Weird Xperience im März: „Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies“

„Blutrunst, Ekeleffekte und Sex vermischendes Horrorspektakel italienischer Billigproduktion, das die radikale Vernichtung von „Lebensunwertem und Abartigem“ befürwortet. – Wir raten ab.“ filmdienst

„Wenn Sie schwache Nerven haben, gibt Ihnen dieser Film den Rest“aus dem Filmtrailer

 

Wir schreiben das Jahr 1979. Wie ein Orkan ist George A. Romeros „Dawn of the Dead“ (in Deutschland offiziell als „Zombie“, inoffiziell als „Zombies im Kaufhaus“ bekannt) über Europa gerauscht. Nicht nur in der Bundesrepublik, sondern auch in Italien schlug der Zombie-Kracher ein wie ein Bombe. Jetzt wollten sich die, wie immer emsigen, Italiener möglichst schnell an den Erfolg des Filmes hängen.  Rasch war ein Drehbuch mit dem dreisten Titel „Zombi 2“ („Zombi“ war der italienische Titel von „Dawn oft the Dead“) aus dem Boden gestampft, welches Romeros urbane Zombies wieder an ihren mythischen Ursprung in der Südsee zurückführten. Dementsprechend hieß der Film in Deutschland dann auch „Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies“.

Regie sollte Action-Spezialist Enzo G. Castellari („Ein Haufen verwegener Hunde“ – der in den USA als „Inglorious Bastards“ lief – „Keoma“, „The Riffs – Die Gewalt sind wir“ uvm.)  führen.  Dieser sagte aber ab, da ihm Horrorfilme ein Graus waren. Der Legende nach schlug er dann selber seinen Kumpel Lucio Fulci als neuen Regisseur vor. Fulci hatte zuvor Ende der 60er/Anfang der 70er einige grandiose Thriller („Nackt über Leichen“, „A Lizard in a Woman’s Skin“) gedreht und trat danach noch häufig mit solider bis sehr guter Ware in allen möglichen Genres, von Komödie bis Western, in Erscheinung. „Zombi 2“ sollte ein Wendepunkt in seiner Karriere werden. War er zuvor nur einer Handvoll Genre-Fans bekannt, so katapultierte ihn der überragende Erfolg seines „Zombi 2“ auf das Pantheon der Horror-Kult-Regisseure. Dabei half insbesondere seine, schon in der frühen Phase seiner Karriere  häufig in Erscheinung getretene, Neigung, sadistische Szenen breit auszuwalzen und durch immer neue Überhöhungen auf einen – beinahe satirischen – Gipfel zu treiben.  Vom Horror in seiner explizitesten Form, den er u.a. in „Ein Zombie hing am Glockenseil“ oder „Das Haus an der Friedhofsmauer“ zelebrierte, kam Fulci danach nicht wieder los und sollte, bis auf wenige halbherzige Ausbruchsversuche, bis ans Ende seines Lebens der Splatter-Opa bleiben.

Die Hauptrolle in „Woodoo-Schreckensinsel der Zombies“ spielt Tisa Farrow, die jüngere Schwester von Mia Farrow, der sie wie aus dem Gesicht geschnitten scheint. Nach dem Vietnamfilm „Jäger der Apokalypse“ von Antonio Margheriti beendete sie ihre Filmkarriere im folgenden Jahr standesgemäß mit Joe D’Amatos berühmt-berüchtigten „Man Eater“. Ihr zu Seite steht der schottische TV-Schauspieler Ian McCulloch, der kurz darauf noch in „Zombies unter Kannibalen“ (der Grundlage für „Video Nasty“, unserem Film im Februar, lieferte) vor der Filmkamera stand, bevor er wieder zum britischen TV zurückkehrte. Eine interessante Person ist auch der britische Theaterschauspieler Richard Johnson, der 1962 beinahe James Bond geworden wäre, aber angeblich diese Rolle abgesagt hat, weil er sich nicht auf einen Mehr-Filme-Vertrag einlassen wollte. Dass er das später wohl bereut haben dürfte, sieht man daran, dass er 1967 und 1969 einen  sehr Bond-mäßigen Bulldog Drummond in „Heiße Katzen“ und „Some Girls Do“ spielte.

„Woodoo  Die Schreckensinsel der Zombies“ läuft als 35mm Kopie innerhalb unserer Reihe „Weird Xperience“ am Freitag, den 23. Oktober um 22:30 Uhr im City 46. Dazu gibt es wie immer eine Einführung in den Film von Stefan und mir. Wer am Freitag verhindert sein sollte, kann ihn sich den Film (ohne Einführung) auch noch am Samstag, den 24. um 22:30 oder Montag, den 26. um 20:30 ansehen.

