Weird Xperience im Oktober: SANTA SANGRE

Diese Ehre wurde bislang wenigen Regisseuren innerhalb unserer Weird-Xperience-Reihe zuteil: Innerhalb eines Jahres zeigen wir bereits zum zweiten Mal ein Werk des großartigen chilenische Regievisionär Alejandro Jodorowsky. Am Sonntag, den 13.10. um 20:00 Uhr zeigen wir in unserer cineastischen Heimat dem Cinema Ostertor Jodorowskys 1989 bei den Filmfestspielen in Cannes uraufgeführten Santa Sangre.

Die Kindheit in einem mexikanischen Zirkus endet für den angehenden Magier Fenix in einem wahren Albtraum: Nachdem sein messerwerfender Vater der religiös eifernden Mutter beide Arme abgetrennt hat, richtet er sich vor den Augen seines Sohnes selbst. Der junge Fenix landet daraufhin schwer traumatisiert in einer Nervenheilanstalt. Erst als Jahre später seine Mutter wieder auftaucht, gelingt ihm als Erwachsener die Flucht – als Instrument der Rache für die entstellte Frau, in deren Namen Fenix nun zahllose blutige Morde zu verüben hat. Kann die taubstumme Alma ihn auf den rechten Pfad zurückführen?

Dieses visuell eindrucksvollen Meisterwerk wurde von Dario Argentos kleinem Bruder Claudio produziert, was man diesem verstörende Trip auch anmerkt. So stammt die Filmmusik vom Briten Simon Boswell, der bereits zu Dario Argentos „Phenomena“ und dem von Argento präsentierten „Demoni 2“ die Musik beisteuerte. In der Hauptrolle glänzt Jodorowskys Sohn Axel, der für seine Leistung für den Saurn Award der Academy of Science Fiction, Fantasy & Horror Films nominiert wurde. Sein jüngeres Ich gibt sein kleiner Bruder Adan ( in dem wundervollen, autobiographischen „Endless Poetry“ spielt er 27 Jahre später dann den jungen Alejandro Jodorowsky).

Obwohl weitaus gradliniger erzählt als Jodorowskys vorangegangenen Filme, hat „Santa Sangre“ auch nach 30 Jahren nichts von seiner surrealen Kraft eingebüßt.

Kritikerpapst Roger Ebert vergab 4 von 4 Sternen und lobte Santa Sangre als vielseitiges Werk: „Santa Sangre einen Horrorfilm zu nennen, wäre ungerecht gegenüber einem Film, der sich außerhalb aller Kategorien bewegt. Zusätzlich zu seinen tief reichenden Qualitäten, ist es jedoch ein Horrorfilm, einer der besten, und nach dem geduldigen Ertragen zahlloser Tote-Teenager-Filme, erinnert mich Alejandro Jodorowsky daran, dass wahrer Psycho-Horror auf der Leinwand möglich ist – Horror, Poesie, Surrealismus, psychischer Schmerz und obskurer Humor, alles auf einmal.“

Daniel Wagner schreibt auf film-rezensionen.de: „Angesiedelt im autobiografischen Zirkusmilieu, lässt „Santa Sangre“ den Zuschauer lächelnd, schockiert, beeindruckt, angeekelt und nachdenklich zurück“.

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