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Weird Xperience präsentiert: „Cinema Obscure“-Tag im City 46

Wie schon angekündigt werden wir am Samstag, den 6. Juni im Kommunalkino City 46 zu Gast sein. Dort wo vor drei Jahren alles begann. Wir präsentieren Euch dann einen „Cinema Obscure“-Tag. Gezeigt werden neue Filme und ein Mitternachtskino-Klassiker.

Um Euch schon mal einzustimmen, hier eine kurze Vorstellung der Filme:

LET US PREY

Nachtschicht in einer Polizeistation in einem gottverlassenen schottischen Kaff: Ein mysteriöser Fremder erscheint, der ein blutiges Spiel mit den Einwohnern des Städtchens treibt.

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„LET US PREY ist ein kompromisslos harter Reißer, der sein Publikum sehr schnell für sich einnimmt und auf einen wahren Höllentrip schickt.“Manifest – das Filmmagazin

„Regisseur Brian O’Malley knallt uns mit „Let us Prey“ einen düsteren, reinrassigen Genrehorror auf die Leinwand, der weniger gruseln oder gar anspannend soll, sondern dem Zuschauer seine Gewalt und seine Kompromisslosigkeit voll ins Gesicht schlägt.“Moviebreak

„Ein visuell beeindruckendes, humorloses, düsteres und äußerst verstörendes Horror-Meisterwerk, das einen in die dunklen Tiefen der menschlichen Psyche entführt…wo man eigentlich gar nicht hin möchte.“angstrated.com

 

HORSEHEAD

Die junge Jessica leidet seit ihrer Kindheit an furchteinflößenden Alpträumen. Darin wird sie von einem Pferdekopf oder einer Person mit einer solchen Maske verfolgt. Die Bedeutung der grotesken und verstörenden Bilder ist ihr ein Rätsel. Als ihre Großmutter verstirbt, reist sie wieder zu ihren Eltern in die ländliche Heimat. Im Traum begegnet sie der Toten und kommt einem schwerwiegenden Geheimnis ihrer Familie auf die Spur…

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„Sowohl die nicht an Erklärungen interessierte Erzählform, als auch das ruhige Tempo widersprechen heutigen Sehgewohnheiten und verlangen vom Betrachter einiges ab, um sich in die so komplexe, wie reizvolle Welt des jungen Regisseurs einzufinden. Belohnt wird er dafür mit einer Atmosphäre, die zunehmend das Grauen eines ewigen, scheinbar unentrinnbaren Alptraums geradezu körperlich fühlbar zu vermitteln vermag.“Wicked Vision

„Beyond its merits as a film, however, Horsehead has continued to linger in my memory, its dreamy essence filtering through my consciousness on unexpected occasions.“ Twitchfilm

 

GERMAN ANGST

In drei Horrorepisoden von Liebe, Sex und Tod entführen JÖRG BUTTGEREIT (Nekromantik, Der Todesking), ANDREAS MARSCHALL (Tears of Kali, Masks) und MICHAL KOSAKOWSKI (Zero Killed) in die dunkelsten Gassen von Berlin.

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„Ausgestattet mit hervorragenden und äußerst drastischen Gewaltdarstellungen ist GERMAN ANGST ein künstlerisch anspruchsvolles Filmgut aus deutschen Landen und als Gesamtwerk ein Muss für jeden Genrefan.“angstrated.com

“ „German Angst“ tut beim Anschauen richtig, richtig weh – und genau das zeichnet ihn aus. Die Macher haben tatsächlich etwas zu sagen und nachdem sie uns einen ungebremsten Schlag in die Magengrube verpasst haben, bekommen sie auch unsere ungeteilte Aufmerksamkeit.“Filmstarts.de

 

SINGAPORE SLING

Auf der Suche nach seiner verschwundenen großen Liebe Laura landet ein Privatdetektiv in den Fängen eines nymphomanen, inszestuösem Mutter/Tochter-Gespanns.