 

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Daniel Flügger zu Gast bei „Weird Xperience“

Bei unserer Vorstellung von Jörg Buttgereits „Video Nasty“ haben wir auch erstmalig einen Vorfilm am Start: „Zombie Warrior“ vom Bremer Filmemacher Daniel Flügger.

Daniel Flügger wird morgen bei uns zu Gast sein und uns nach dem Vorfilm noch Rede und Antwort stehen.

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Neues Hörspiel vom „Video Nasty“-Schöpfer am 12.03. auf WDR3

„Video Nasty“, unsere „Weird Xperience“ am 24.2., beruht ja bekanntlich auf einem Hörspiel von Jörg Buttgereit. Seit 2001 hat Jörg Buttgereit bereits 12 Hörspiele für die Radioprogramme der ARD geschrieben und inszeniert.

Am Montag, 12.03.12 um 23:05 Uhr sendet WDR3 seinen 13. Streich: „Die Bestie von Fukushima“.

Vor dem Hintergrund der Erdbeben-, Tsunami- und Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 wirken populäre japanische Monster- und Katastrophenfilme wie „Godzilla – die Rückkehr des Monsters“ (1984) oder „Sinking of Japan“ (2006) nahezu prophetisch. All die in den Nachrichtenbildern dokumentierten Schreckensszenarien wurden im Film längst vorweggenommen und durchlebt. Vielleicht resultiert daraus auch die Disziplin der Japaner gegenüber der realen Katastrophe. Für sie sind erweckte Urweltmonster wie Godzilla viel mehr als nur Metaphern für den Weltuntergang.
Das Hörspiel dokumentiert die Ereignisse um den 11. März 2011 unter besonderer Berücksichtigung des „Monsters“ als Sinnbild für die Katastrophen des vorigen Jahres.

Jörg Buttgereit ist Regisseur und Autor diverser Arthouse-Horrorfilme („Nekromantik“), arte-TV-Dokumentationen („Durch die Nacht mit …“), Theaterstücke („Captain Berlin Versus Hitler“) und WDR-Hörspiele. Als Experte für japanische Monsterfilme veröffentlichte er u. a. das Filmbuch „Japan – Die Monsterinsel“.

Mit Cathlen Gawlich, Bernhard cbd products Fumio Okura, Claudia Urbschat-Mingues, Oliver Stritzel u. a.

Regie: der Autor
Produktion: WDR 2012/ca. 53’

Redaktion: Natalie Szallies

Quelle: wdr3.de

Nach der Ausstrahlung steht das Hörspiel dann für eine befristete Zeit zum kostenlosen Download bereit.

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Weird Xperience im Februar: „VIDEO NASTY“

BUTTGEREITS NEUER FILM: WILLKOMMEN IN EINER ANDEREN ZEIT!

In einer Zeit, in der man sich VHS-Kassetten für 99,- DM in Holland bestellte oder Kopien von Kopien von Kopien ansah, in denen es vor Zombis und Kannibalen nur so wimmelte; in denen blutschlürfende weibliche Vampire grundsätzlich in durchsichtigem Nachthemd und weibliche Opfer auf entfernten Inseln oben ohne herumliefen. In der ein Final Girl immer den Slasher am Ende besiegte. Filme halt, in dem das Innerste nach außen gekehrt wurde, wortwörtlich. Jörg Buttgereit hat diese Zeit erlebt und ihr mit VIDEO NASTY ein nicht nur nostalgisches Hörspiel gewidmet.

Ein junges Pärchen leiht sich einen Film aus, legt ihn ein und er geht los: In einem Leichenschauhaus in New York raubt ein mysteriöser Unbekannter die Herzen der aufgebahrten Toten. Der abgeklärte Kommissar Jack Romero und die hübsche junge Wissenschaftlerin Andrea Spinell wollen das Geheimnis hinter diesen offenbar rituell begründeten Bluttaten lüften.
Die Spur führt zu einer kannibalistischen Sekte auf einer tropischen Insel irgendwo im Pazifik. Der Führer dieser Sekte ist der dem Wahnsinn verfallene Dr. Fulci, der mit bizarren Transplantationen aus den Ureinwohnern der Insel eine Armee von willenlosen Zombies erschaffen will. Als Andrea von Dr. Fulcis Untoten entführt wird und durch ein grausames Ritual zur Göttin der Zombie-Sekte getauft werden soll, gerät die Lage völlig außer Kontrolle…
Soweit zum Inhalt. Buttgereit inszenierte dieses Hörspiel neu in einer Theaterreihe als ein live vorgetragenes Hörspiel: Bekannte Stimmen (Claudia Urbschaft-Mingues/Angelina Jolie, Viktor Neumann/Daniel Dae Kim, Peter Groeger/Armin Shimerman u.a.), bekannte Schauspieler (Lars Eidinger/Berliner Schaubühne, Hell, Tatort) und ein Geräuschemacher lassen das Hörspiel auf der Bühne neu entstehen.
Dieses ließ Buttgereit filmen und von Thilo Goosejohann (Operation Dance Sensation, Captain Cosmotic) schneiden. Zu diesem Ergebnis zitiere ich Christian Kessler:

