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Weird Xperience im November: PERFECT BLUE

Diesen Monat steht bei Weird Xperience eine Premiere an. Erstmals in unserer nun schon sechs-jährigen Geschichte zeigen wir einen Anime!

Und welcher japanische Animationsfilm wäre da besser geeignet als „Perfect Blue“, das Meisterwerk des legendären und leider viel zu früh verstorbenen Satoshi Kon? Immer wieder werden nämlich die Parallelen zwischen diesem Zeichentrick-Thriller und dem italienischen Giallo – vor allem dem frühen Werk Dario Argentos, dessen „Opera“ ja unsere Herbst-Saison eröffnete -, aber auch zu Hitchcock betont.

Der amerikanische Regisseur Darren Aronofsky wurde dabei ganz besonders von „Perfect Blue“ beeinflusst. Er kaufte am 21. Oktober 2011 die Rechte für diesen Film – wahrscheinlich um auf Nummer Sicher zu gehen, denn sein damals aktueller Film „Black Swan“ weist einige Ähnlichkeiten zu Satoshi Kons 13 Jahre zuvor entstanden Film auf.

Die junge Popsängerin Mima Kirigoe ist Mitglied der beliebten Girlgroup CHAM. Doch der große Durchbruch bleibt aus und Mima verlässt die Band, um eine Karriere im Filmgeschäft zu starten. Zunächst erhält sie ein kleine Nebenrolle in der Krimiserie „Double Bind“, die jedoch bald schon ausgebaut wird. Während ihre neue Karriere immer mehr Fahrt aufnimmt, erhält sie Drohbriefe enttäuschter CHAM-Fans, von denen einer sich sogar als Briefbombe entpuppt. Für die größere Rolle in der Krimiserie ist sie gezwungen eine harte Vergewaltigungsszene zu drehen und sie muss für die Karriere Aktfotografien von sich machen lassen. Gleichzeitig schafft ihre ehemalige Band CHAM schafft ohne sie den langersehnten Durchbruch. Dann muss die nervlich zerrüttete Mima auch noch entdecken, dass es eine Interetseite gibt, auf der all ihre intimsten Gedanken von einem Unbekannten in Form eines Tagesbuchs detailliert geschildert werden. Immer mehr treibt Mima auf den Wahnsinn zu, Realität und Fiktion verschwimmt. Schließlich wird der Drehbuchautor von „Double Bind“ ermordet und weitere Morde folgen, die alle in einem Bezug zu Mima stehen…

An „Perfect Blue“ waren etwa 15 Hauptzeichner beteiligt sowie 100 weitere Zeichner für einfache Bilder. Von der ersten Idee über die ersten Skizzen bis zur Umsetzung dauerte es zwei Jahre. Und Katsuhiro Otomo, Regisseur des bahnbrechenden Kultfilms „Akira“, agierte als Special Adviser. Der riesige Aufwand hat sich gelohnt. Die deutsche Erstaufführung des Films fand am 16. Februar 1998 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin statt. „Perfect Blue“ gilt heute als Meisterwerk und taucht auf unzähligen Listen mit den besten Animationsfilmen regelmäßig auf den oberen Plätzen auf.

Auch die Presse zeigte sich begeistert. So schrieb der film-dienst: „… ein weiteres Beispiel für die japanische Meisterschaft, Themen des ‚realen Lebens‘ für ein zweidimensionales, gezeichnetes Format zu fiktionalisieren.“ Und die FAZ meinte „„Perfect Blue“ … ist ein solches Stück von erheblicher Bedeutungstiefe.“

Wir freuen uns sehr, Euch den Film am Sonntag, den 12. November um 20:45 Uhr im Cinema Ostertor zu präsentieren. Vorab gibt es von uns wie immer eine Einführung und nach dem Film stehen wir natürlich auch wieder für Fragen, Diskussionen oder allgemeinen Klönschnack zur Verfügung.

Weird Xperience im November: „Vampire Girl Vs. Frankenstein Girl“ auf dem Phantastival Bremen

Aufgrund des vom 22. bis 25. November stattfindenden Phantastivals (an dem Stefan und ich auch mitarbeiten), haben wir den ursprünglich für diesen Monat vorgesehenen „Parasitenmörder“ von David Cronenberg kurzfristig auf den Dezember verschoben.