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„Singapore Sling“ ist schlicht großartiges Kino: herausfordernd, kraftvoll, verführerisch, humorvoll, bizarr, atemberaubend.“Filmgazette

„„Singapore Sling“s provokante Mischung aus eleganter Film-Noir-Optik, Gedärm, Körperflüssigkeiten, nacktem Wahnsinn und bösem Humor sichert ihm Kultfilm-Status. Aber auch darüber hinaus hat der Film viel Hintersinniges, nicht nur zum Rollenspiel zwischen Männlein und Weiblein, zu sagen.“Filmforum Bremen

Weird Xperience kehrt zurück… im Juni!

germanangstWeird Xperience ist zurück und holt im Juni gleich mal zu einem mächtigen Doppelschlag aus. Am Samstag, den 6. Juni sind wir wieder dort zu Gast, wo vor drei Jahren alles begann: Im Kommunalkino City 46. Dort präsentieren wir einen „Cinema Obcure“-Tag. Hier zeigen wir neue Filme und einen Mitternachtskino-Klassiker.

Freut Euch auf den blutigen Horror-Trip „Let Us Prey“, den surrealen Albtraum „Horsehead“, den langerwarteten „German Angst“ der Herren Buttgereit/Marschall/Kosakowski und den Mitternachtskino-Klassiker „Singapore Sling“.

Nur ein paar Tage später, am Mittwoch, den 10.6. zieht es uns an die frische Luft. An diesem Tag werden wir im Rahmen des Open-Air-Kinos in der Arena am Schlachthof drei Klassiker des „obskuren und absonderlichen“ Filmes zeigen.

tcmWir starten mit einem der ungewöhnlichsten Godzilla-Filmen, die je entstanden sind: Den psychedelischen „Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster“ von 1971. Ebenfalls aus den goldenen 70ern stammt einer der legendären Klassiker des Terrorkinos: Tobe Hoopers berühmt-berüchtigter „Texas Chainsaw Massacre“, der nach langen Jahren endlich vom Index gestrichen wurde und nun wieder öffentlich gezeigt werden darf. Und als Abschluss eines langen abends unter freiem Himmel macht „The Toxic Avenger“ Tromaville sicher. Wir hoffen mal auf gutes Wetter.

Mehr Infos zu den Filmen erhaltet Ihr hier in den nächsten Tagen.

Phantastival Bremen – Donnerstag geht’s los!

Kleines Cross-Posting. Hier der Text, den ich schon auf „Filmforum Bremen“ gepostet hatte.  Ich denke in dem Phantastival-Programm wird für die Freunde unserer „Weird Xperience“-Reihe noch das ein oder andere Schmankerl dabei sein. Z.b. die beiden Giallo-inspirierten „Masks“ und „Berberian Sound Studio“ (dt. Kino-Premiere!), Buddy Giovinazzos „A Night of Nightmares“ oder die Lovecraft-Verfilmung „The Whisperer in Darkness“. Ein Highlight ist natürlich die Vorführung von „Zombies From Outer Space“ in Anwesenheit der Crew. Gerade da hoffen wir natürlich, möglichst viele von Euch zu sehen.

Also, hier der vollständige Überblick:

Am Donnerstag, den 22. November, um 18:00 Uhr, geht es los mit „Masks“ (Deutschland, 2011, R: Andreas Marschall). Ein Giallo aus deutschen Landen? Aus dem letzten Jahr? Geht das? Und ob das geht! Andreas Marschall macht in seinem zweiten Langfilm die Balletschule aus „Suspiria“ kurzerhand zur Schauspielschule und der Spaß kann beginnen. Unterstützt von einer gelungenen Kameraarbeit, einem flotten Soundtrack und seiner attraktiven Hauptdarstellerin Susen Ermich wird dem Genre des italienischen Thrillers eine würdige Hommage erwiesen.

A Night of Nightmares” (USA 2012, R: Buddy Giovinazzo, OF) erleben am Donnerstag, um 20:30 Uhr, ein Magazinherausgeber und seine Entdeckung Ginger, als sie ein Videointerview in einem Haus in den Bergen machen. Regisseur Giovinazzo (“Combat Shock“) spielt dabei kräftig mit den Erwartungen der Zuschauer.

