Weird Xperience im August: HELLBOUND – HELLRAISER 2 (Originalfassung)

Die Sommerpause ist vorbei, und ich möchte hier die Chance nutzen, mich bei den Zuchauern bedanken, die die beiden Abende zu einem großen Vergnügen machten. Danke Euch und eurem vorzüglichem Filmgeschmack :). Und natürlich bei Oliver Trey und sein Team von der Schlachthofkneipe, die das ja erst möglich machen. Ihr seid super!

Doch nun zum Film:

Hellbound – Hellraiser II (1988) OV

Die Saga um die Zenobiten geht weiter.

Nach ihren Erlebnissen im ersten Teil erwacht Kirsty Cotton (wieder Ashley Laurence) in einer psychiatrischen Klinik. Diese wird von Dr. Channard geleitet, ein Sadist und Erforscher menschlicher Leidensfähigkeit. Insofern sind für ihn die Zenobiten und die Geheimnisse des Würfels hochinteressant. So schreckt er auch nicht vor Menschenopfern zurück, um mit Pinhead und seinen Mönchen des Schmerzes Kontakt aufzunehmen.

Clive Barker bedient sich hier einerseits bekannter Fortsetzungsschemata (Wiedererwachen des Final Girls, Hinweise auf die Herkunft des Bösen usw.) andererseits geht er konsequenter den Weg in eine eigene Welt, entsprungen seiner Fantasie. Und die ist surreal und fremd, inspiriert durch S/M-Fetischwelten, Industrial-Punk und klassischem Horror. Und doch so eigen, dass seine Hellraiser-Welt alleinstehend ist.

Durch den Erfolg des ersten Teils musste sich Barker noch weniger an Konventionen halten, und so entfaltet sich die Geschichte so wie in seinen Kurzgeschichten: ein mythisch anmutender, unverständlicher, aber faszinierender Sog zieht den Zuschauer in den Film. Regisseur Tony Randal hat die Vorgaben Barkers gut verstanden, und durch seine Lehrzeit bei Roger Corman konnte er diese effektvoll, schnell und trotzdem günstig umsetzen.

Der Komponist Christopher Young hat im ersten Teil, bei dem er eigentlich ja eine Art Notlösung war, so überzeugt, dass er auch den zweiten Teil vertonen durfte, und er schafft wieder eine unheimliche Atmosphäre. Eingespielt wurde der Soundtrack ein wenig opulenter mit den Münchner Symphonikern.

Die zeitgenössische Filmkritik war nicht überzeugt, die Horrorfilmfans allerdings schon. Nur die Bundesprüfstelle fand Gründe diesen Film zu indizieren. Die Indizierung wurde allerdings 2014 aufgehoben, so dass wor die Gelegenheit haben, diesen Film in bester Qualität und ungekürzt zu zeigen und zu sehen.

Das alles am 12. August 2018 im Cinema Ostertor um 20 Uhr in der Original Fassung.

GB 1988, R: Tony Randel, D: Clare Higgins, Imogen Boorman,  Ashley Laurence, Sean Chapman, Oliver Smith, Kenneth Cranham, Doug Bradley, William Hope; M: Christopher Young; 93 Min., english Version

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