Stattdessen zeigen wir im Rahmen des Phantastivals die japanische Splatter-Trash-Groteske „Vampire Girl Vs. Frankenstein Girl„.

Die neue Schülerin Monami verliebt sich in den Highschool-Studenten Mizushima. Als eine Vampirin weiß sie, wie sie Mizushima mit Hilfe einer selbstgemachte Blut-Praline gefügig machen kann. Damit erregt sie den Zorn der zickigen Highschool-Königin Keiko. Als Keiko bei einem Unfall stirbt, wird sie von ihrem Vater in bester Frankenstein-Tradition wieder zum Leben erweckt. Damit verwandelt sich die Highschool in eine Kampfarena zwischen dem Vampire Girl und Frankenstein Girl. Der Preis der Siegerin ist Mizushima.

Die wildesten und bizarrsten Splatterfilme kommen schon seit Jahren aus Japan. »Vampire Girl Vs. Frankstein Girl« bestätigt dies auf aberwitzige Weise. Die derbe Manga-Verfilmung der Macher von »Tokyo Gore Police« ist ein einziges Feuerwerk an geschmacklosen Witzen und Kunstblutfontänen.

Originaltitel: Kyûketsu Shôjo tai Shôjo Furanken
Japan 2009
Regie: Yoshihiro Nishimura / Naoyuki Tomomatsu

Der Film läuft am Freitag, den 23. November zur gewohnten Zeit um 22:30 Uhr im City 46.

Weird Xperience im April: UNDERWATER LOVE – A PINK MUSICAL

Am 27. / 28. April ist es wieder soweit im City 46 Bremen. Die nächste Weird Xperience:

  Asuka arbeitet in einer Fischfabrik und soll den Sohn ihres Chefs heiraten. Eines Tages begegnet sie jedoch einem Kappa, einem Fabelwesen, eine Mischung aus Frosch, Mensch und Schildkröte. Sie erkennt in ihm ihre wiedergeborene Jugendliebe Aoki. Aber auch ihre Kollegin Reiki hat ein Auge auf ihn und sein hervorragendes Merkmal geworfen. Dieses Zusammenkommen bringt viel Aufregung und Chaos in die Gemeinde.

Ein moderner Pinku Eiga, ein japanisches Erotikfilm-Genre mit strengen formalen Vorgaben. Es mussten in bestimmten Abständen Softsexszenen kommen, dazwischen konnten die Regisseure inszenieren, was sie wollten. Das nutzten viele junge japanische Regisseure dazu, sich künstlerisch auszuprobieren. Dieses Genre wird hier von Shinji Imaoka aufgenommen, um ein wahnsinnigen Film zwischen Sex, Musical und Arthouse zu schaffen und daher gerade zu gemacht ist für WEIRD XPERIENCE.

Für ebendiese Musik ist die Berliner Band Stereo total zuständig, die, aus dem Punk kommend, sich Disco annäherten und auch schon NEKROMANTIK und WIR KINDER VOM BAHNHOF ZOO live neu vertonten.

Die Kamera machte Christopher Doyle, der ehemalige Hauskameramann von Wong Kar-Wai, der aber auch schon Filme von Gus van Sant und M. Night Shyamalan (interessanterweise dort „Ein Mädchen aus dem Wasser“) veredelte. Ein genauer Beobachter und Meister der Farben.

Wir freuen uns auf 87 Minuten schönster Trasherfahrung mit einfachen Masken, viel Romantik und Sex und guter Musik!

„Lady Snowblood“ im Dezember

Als kleiner Vorgeschmack auf die „Weird Xperience“-Reihe 2012, läuft im City 46 bereits im Dezember der Film „Lady Snowblood“ als 35mm Kopie in Originalsprache mit deutschen Untertiteln.

Termine:

Freitag, 16.12.2011 um 22:30 Uhr

Freitag, 23.12.2011 um 22:30 Uhr

Freitag, 30.12.2011 um 22:30 Uhr

 

Weitere Infos folgen…