In der H.P. Lovecraft-Verfilmung »The Whisperer in Darkness« (USA 2011, R: Sean Branney, OF) werden am Freitag, um 18:00 Uhr die legendären Universal-Horrorfilme der 30er Jahre wieder zum Leben erweckt. Im Grenzbereich von Horror und Science Fiction, untersucht Professor Albert Wilmarth Legenden von seltsamen Kreaturen in den abgelegenen Bergen von Vermont.

Die Crew von „Zombies from Outer Space“ (D 2011, R: Martin Faltermeier, 95 Min.) wird am Freitag, den 23.11. um 20:30 zu Gast sein. In ihrem bajuwarischen Horror-Heimatfilm verbreiten grausige Funde toter Frauen Angst und Schrecken bei den bayrischen Dörflern. Nachdem ein Außerirdischer in einem Kornkreis gefunden wurde, beginnt der Aufstieg der Untoten, um die Menschheit zu vernichten.

„Weird Xperience“ ist am Freitag zur gewohnten Zeit um 22:30 Uhr mit dem bizarr-absurden Japan-Schocker »Vampire Girl vs Frankenstein Girl« vertreten und am Samstag erzählen, ebenfalls um 22:30 Uhr, 10 Kurzfilme »Dark Tales«.

Ein weiteres Highlight ist am Samstag, um 16:00 Uhr, der Vortrag des Medienwissenschaftler Florian Krautkrämer von der HBK Braunschweig, über die Theorie und Geschichte des Zombiefilms.

Goodbye Lenin!“-Star Daniel Brühl spielt am Samstag, um 18:00 Uhr, in dem spanischen retrofuturistischen Indie-Sci-Fi-Film »Eva« (Sp 2011, R: Kike Maíllo, OmengU) den Kybernetiker Alex, der im Jahr 2041 ein künstliches Geschöpf erschaffen will. Ein Experiment, das langsam, aber sicher, völlig außer Kontrolle gerät.

Stummfilm mit Live-Musik wird am Samstag, um 20:30 Uhr, präsentiert, wenn Ezzat Nashashibi und sein Gast Marc Pira den sowjetischen SF-Klassiker “Aelita – Der Flug zum Mars” von 1924 (Regie: Jakow Protasanow) neu vertonen. Nach dem Roman von Alexej Tolstoj fliegen drei sowjetische Bürger zum Mars, stürzen dort das totalitäre Regime und gründen auf dem fernen Planeten eine neue Sowjetrepublik. Dabei verliebt sich der Ingenieur Losj in die Königstochter Aelita.

Drei japanische Filmen werden zum Abschluss des Phantastivals am Sonntag gezeigt: Um 18:30 Uhr “Symbol” (Jap 2009, R: Hitoshi Matsumoto, OmU) ist eine bizarre Komödie, in der ein Mann in einem schneeweißen Raum aufwacht und in dem kleine Engelpenise eine große Rolle spielen.

Für die Animee-Fans gibt es um 20:30 Uhr das Double-Feature “Planzet” (Jap 2010, R: Jun Awazu, OmengU), über die erste Marsstation im Jahr 2030, sowie der klassische Animationsfilm “The Asylum Session” (Jap 2009, R: Takuto Aoki, OmengU).

Zum krönenden Abschluss können wir am Sonntag, um 18:15 Uhr, in einer Sondervorstellung als Deutschland-Premiere den brandneuen, direkt von der Viennale importierten, britische Neo-Giallo „Berberian Sound Studio“ von Peter Strickland zeigen. Darüber freuen wir uns natürlich ganz besonders. Im Jahre 1976 ist Gilderoy ein begnadeter und gefragter Tontechniker für Filmproduktionen. Er wird engagiert, wenn Regisseure für ihre Filme den perfekten Sound und die passenden Geräusche haben wollen. Deshalb bekommt er auch den Auftrag, für den italienischen Horror-Film-Meister Santini seinen neusten Film zu vertonen. Eine Aufgabe, die ihn an den Rand seines Verstandes bringt.

