan Migicovsky, Barbara Steele

Nächstes Jahr geht „Weird Xperience“ weiter! Dann jeden vierten Sonntag im Monat um 18:00 Uhr im City 46!

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