“Durch die nun erfolgte Filmversion der Performance rückt der Zuschauer den Interpreten dicht auf die Pelle. Hierdurch wird jede Distanz beseitigt, die bei einer Bühne noch vorliegt. Dadurch gewinnt die Darbietung eine ganz neue Dynamik, da man förmlich miterleben kann, wie sich die Schauspieler in den Text hineinschaffen, sich ihr Publikum langsam erarbeiten. Je mehr das Publikum auf die Darbietung reagiert, werden auch die Schauspieler immer mehr angestachelt und mitgerissen, reagieren ihrerseits auf das Publikum. Da Buttgereit und Gosejohann bei der Filmbearbeitung auf filmische Mätzchen vollständig verzichten, die die Distanz wieder aufgebaut hätten, gelingt der Coup ganz vorzüglich. Ich klebte tatsächlich wie gebannt an der Leinwand, klebte an den Lippen der Schauspieler, konnte miterleben, wie jene richtig in den Text hineinwuchsen.
So ist der Film VIDEO NASTY nicht nur eine unterhaltsame Reise in die Vergangenheit, sondern obendrein eine mörderspannende Lehrstunde in Sachen Schauspielerei.“

Der Film VIDEO NASTY lief bisher erst zweimal überhaupt und nun zum ersten Mal in Bremen.

Als Vorfilm läuft „Zombie Warrior“ vom hiesigen Filmemacher Daniel Flügger. Eine gute Einstimmung, da er eben das zeigt, was damals so beliebt war.
plakat vom live hörspiel (c) ana briceno Orignal-Theaterplakat von Ana Briceno

Freitag, den 24.2. um 22:30 Uhr im CITY 46 Kino 1, und Samstag, am 25. ebenso.

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Weird Xperience im Januar: Russ Meyers „Faster Pussycat! Kill! Kill!“

In ein paar Stunden hat das Jahr 2011 seinen Atmen ausgehaucht. Zeit bereits jetzt einen Blick ins nächste Jahr zu werfen.

Am 27. Januar geht die „Weird Xperience“-Reihe im City 46 zur gewohnten Zeit um 22:30 Uhr weiter.

Gezeigt wird eine spezielle 35mm Version von Russ Meyers Kult-Klassiker „Faster Pussycat! Kill! Kill!„.

Als der Film am 7. Juli 1967 unter dem Titel „Die Satansweiber von Titfield“ in Deutschland in die Kinos kam, war er um einige Szenen mit Gewaltdarstellungen und „rüder Sprache“ gekürzt. Wir zeigen im Januar eine „Hybridfassung“ auf 35mm, in die die damals geschnittenen Szenen aus einer englischsprachigen Fassung wieder eingefügt wurden.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=N4Dt2SQ7DV4[/youtube]

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Der offizielle Trailer ist online

Der offizielle Trailer zur „Weird Xperience“-Reihe im Bremer Kommunalkino „City 46“, die 2012 jeden vierten Freitag im Monat um 22:30 Uhr läuft.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=7WnYUlmhtnk[/youtube]

Weitersagen!

 

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„Lady Snowblood“ im Dezember

Als kleiner Vorgeschmack auf die „Weird Xperience“-Reihe 2012, läuft im City 46 bereits im Dezember der Film „Lady Snowblood“ als 35mm Kopie in Originalsprache mit deutschen Untertiteln.

Termine:

Freitag, 16.12.2011 um 22:30 Uhr

Freitag, 23.12.2011 um 22:30 Uhr

Freitag, 30.12.2011 um 22:30 Uhr

 

Weitere Infos folgen…

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Willkommen bei „Weird Xperience“

„Weird Xperience“ ist ein neue Filmreihe, die ab Januar 2012 jeden vierten Freitag im Monat um 22:30 Uhr im Bremer Kommunalkino City 46 gezeigt wird.

In dieser Reihe werden „merk-würdige“ Filme zwischen Bahnhofskino und Underground gezeigt. Dabei wechseln sich monatlich Klassiker aus den 60ern bis frühen 80ern und Werke aus dem filmischen Untergrund der letzten 30 Jahre ab.

In diesem Blog werdet Ihr über das aktuelle Programm auf dem Laufenden gehalten und könnt uns Rückmeldung geben, wie Euch „Weird Xperience“ gefällt.

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