Weird Xperience Spezial: DELIRIA ÖVER BREMEN

Am 27. Oktober wird es, zusammen mit dem “Deliria-Italiano.de”-Forum, eine “Weird Xperience”-Sondervorstellung geben!

 

Deliria-Italiano.de & Weird Xperience präsentieren:

DELIRIA ÖVER BREMEN

Liebe Interessierte,

die heißesten Riffs spielt das Leben! Endlich konnten wir Trash und seine Gang zu einer Stippvisite anlässlich unseres Forentreffens gewinnen, und das gleich im Endzeit-Action-Doppelpack des italienischen Genrespezialisten Enzo G. Castellari – live, in Farbe und 2D!

Am 27.10.2012 findet in der Hansestadt Bremen das dritte offizielle Forentreffen von deliria-italiano.de statt:

– DELIRIA ÖVER BREMEN –

Erneut nicht fehlen wird natürlich unser mittlerweile inoffizielles Forenmaskottchen George Eastman, mit dem es im ersten Film ein Wiedersehen gibt. Also sattelt eure Totenkopfmofas und erscheint zahlreich, pünktlich und am besten selber oder doch gleich persönlich.

Das Forentreffen ist natürlich öffentlich und ein Jeder ist gern gesehener Gast.

Die deliria-italiano-Crew freut sich auf euch.

Das Double-Feature wird selbstverständlich auf 35mm und mit kleinem Rahmenprogramm gezeigt.
Das Ganze startet am 27.10. um 13:30 Uhr im City 46, und wir freuen uns über jeden Gast.

Gezeigt werden:

The Riffs – Die Gewalt sind wir! (Italien 1982)

The Riffs – Flucht aus der Bronx (Italien 1983)

Regie bei beiden Teilen führt Action-Spezialist und Kult-Regisseur Enzo G. Castellari.

Weird Xperience im Juli: “Ich – ein Groupie”

Am 27. Juli geht die „Weird Xperience“ in die nächste Runde. Diesmal gibt es wieder einen Klassiker des Bahnhofskinos auf 35mm.

Achtung: Aufgrund des abgespeckten Sommerprogramms im City 46, fängt die Sause diesmal schon eine Stunde eher, also um 21:30 Uhr, an.

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Zwei junge Mädchen nehmen in London an einem Open Air Konzert teil. Eine von ihnen, Vicky, verliebt sich dabei in den Sänger einer Rockband. Nach einer Nacht voller Sex und Hasch bleibt sie aber am nächsten Morgen alleine zurück. Im Glauben, dass ihre Gefühle erwidert werden, folgt sie der Band durch Europa. Doch diese Reise führt sie geradewegs in eine Hölle aus Drogen und Gewalt.

Kaum ein Film erfüllt das Versprechen Sex, Drugs & Rock’n’Roll so umfassend, wie dieser Schweizer Bergdiamant. Wir schreiben das Jahr 1970. In den USA hat der Erfolg von „Easy Rider“ gerade zu einer Welle Rocker-Filmen geführt. Einen davon, „Naked Angels“, hat der Schweizer Produzent Erwin C. Dietrich eingekauft und plant ihn im deutschsprachigen Europa unter dem Titel „Nackt auf hartem Sattel“ in die Kinos zu bringen. Aber seine Träume sind sogar noch viel größer. Dietrich hat gerade mit Titeln wie „Seitenstraßen der Prostitution“ oder „Die Nichten der Frau Oberst“ erste große Erfolge vor allem in Deutschland gefeiert. Ferner kauft er US-amerikanische Filme auf, die er mit neuen Sex-Szenen versieht und hierzulande erfolgreich in die Kinos bringt. Jetzt will er den ganz großen internationalen Erfolg. Sein Vorbild ist schon lange der US-amerikanische König des B-Films, Roger Corman. Daher soll sein neuer Film mit dem Titel „Ich – ein Groupie“ mit dem berühmten Amerikaner co-produziert werden und Dietrich den Einstieg in den amerikanischen Markt ermöglichen. Roger Corman schickt eins seiner besten Pferde im Stall in die Schweiz: Kult-Regisseur Jack Hill, der spätere Entdecker von Pam Grier. Aber in der Schweiz geht alles schief. Über das, was genau vorfällt, gibt es unterschiedliche Ansichten. Hill behauptet, Dietrich und seine Leute hätten sich nicht an Abmachungen gehalten. Dietrich sagt, Hill hätte, statt zügig zu filmen, eine Woche lang immer wieder dieselbe Einstellung drehen lassen und sich dabei mit Drogen zugeschüttet. So oder so… der Corman-Deal ist geplatzt.

Was tun? Wie üblich hatte Dietrich „Ich – ein Groupie“ bereits unter vollmundigen Versprechungen verkauft, ohne dass auch nur ein Meter gedreht war. Kurzerhand übernimmt er zusammen mit seinem Partner und Kameramann Peter Baumgartner das Ruder.  Ein neues Drehbuch wird geschrieben, und um das Ganze noch ordentlich zu würzen, werden echte Hell Angels aus deren Schweizer Chapter engagiert. Ärger bleibt nicht aus. Mehr als einmal erscheint die Polizei vor Ort, Drehgenehmigungen werden nicht erteilt und ein Großteil des Filmes muss daraufhin illegal im Guerilla-Stil gedreht werden. Trotzdem kann der Film beendet werden und wird für Dietrich ein großer Erfolg. So erfolgreich, dass er ihn zehn Jahre später unter dem neuen Titel „Das Mädchen mit dem Einweg-Ticket“ noch einmal in die Kinos bringt.

„Ich – ein Groupie“ ist ein wilder Ritt durch die Zeit der Hippies und der sexuellen Revolution. Dabei zeigt der Film aber keinen „Summer Of Love“, wie in Woodstock, sondern die große Desillusion nach Altamont. „Ich – ein Groupie“ ist eine aufregende Mischung aus Sex und Rockern, Musik und Drogen. Garniert mit Auftritten echter Hells Angels und der legendären Krautrocker „Birth Control“. Mittendrin eine blutjunge Ingrid Steeger, auf dem Weg zu der deutschen Sex-Ikone der 70er Jahre. Und das delirende Finale dieses Filmes ging die Filmgeschichte ein. Zumindest in die Filmgeschichte, welche in den Bahnhofskinos geschrieben wurde.

Neben Ingrid Steeger ist auch der Edel-Playboy Rolf Eden, Besitzer des sagenumwobenen „Big Eden“-Nachtclubs in Berlin, zu sehen.

Weird Xperience im Mai: „Willkommen in der Hölle“

Motto: „Es gibt nur zwei gute Menschen: Der eine ist schon tot, der andere muss noch geboren werden“

Der Bandit Burt versteckt sich zusammen mit seiner Freundin Mary und seinen Kameraden Phil und Ted in der Geisterstadt Santa Ana. Dort steigen die Spannungen zwischen den vieren und bald schon ist jeder hinter einem Geldschatz und der heißblütigen Mary her. Die Situation eskaliert, als ein Fremder mit einer höchst ungewöhnlichen Waffe in die Stadt kommt.

Willkommen in der Hölle“ (Originaltitel: ¡Mátalo!) gehört zu den ungewöhnlichsten Western, die jemals gedreht wurden. 1970 in der Übergangsphase vom klassischen, harten Italo-Western zum Spaß-Western entstanden, macht dieser Film keine Kompromisse und präsentiert ein nihilistisches Weltbild vor einer surrealistisch anmutenden Kulisse. Trotz der farbenfrohen, ja fast schon psychedelischen  Kleidung der Protagonisten, sind ihren Seelen doch rabenschwarz.  Gier und Geilheit bestimmt ihr Handeln. Erst spät taucht eine Gestalt auf, die man als „Helden“ bezeichnen kann. Der Christus-artige Fremde, der nur Frieden will und das Leid der Welt auf seine Schultern nimmt, wird von Lou Castel gespielt. Der am 24. Mai 1944 in Bogota, Kolumbien, als Ulv Quarzéll geborene Schauspieler, war nicht nur überzeugter Kommunist, sondern ließ auch  große Teile seiner Gagen Befreiungsbewegungen in Lateinamerika zukommen. Seine Filmrollen reichen Hauptrollen in Rainer-Werner Faßbinders „Warnung vor einer heiligen Nutte“  oder Wim Wenders „Der scharlachrote Buchstabe“ bis hin zu lupenreiner Exploitation-Ware wie  „Killer Nun“ oder „Orgasmo“. Dabei achtete er aber immer darauf, dass die Filme nicht seinen militant linken Überzeugungen widersprachen. Lou Castel ist noch heute sehr aktiv. Sehr viel auch in deutschen Produktionen, wie z.B. in dem letzten Jahr auf dem Internationalen Filmfestival  Oldenburg mit dem Publikumspreis ausgezeichneten „Dr. Ketel“.

Regisseur Cesare Canevari drehte nur neun Filme, von denen „Willkommen in der Hölle“ sein bekanntester ist. Des Weiteren gehört, die heute eher unbekannte, erste Verfilmung des berühmten „Emmanuelle“-Romans „Io, Emmanuelle“, zu seinem Werk. Hier spielte die großartigen Erica Blanc die Titelrolle. Fünf Jahre später sollte Just Jaeckin mit der Verfilmung desselben Stoffes, und  Sylvia Kristal in der Hauptrolle, einen sensationellen Welterfolg hinlegen. Berüchtigt hingegen ist Canevaris 1977 erstandener „Naziploitation“-Film „L’ultima orgia del III Reich“, der aus naheliegenden Gründen nie in Deutschland lief. Immerhin ist Canevaris Film einer der besten dieses übel beleumundeten Unter-Genres. Mit dem Spät-Giallo „Delitto carnale“ verabschiedete sich Canevari 1983 aus dem Filmgeschäft.

Die ungewöhnliche Musik in „Willkommen in der Hölle“ stammt von dem 1919 geborenen und 2000 gestorbenen Mario Migliardi. Sein Score, der sich irgendwo zwischen Prog-Rock und experimenteller Geistermusik bewegt, schafft eine einmalige Stimmung, die die Geisterstadt Santa Ana tatsächlich in einen Vorhof der Hölle verwandelt.

Obwohl in Fankreisen schon lange Zeit ein absoluter Kult-Film, wurde „Willkommen in der Hölle“ nach seinem Kinostart am 26. März 1971 in Deutschland bisher nur in den frühen 80er Jahren auf VHS veröffentlicht. Das Tape von „Zenit“ ist heute ein gesuchtes Sammlerobjekt. Dieses Werk als 35mm Kopie auf der großen Leinwand zu sehen, ist somit eine einmalige Gelegenheit, die sich kein Liebhaber ungewöhnlicher Filmkost entgeht lassen sollte.

„Ein stilistisch ambitionierter Italowestern mit ausgefeilter Kameraführung und einer Geräuschkulisse, die eher an einen Gruselfilm erinnert.“ Lexikon des internationalen Films

„Ein unglaublicher Film, der absolut extremste Western aller Zeiten, den man entweder verabscheuen oder verehren muss. Ich entscheide mich mit vollem Herzen für letzteres. Unbedingt ansehen!!!“Christian Keßler, „Willkommen in der Hölle – Der Italo-Western im Überblick“

Der Film läuft als 35mm Kopie in der Deutschen Fassung am 25. Mai um 22:30 Uhr mit einer Einführung im City 46 und ein weiteres Mal am 26. Mai, ebenfalls um 22:30 Uhr, dann aber ohne „Drumherum“.

„Lady Snowblood“ im Dezember

Als kleiner Vorgeschmack auf die „Weird Xperience“-Reihe 2012, läuft im City 46 bereits im Dezember der Film „Lady Snowblood“ als 35mm Kopie in Originalsprache mit deutschen Untertiteln.

Termine:

Freitag, 16.12.2011 um 22:30 Uhr

Freitag, 23.12.2011 um 22:30 Uhr

Freitag, 30.12.2011 um 22:30 Uhr

 

Weitere Infos folgen…